Blutgeld für Bremsklötze: Schmücke ermittelt heute im Polizeiruf 110 "Vollgas" nach dem Tod seiner Lebensgefährtin

© MDR/Sandor Domonkos
Der MDR zeigt heute (09.03.2026) um 20:15 Uhr eine Wiederholung der "Polizeiruf 110"-Folge "Vollgas", die mit einem harten technischen Versagen und tödlichen Folgen beginnt. Auf einer Landstraße prallen zwei Fahrzeuge ungebremst ineinander, weil ein minderwertiger Bremsklotz im entscheidenden Moment seinen Dienst versagte. Was zunächst wie ein tragisches Verkehrsunglück aussieht, entpuppt sich als technisches Komplott mit System. Die Episode greift dabei ein Thema auf, das zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung bundesweit die Schlagzeilen beherrschte: Den kriminellen Handel mit gefälschten Autoersatzteilen, die als Markenware getarnt Menschenleben gefährden.
Ein privates Schicksal verändert alles
Hauptkommissar Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) trifft dieser Fall tiefer als jeder andere zuvor, denn eines der Unfallopfer ist seine Lebensgefährtin Edith Reger (Marita Böhme). Während die junge Fahrerin des anderen Wagens, Carmen Hoffmann, sofort verstirbt, ringt Edith tagelang im Krankenhaus unter der Aufsicht eines besorgten Arztes (Günter Schoßböck) um ihr Leben, bevor sie ihren schweren Verletzungen erliegt. Dieser persönliche Verlust verleiht dem Krimi eine emotionale Schwere, die weit über das übliche Maß der Reihe hinausgeht. Trotz der Bedenken seines Kollegen Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) und der strikten Anweisung von Kriminalrat Ackermann (Siegfried Voß), sich aufgrund der Befangenheit zurückzuhalten, macht Schmücke die Aufklärung zur Ehrensache. Unterstützt werden die beiden wie gewohnt von der Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand (Marie Gruber), die in den Trümmern des Kleinwagens die minderwertigen Schmuggelteile entdeckt.
Das tödliche Geflecht der Handballfreunde
Die Spur der manipulierten Bremsen führt das Duo schnell zur Selbsthilfewerkstatt von Axel Jaenisch (Uwe Fellensiek), doch die Mauer des Schweigens ist dick. Besonders brisant wird die Lage durch die Verflechtung mit Oberzollrat Markus Kroner (Thomas Rühmann), der seit Jahren vergeblich Jagd auf die Hintermänner des illegalen Teilehandels macht und mit Jaenisch seit der Schulzeit befreundet ist. Als Jaenisch schließlich erschlagen aufgefunden wird, gerät zunächst der verzweifelte Vater des Unfallopfers, Günter Hoffmann (Michael Brandner), unter Verdacht, der gemeinsam mit seiner Frau Renate (Anke Sevenich) um die tote Tochter trauert. Doch Schmücke und Schneider graben tiefer und stoßen auf Detlef Kallus (Michael Greiling), den Besitzer einer Importfirma, sowie den Werkstattbesitzer Christoph Simrock (Bernd Tauber). Es stellt sich heraus, dass diese Männer zusammen mit Kroner ein enges Geflecht aus alten Handballfreunden bilden, in dem Profitgier über Menschenleben gestellt wurde.
Ein Finale zwischen Pflicht und Gewissen
In einem nervenaufreibenden Finale muss der Oberzollrat Kroner erkennen, dass er jahrelang von seinen engsten Vertrauten instrumentalisiert wurde. Um Kallus und Simrock zu überführen, lässt er sich von den Kommissaren verkabeln und trifft die Verdächtigen in einem Restaurant, während Kriminalbeamte wie Kevin Hammer (Fabian Oscar Wien) und Peter Darenfeld (Veit Schubert) im Hintergrund bereitstehen. Die Inszenierung des Polizeirufs "Vollgas" verzichtet dabei auf reißerische Effekte und setzt stattdessen auf die psychologische Dichte und die ruhige, aber beharrliche Spielweise von Schwarz und Winkler. Der Film führt dem Zuschauer drastisch vor Augen, wie kriminelle Energie im Alltag zu tödlichen Geschossen führen kann. Am Ende bleibt ein Schmücke zurück, dem die Festnahme der Täter zwar berufliche Genugtuung verschafft, der aber durch den Verlust von Edith den schwersten privaten Schlag seiner Karriere verkraften muss.








