Gesichtserkennung und Bosnienkrieg im Zürich-Tatort "Blinder Fleck" heute (21.06.2026) in der ARD

© ARD Degeto/SRF/Sava Hlavacek
Die ARD wiederholt heute (21.06.2026) um 20:15 Uhr den hochspannenden Zürich-Tatort "Blinder Fleck" und schickt das Schweizer Ermittlerduo Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) in seinen sechsten gemeinsamen Fall. In dieser Episode sehen sich die Kommissarinnen mit einem komplexen Beziehungsgeflecht konfrontiert, das von hochmodernen Verschlüsselungstechnologien bis hin zu den tiefen, unaufgearbeiteten Traumata des Bosnienkriegs reicht. Die Erstausstrahlung dieses vielschichtigen Thrillers liegt bereits einige Zeit zurück, doch die thematische Aktualität rund um lückenlose Gesichtserkennung und militärische Drohnenüberwachung hat bis heute nichts von ihrer Brisanz verloren.
Ein grausamer Dreifachmord und eine traumatisierte Augenzeugin im Zürcher Oberland
Ein brutaler Dreifachmord führt die beiden Kommissarinnen an einen eigentlich idyllischen Ausflugsort im Zürcher Oberland. Das Bild am Tatort ist mörderisch und wirft sofort fundamentale Fragen auf: Eine leblose Frau liegt erschossen in einem Auto, während sich direkt davor zwei tote Männer befinden. Alle drei Personen wurden durch gezielte Kopfschüsse aus nächster Nähe regelrecht hingerichtet. Während Tessa Ott sofort mit der akribischen Spurensicherung beginnt und den Fundort weiträumig absperrt, nimmt Isabelle Grandjean das Innere des Fahrzeugs genauer unter die Lupe und macht dabei eine herzzerreißende Entdeckung. Die sechsjährige Ella (Maura Landert) hat den Kugelhagel wie durch ein Wunder überlebt, sich unter dem Rock der toten Mutter versteckt und dort stundenlang in Todesangst ausgeharrt, bis die Polizei eintraf.
Gesichtserkennung und die Millionen-Deals des Start-ups "Protected View"
Die ersten Ermittlungen der Schweizer Behörden konzentrieren sich auf das berufliche Umfeld der Opfer, da Ellas Eltern Marco Tomic (Patric Gehrig) und Julie Perrier (Samia von Arx) gemeinsam mit dem Investor Joel Müller (Ralph Gassmann) Inhaber des innovativen Start-ups "Protected View" waren. Das Unternehmen hatte kurz zuvor eine revolutionäre Software namens "Blind Spot" entwickelt, die darauf spezialisiert ist, computergesteuerte Gesichtserkennung gezielt zu erschweren oder komplett zu blockieren. Zwischen den Partnern entbrannte jedoch ein heftiger Streit, da Müller die Firma an den US-Konzern "Security Rumpf" verkaufen wollte, was Tomic vehement ablehnte. Da der amerikanische Gigant sein Geld vor allem mit drohnengesteuerten Überwachungssystemen verdient, vermutete der Programmierer böswillig, dass seine Erfindung durch den Deal für immer aus dem Verkehr gezogen werden sollte. Der ebenfalls am Tatort hingerichtete Bankberater Jakob Bachmann (Uwe Schwarzwälder) sollte im Auftrag Müllers den Kredit des Start-ups kündigen, um Tomic so zum Verkauf zu zwingen.
Dunkle Schatten des Bosnienkriegs und eine Spur zur paramilitärischen Einheit
Neben dem wirtschaftlichen Motiv rückt jedoch schnell eine zweite, extrem düstere Verbindung zwischen den Toten in den Fokus von Grandjean und Ott, die weit in die europäische Vergangenheit zurückreicht. Die beiden ermordeten Männer waren in den 1990er-Jahren aktive Mitglieder einer paramilitärischen Gruppe von Kroaten, die im Bosnienkrieg grausame Kriegsverbrechen verübt hatte. Ein dritter Mann aus dieser ehemaligen Einheit, Lars Diemer (Marcus Signer), wurde für diese Taten rechtskräftig verurteilt und erst vor wenigen Tagen aus der Haft entlassen. Als die Ermittlerinnen auf den Aufnahmen einer privaten Überwachungsdrohne aus der Nähe des Tatorts Diemers markantes Motorrad identifizieren, verdichten sich die Hinweise auf einen klassischen Rachefeldzug. Vieles deutet darauf hin, dass der Ex-Sträfling noch eine offene Rechnung mit seinen einstigen Kumpanen begleichen wollte und die Gunst der Stunde am Ausflugsort eiskalt genutzt hat. Das Drama spitzt sich dramatisch zu, als der skrupellose Killer von der Existenz der kleinen Ella erfährt, wodurch das traumatisierte Mädchen im Visier des Täters erneut in akute Lebensgefahr gerät.
Modernste Überwachungstechnologie im Fokus der Ermittlungen
Der Zürich-Tatort "Blinder Fleck" verzichtet auf die üblichen Klischees und setzt stattdessen auf ein hochgradig aktuelles Szenario rund um Drohnentechnologie und Wirtschaftskriminalität. Das Zusammenspiel von Anna Pieri Zuercher und Carol Schuler verleiht der Produktion eine enorme emotionale Tiefe, die durch das Schicksal des traumatisierten Kindes zusätzlich verstärkt wird.








