Granfluencer im Fadenkreuz: Freitagskrimi "Wer bin ich?" aus der Reihe "Die Chefin" heute (06.02.2026) im ZDF

© ZDF/Michael Marhoffer
Das ZDF sorgt am heutigen Abend (06.02.2026) um 20:15 Uhr wieder für hochkarätige Krimiunterhaltung, wenn eine neue Folge der Erfolgsserie "Die Chefin" über die Bildschirme flimmert. Seit nunmehr über einem Jahrzehnt behauptet sich Vera Lanz als eine der profiliertesten Ermittlerinnen im deutschen Fernsehen, wobei die Reihe besonders für ihre nüchterne, aber messerscharfe Herangehensweise an komplexe Kriminalfälle geschätzt wird. Ein interessantes Detail für treue Zuschauer: Der neue Freitagskrimi "Wer bin ich?" führt das Team in die schillernde, aber oft trügerische Welt der sozialen Medien, was einen spannenden Kontrast zum sonst eher klassischen Münchner Milieu darstellt. Dass die Produktion dabei immer wieder aktuelle gesellschaftliche Trends aufgreift, ohne den Fokus auf die solide Polizeiarbeit zu verlieren, bleibt das Markenzeichen dieser Krimireihe. Der Freitagskrimi "Wer bin ich?" aus der Reihe "Die Chefin" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.
Asche im Netz und ein Mann ohne Namen
Ingrid Bach (Carla Becker) hat das geschafft, wovon viele Jüngere nur träumen: Mit stolzen 80 Jahren ist sie als Granfluencerin ein echter Star im Netz und begeistert eine riesige Fangemeinde. Doch der Erfolg auf Social Media hat eine Schattenseite, die für die Seniorin schließlich tödlich endet. Vera Lanz (Katharina Böhm) findet am Tatort nur noch die verbrannten Überreste der rüstigen Influencerin vor, was den Fall von Beginn an zu einer emotionalen Belastungsprobe macht. Ein mysteriöser Fund direkt vor Ort gibt Rätsel auf: Die Ermittler stoßen auf einen verletzten Mann (Matthias Ziesing), der vorgibt, sein Gedächtnis verloren zu haben. Ob der Unbekannte der Täter ist oder selbst Opfer eines Angriffs wurde, bleibt zunächst völlig unklar. Gleichzeitig gerät Michael Oduro (Daniel Friedrich), ein Nachbar aus dem Heim, ins Visier, da er aus seiner tiefen Antipathie gegen die prominente Bewohnerin nie einen Hehl gemacht hat.
Geldwäsche unterm Palmenstrand
Obwohl sich Oduro durch sein Verhalten höchst verdächtig macht und kein gutes Haar an der Verstorbenen lässt, stoßen Korbinian Kirchner (Jonathan Hutter) und Paul Böhmer (Jürgen Tonkel) bei ihm schnell an ihre Grenzen. Die Suche nach einem handfesten Motiv führt die Beamten schließlich tief in die digitalen Hinterlassenschaften von Ingrid Bach. Im Chat-Feed der Toten tauchen Hinweise auf massive Geldüberweisungen an ihre Tochter Johanna Bach (Proschat Madani) auf, die angeblich für karitative Zwecke bestimmt waren. Doch die akribische Verfolgung der Finanzströme offenbart ein dunkles Geheimnis: Statt bei Hilfsorganisationen landeten die Summen auf Konten in Nevis, einem berüchtigten Steuerparadies in der Karibik. Damit bekommt der Fall eine völlig neue Dimension, die weit über einen einfachen Nachbarschaftsstreit hinausgeht.
Verstrickungen zwischen Heimat und Karibik
Während Vera Lanz versucht, die Mauer aus Schweigen und falschen Identitäten zu durchbrechen, rücken weitere Personen in den Fokus der Ermittlungen. Miro Neff (Aurel Manthei) und Herr Weinberg (Thomas Müller) scheinen auf unterschiedliche Weise in das Geflecht aus Lügen und versteckten Vermögen verstrickt zu sein. Die Frage, wer Ingrid Bach wirklich war und wer von ihrem Tod am meisten profitiert, führt das Team an seine Belastungsgrenzen. Besonders die Rolle von Jan Kerpen bleibt undurchsichtig, während die Ermittler versuchen, die Puzzleteile zwischen dem Münchner Alltag und den fernen Steuerparadiesen zusammenzusetzen. Es zeigt sich einmal mehr, dass hinter der glitzernden Fassade von Likes und Followern oft knallharte finanzielle Interessen und familiäre Abgründe lauern.
Ein Pflichttermin für Krimi-Feinschmecker
Wer am Freitagabend eine Ausrede sucht, um nicht vor die Tür zu müssen, bekommt mit diesem Fall die perfekte Vorlage geliefert. Es ist fast schon eine Frechheit, wie elegant Vera Lanz hier den Generationenkonflikt zwischen Altersheim und Instagram-Hype seziert, ohne dabei in billige Klischees abzudriften. Die Mischung aus karibischer Geldwäsche und bayerischer Sturheit sorgt für eine Dynamik, die manchen Zuschauer vielleicht etwas schwindelig zurücklässt, aber genau das macht den Reiz aus. Wer also wissen will, ob man mit 80 Jahren eher an seinen Followern oder an seiner Verwandtschaft scheitert, sollte pünktlich einschalten. Es ist kein Wohlfühlkrimi für zwischendurch, sondern eine bittere Lektion darüber, dass man seine Spuren im Netz besser verwischen sollte als die am Tatort.








