"Frühling - Wenn alle schweigen" zeigt Herz: Wenn aus Feinden Verbündete werden - heute (25.01.2026) im ZDF

© ZDF/Barbara Bauriedl
Die idyllische Kulisse Oberbayerns täuscht wie so oft über die emotionalen Abgründe hinweg, die sich in den Herzen der Bewohner auftun. Heute Abend (25.01.2026) um 20:15 Uhr verwandelt das ZDF den Sendeplatz des Herzkino mit der Episode "Wenn alle schweigen" aus der Reihe "Frühling" wieder in eine Bühne für menschliche Schicksale, die unter die Haut gehen. Im Zentrum steht diesmal ein Thema, das aktueller nicht sein könnte: Mobbing an Schulen und die lähmende Angst, die daraus resultiert. Dorfhelferin Katja Baumann (Simone Thomalla) sieht sich mit der verzweifelten Sarah Springer (Anna Triebel) konfrontiert. Das junge Mädchen weigert sich beharrlich, das Klassenzimmer zu betreten, solange sie dort ihrer Peinigerin Stella Lamprecht (Katharina Weitzendorf) begegnen muss. Katjas Lösungsansatz einer Klassentrennung scheint zunächst der einzige Weg, um Sarahs Seelenfrieden zu retten, doch die Geschichte nimmt eine Wendung, mit der kaum ein Zuschauer rechnen dürfte. Der neue Herzkino-Film "Frühling - Wenn alle schweigen" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.
Hinter der Fassade des Bösen
Unerwartete Einblicke in das Leben der Mobberin Stella offenbaren, dass Aggression oft nur ein Ventil für tief sitzenden Schmerz ist. Als sich Stella überraschend bei Sarah entschuldigt, bricht das Eis, und ein dunkles Familiengeheimnis kommt ans Licht. Es stellt sich heraus, dass die häusliche Situation bei den Lamprechts völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Ina Lamprecht (Stephanie Schönfeld) führt einen erbitterten Krieg gegen ihren Ex-Mann Georg Lamprecht (Daniel Krauss) und verwehrt ihm jeglichen Kontakt zu den gemeinsamen Kindern. Diese emotionale Erpressung hinterlässt tiefe Spuren bei Stella, die ihren Frust bisher an Schwächeren ausgelassen hat. Katja Baumann muss hier ihr ganzes diplomatisches Geschick aufbieten, um zwischen den Fronten zu vermitteln und den Kindern eine Stimme zu geben, während die Erwachsenen in ihrem Egoismus verharren.
Ein kleiner Lichtblick in der Mülltonne
Parallel zu den schweren zwischenmenschlichen Konflikten sorgt eine tierische Rettungsaktion für die nötigen Wohlfühlmomente des Abends. Roberta Rossi (Andrea Kaiser) macht eine grausame Entdeckung und findet einen winzigen Dackelwelpen in einer Mülltonne. Das kleine Wesen landet schließlich beim warmherzigen Pfarrer Sonnleitner (Johannes Herrschmann), der sich sofort rührend um den Findling kümmert. Der Anblick des Geistlichen, wie er versucht, ein neues Zuhause für das Hundekind zu finden, wärmt das Herz. Als schließlich Frau Niedermayer (Catalina Navarro Kirner) auf den Plan tritt und echtes Interesse an der Rolle als neue Hundemama zeigt, schließt sich ein Kreis aus Mitgefühl und Hoffnung, der den harten Kontrast zu den Mobbing-Szenen perfekt ausbalanciert.
Abschiede und neue Gefühle
Persönliche Schicksalsschläge fordern die Protagonisten der Serie in dieser Folge ganz besonders heraus. Mark Weber (Marco Girnth) wird durch die Nachricht vom Schlaganfall seiner Mutter jäh aus seinem Alltag gerissen und muss Hals über Kopf nach Leipzig aufbrechen. Diese Abwesenheit lässt Raum für neue Dynamiken in Katjas Liebesleben, denn zwischen ihr und Dr. André Fabiansky (Gabriel Raab) knistert es unübersehbar. Während sich hier zarte Bande knüpfen, ziehen im Leben von Lilly Engel (Julia Willecke) und Adrian Steinmann (Kristo Ferkic) dunkle Wolken auf. Die Beziehung der beiden steht vor einer Zerreißprobe, während Lilly gleichzeitig ihre ganze Energie in die Suche nach ihrem leiblichen Vater steckt. Mit Hilfe eines Privatdetektivs hofft sie, endlich die Puzzleteile ihrer Herkunft zusammenzufügen, was jedoch weiteren emotionalen Zündstoff für die Zukunft verspricht.
Zivilcourage statt Schweigepflicht: Ein Fernsehabend mit Tiefgang
Wer Lust auf Geschichten hat, die nicht nur oberflächlich unterhalten, sondern den Finger in die Wunde gesellschaftlicher Missstände legen, kommt heute voll auf seine Kosten. "Frühling - Wenn alle schweigen" schafft es meisterhaft, schwere Themen wie Kindesentzug und Mobbing zu thematisieren, ohne dabei den optimistischen Grundton der Reihe zu verlieren. Die schauspielerische Leistung des gesamten Ensembles, bis hin zu Nebenrollen wie Dr. Schneiderhan (Caroline Ebner) oder Alfie Schneider (Sebastian Meyer), wirkt gewohnt authentisch und bodenständig. Es ist ein Plädoyer dafür, das Schweigen endlich zu brechen und hinter die Masken unserer Mitmenschen zu blicken – eine absolute Einschaltempfehlung für alle Herzkino-Fans.








