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Kein Tatort an Silvester? Doch: "Der irre Iwan" mit Nora Tschirmer heute (31.12.2025) im HR Fernsehen

Mittwoch, 31.12.2025 13:55 Uhr | Tags: HR Fernsehen, Silvester, Krimi, Tatort

Den perfekten Kontrapunkt zum herkömmlichen Silvester-Programm setzt das HR Fernsehen in diesem Jahr mit einem Weimar-Tatort. "Der irre Iwan" führt uns zurück in das beschauliche Weimar, das unter der Oberfläche von bizarren Charakteren und absurden Verwicklungen nur so strotzt. Das Ermittlerduo Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) darf in diesem Fall zur Höchstform auflaufen und zeigt, warum dieser Tatort damals eine völlig neue Ära des Fernsehhumors einläutete. Zwischen messerscharfen Dialogen und Slapstick-Einlagen entfaltet sich ein Kriminalfall, der das kulturelle Erbe der Klassikerstadt genüsslich gegen den Strich bürstet. Der Weimar-Tatort "Der irre Iwan" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.

Ein tödlicher Schuss und der doppelte Iwan

Alles beginnt mit einem vermeintlich simplen Raubüberfall auf die Stadtkämmerei, bei dem die Sekretärin Sylvia Kleinert (Nora Quest) durch die Decke erschossen wird. Doch schnell wird klar, dass hinter der Tat weit mehr steckt als ein missglückter Bruch. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Stadtkämmerer Iwan Windisch (Jörg Witte), der eine Affäre mit der Toten hatte und dessen Ehefrau Nicole Windisch (Therese Hämer) vor Eifersucht rast. Die Geschichte nimmt eine vollkommen surreale Wendung, als Kira Dorn und Lessing auf dem Jahrmarkt in Rudolstadt auf die Schaustellerin Rita Eisenheim (Sophie Rois) treffen. Schauspieler Jörg Witte (Dr. Iwan Windisch / Josef Eisenheim) brilliert hier in einer doppelten Identität: Er spielt sowohl den Kämmerer als auch dessen verschollenen Zwillingsbruder Josef Eisenheim, dessen Leiche ausgerechnet in einem Sarg in der Geisterbahn auftaucht. Dieses Verwechslungsspiel sorgt für eine Dynamik, die eher an ein rasantes Theaterstück als an einen staubigen Fernsehkrimi erinnert.

Wellness mit Nacktpflicht und Geisterbahn-Grusel

Regisseur Richard Huber hat mit diesem Fall ein Pastiche geschaffen, das vor skurrilen Einfällen nur so strotzt und bewusst mit den Sehgewohnheiten des Publikums bricht. Unvergessen bleibt die Szene in einem exklusiven Wellness-Club, in dem für die Ermittler eine strikte Nacktpflicht herrscht - ein Moment, der unter Fans längst zum Running Gag avanciert ist. Während Lessing und Kira Dorn versuchen, die Spur des Kleinkriminellen Kongo (Pit Bukowski) zu verfolgen, offenbart sich ein Netz aus Erpressung und Identitätsraub. Es stellt sich heraus, dass die ungleichen Zwillinge ihre Rollen getauscht hatten, was schließlich in einem tödlichen Giftmord durch Rita Eisenheim und einem fingierten Überfall mündete.

Charmeoffensive gegen die klassische Spannung

Obwohl der Plot zwischen genialem Theaterwitz und einer bisweilen fahrigen Erzählweise schwankt, trägt die Chemie zwischen Kira Dorn und Lessing den Weimar-Tatort mühelos über jede Hürde. Es ist gerade diese Reibung zwischen der Provinzgroteske und dem trockenen Humor der Kommissare, die "Der irre Iwan" so sehenswert macht. Wer keine Lust auf glitzernde Shows und Schlagersänger hat, findet hier die ideale Alternative für einen unterhaltsamen Fernsehabend. In Weimar ist eben alles ein bisschen anders, und wenn am Ende für Josef Eisenheim und Rita Eisenheim auf dem Jahrmarkt die Handschellen klicken, bleibt beim Zuschauer vor allem das Gefühl zurück, erstklassig unterhalten worden zu sein. Es ist ein Tatort, der weniger von der Jagd nach dem Mörder lebt als von seiner ungeheuren Lust am Absurden.


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