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Forensiker im Fadenkreuz: Warum der packende Stuttgart-Tatort "Vergebung" die Geister scheidet - heute (25.05.2026) in der ARD

Montag, 25.05.2026 13:38 Uhr | Tags: ARD, Krimi, Tatort, Felix Klare, Richy Müller

Ein grausiger Leichenfund am Flussufer reißt die Tatort-Ermittler aus Stuttgart aus der Routine und katapultiert die Zuschauer mitten in ein hochdramatisches Psychospiel. Die ARD wiederholt heute am Pfingstmontag (25.05.2026) um 20:15 Uhr den Stuttgart-Tatort "Vergebung" und schickt die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) in einen Fall, der die klassischen Ermittlungsmuster radikal aufbricht. Im Zentrum des Geschehens stehen diesmal nicht nur die beiden Ermittler, sondern vor allem die persönliche Befangenheit ihres eigenen Gerichtsmediziners. Das dichte Drehbuch macht diesen Stuttgart-Tatort zu einer emotionalen Zerreißprobe, die tief in die verdrängte Vergangenheit der Protagonisten führt.

Ein Toter im Neckar und das große Schweigen des Pathologen

Aus dem trüben Wasser des Neckars wird die Leiche eines schwer kranken Mannes geborgen. Obwohl der Befund zunächst auf ein klassisches Ertrinken hindeutet, können Lannert und Bootz eine Fremdeinwirkung keineswegs ausschließen und leiten umgehend eine Mordermittlung ein. Bei dem Toten handelt es sich um Mathias Döbele (Volker Muthmann), der vor seinem Ableben noch vergeblich versucht hatte, den zuständigen Rechtsmediziner Dr. Daniel Vogt (Jürgen Hartmann) auf dessen Anrufbeantworter zu erreichen. Vogt steht sichtlich unter Schock, verschweigt den Kollegen jedoch eine entscheidende Tatsache: Der Tote war sein bester Jugendfreund. Die Wahrheit kommt erst ans Licht, als die trauernde Witwe Sandra Döbele (Ulrike C. Tscharre) im Institut erscheint und enthüllt, dass Matthias, Sandra und Daniel damals eine unzertrennliche Clique bildeten.

Ein toxischer Cocktail und die Schatten der Vergangenheit

Die Laborwerte des Toten werfen schnell massive Fragen auf. Vogt stellt bei der Obduktion fest, dass sein krebskranker Freund eine tödliche Kombination aus Alkohol und dem starken Schmerzmittel Fentanyl im Blut hatte. Das passt allerdings überhaupt nicht zu den Aussagen des Sohnes Thomas Döbele (Tim Bülow), der felsenfest behauptet, dass sein Vater seit zwei Jahren absolut trocken war. Während die Ermittler die Witwe ins Visier nehmen, ahnen sie nicht, dass Vogt und der Tote ein furchtbares Geheimnis aus dem Jahr 1982 teilen. Die beiden waren die einzigen Mitwisser der wahren Todesumstände ihres damals 14-jährigen Kumpels Jonas Lentowski (Jakob Rottmaier), der bei einem Streit von den beiden Jungen unter Wasser gedrückt wurde und ertrank. Als dessen gealterter Vater Hans Lentowski (Paul Faßnacht) auftaucht, gesteht dieser Vogt, dass er Döbele kurz vor dessen Tod abgepasst und zum Trinken gezwungen hat.

Ein brutaler Rachefeldzug am Flussufer

In einem dramatischen Alleingang sucht der von Schuldgefühlen zerfressene Mediziner den verbitterten Vater auf und gesteht ihm die Tat von einst. Hans Lentowski reagiert mit eiskalter Wut, lockt den Mediziner an genau die Stelle am Neckar, an der Jonas damals starb, schlägt ihn nieder und wirft ihn gefesselt in die Strömung - exakt so, wie er es zuvor bereits mit Mathias Döbele getan hatte. Nur durch das blitzschnelle Eingreifen von Lannert und Bootz kann Vogt in allerletzter Sekunde aus dem Wasser gezogen werden, während der rachsüchtige Vater festgenommen wird.

Ein starkes Drama, das den eigentlichen Krimi fast ertrinkt

Wer beim Stuttgart-Tatort "Vergebung" einen rasanten Action-Thriller mit wilden Verfolgungsjagden erwartet, setzt seine Prioritäten heute Abend definitiv falsch. Der Film atmet phasenweise die etwas zähe Schwere eines schwäbischen Volkshochschul-Dramas, weil die eigentliche Polizeiarbeit von Lannert und Bootz komplett zur Nebensache degradiert wird. Die Kommissare dürfen im Grunde nur den logischen Krümeln hinterherlaufen, die ihnen der zutiefst verstrickte Pathologe unfreiwillig hinterlässt. Wer sich jedoch mit der deprimierenden Tristesse abfinden kann und Lust auf ein stark gespieltes, psychologisches Kammerspiel über Schuld und die Lebenslügen einer Jugendclique hat, wird mit einem verdammt starken Finale belohnt. Für das ansonsten oft extrem blasse Gesicht des Stuttgarter Forensikers ist dieser Stuttgart-Tatort eine schauspielerische Erlösung - für Fans des klassischen Ermittler-Duos bleibt dagegen ein leicht bitterer Beigeschmack.


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