Gil Ofarim im RTL Dschungelcamp: Mutige Läuterung oder moralischer Tiefpunkt?

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Es ist die Nachricht, die die Reality-TV-Welt am 2. Januar 2026 erschüttert: RTL hat offiziell bestätigt, dass Musiker Gil Ofarim (43) einer der zwölf Kandidaten der 19. Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" ist. Doch während der Sender auf Rekordquoten hofft, braut sich bei den Zuschauern ein gewaltiger Shitstorm zusammen. Damit hat der Sender die brisanteste Personalie seit Jahren für das australische Lagerfeuer verpflichtet. Nach dem massiven Skandal um seine erfundenen Antisemitismus-Vorwürfe im Jahr 2021 und dem anschliessenden Geständnis vor Gericht war es lange still um den Musiker. Dass er nun ausgerechnet in einem Reality-Format sein Comeback sucht, sorgt bereits vor dem Start am 23. Januar 2026 für heftige Debatten.
Die Strategie hinter dem Lagerfeuer
Für Ofarim selbst ist der Dschungel die letzte Chance auf eine Rückkehr in die Öffentlichkeit. Die Logik dahinter ist simpel: Wer sich zwei Wochen lang rund um die Uhr filmen lässt und dabei keine Maske aufrechterhalten kann, wirkt auf das Publikum irgendwann menschlich und nahbar. Doch diese Strategie ist hochgradig riskant. Ofarim muss den schmalen Grat zwischen glaubwürdiger Reue und einer inszenierten Entschuldigung finden. Jedes falsche Wort könnte seinen Ruf endgültig zerstören. Das Camp wird für ihn zum moralischen Hochseilakt ohne Netz.
Ein geteiltes Publikum vor den Bildschirmen
Die Zuschauer reagieren auf die Nachricht mit einer Mischung aus Wut und Neugier. In den sozialen Netzwerken formiert sich bereits Widerstand gegen die Entscheidung von RTL. Viele Kritiker werfen dem Sender vor, einem Mann eine Bühne zu bieten, der durch eine gezielte Lüge die Existenz eines Unschuldigen gefährdet hat. Diese Gruppe droht mit Boykott. Auf der anderen Seite gibt es das klassische Reality-Publikum, das genau wegen solcher Kontroversen einschaltet. Man will sehen, wie die anderen Kandidaten auf Ofarim reagieren und ob er am Ende durch die Prüfungen zur Rechenschaft gezogen wird.
Quotenjagd mit moralischem Beigeschmack
RTL nimmt für die Aussicht auf Rekordquoten einen massiven Image-Schaden in Kauf. Die Besetzung zeigt, dass der Sender bereit ist, moralische Bedenken hintenanzustellen, solange der Gesprächsstoff stimmt. Dass Experten bereits fordern, Ofarim solle seine Gage für einen guten Zweck spenden, unterstreicht den Druck, unter dem alle Beteiligten stehen. Ob die Rechnung aufgeht oder ob die Zuschauer am Ende massenweise abschalten, wird sich zeigen, wenn der erste Satz fällt: "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!".








