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Heute (15.02.2026) kein Tatort in der ARD, sondern Polizeiruf 110: "Der Wanderer zieht von dannen"

Sonntag, 15.02.2026 15:24 Uhr | Tags: ARD, Krimi, Polizeiruf 110
Polizeiruf 110: "Der Wanderer zieht von dannen": Jürgen von der Technik (Andreas Keller, m.) gibt Henry Koitzsch (Peter Kurth, l.) und Michael Lehmann (Peter Schneider, r.) einen entscheidenden Hinweis.
Polizeiruf 110: "Der Wanderer zieht von dannen": Jürgen von der Technik (Andreas Keller, m.) gibt Henry Koitzsch (Peter Kurth, l.) und Michael Lehmann (Peter Schneider, r.) einen entscheidenden Hinweis.
© MDR/Felix Abraham

Sonntagabend ist "Tatort"-Zeit in der ARD. Aber Tatort-Fans müssen heute (15.02.2026) ganz tapfer sein, denn es läuft kein neuer "Tatort". Grund dafür sind nicht Übertragungen der Olympischen Winterspiele, sondern ganz einfach läuft endlich wieder ein neuer "Polizeiruf 110". An der Reihe ist das charismatische Duo Henry Koitzsch (Peter Kurth) und Michael Lehmann (Peter Schneider) aus Halle (Saale). Die Episode "Der Wanderer zieht von dannen" ist der dritte und leider auch finale Fall für dieses Team, was allerdings von vornherein so geplant war. In diesem Finale gerät Hauptkommissar Henry Koitzsch, der privat mit Einsamkeit und Alkohol zu kämpfen hat, selbst ins Visier des Täters. Alte "Polizeiruf 110"-Hasen dürfen sich zudem heute auf ein Wiedersehen mit dem inzwischen 80-jährigen Andreas Schmidt-Schaller freuen, der noch einmal in die Rolle des Thomas Grawe schlüpft. Grawe zählte zu den beliebtesten "Polizeiruf 110"-Emittlern vor der Wende und verkörpert in der Episode "Der Wanderer zieht von dannen" den Schwiegervater von Kriminalkommissar Michael Lehmann. Nach Ausstrahlung wird der Polizeiruf 110: "Der Wanderer zieht von dannen" auch über die ARD Mediathek abrufbar sein.

Ein lautloser Tod und das Rätsel der offenen Tür

Eine leblose Frau in den eigenen vier Wänden bildet den Auftakt für diese neue Folge vom "Polizeiruf 110", die den Kommissaren alles abverlangt. Ingrid Krüger (Sibylle Maria Dordel) liegt tot in ihrer Wohnung, doch von Einbruchspuren fehlt jede Spur. Es wirkt beinahe so, als hätte das Opfer dem Mörder bereitwillig die Tür geöffnet, was Henry Koitzsch und Michael Lehmann vor ein gewaltiges Rätsel stellt. Während die Männer aus Halle die ersten Puzzleteile zusammensetzen, verdichtet sich ein grausiger Verdacht. Der Fall weist erschreckende Ähnlichkeiten zu einem zurückliegenden Verbrechen an Uwe Baude auf. Was zunächst wie ein isoliertes Unglück aussah, entpuppt sich als das Werk eines Serientäters, der es gezielt auf die Einsamen der Gesellschaft abgesehen hat. Die Suche nach dem verbindenden Element zwischen den Opfern führt das Duo tief in die sozialen Abgründe der Stadt.

Melancholie und die Schatten der Vergangenheit

Zwischen den grauen Fassaden und dem prallen Leben hallescher Milieus entfaltet sich eine Geschichte, die von ihrer ruhigen, fast meditativen Erzählweise lebt, wie man sie innerhalb der "Polizeiruf 110"-Reihe nur selten findet. Henry Koitzsch kämpft dabei nicht nur mit den äußeren Umständen, sondern auch mit seinen eigenen Dämonen, während er von Figuren wie dem Hausmeister Trojanowitz (Henning Peker) oder Rita Schmidtke (Jule Böwe) umgeben ist. Die Rückkehr von Thomas Grawe verleiht diesem Finale eine zusätzliche emotionale Tiefe und schlägt eine Brücke zur glorreichen Geschichte dieser Krimitradition. Dass Grawe als Schwiegervater von Lehmann fungiert, webt die Ermittlung noch enger in das Privatleben der Beamten ein. Wenn Koitzsch im Laufe des Falls schließlich selbst zur Zielscheibe wird, erreicht die Spannung ihren Höhepunkt, ohne dabei die für diese Reihe typische, unaufgeregte Bodenhaftung zu verlieren.

Ein meisterhafter Abschied von der Saale

Dieser Abschluss der Trilogie stellt ein echtes Ausrufezeichen in der deutschen Fernsehlandschaft dar und lässt den Zuschauer mit einer Mischung aus Bewunderung und Wehmut zurück. Die besondere Qualität dieses "Polizeiruf 110" liegt in der authentischen Milieuzeichnung und dem perfekt eingespielten Spiel von Peter Kurth und Peter Schneider, deren unaufgeregtes Zusammenspiel eine seltene Intensität erzeugt. Der "Spiegel" bezeichnete diesen Abschied bereits als würdig und sehenswert, wobei besonders die Fähigkeit hervorgehoben wird, eine packende Atmosphäre aus der totalen Stille heraus zu generieren. Dass nach nur drei Episoden bereits Schluss für dieses starke und eigenwillige Team ist, wird von vielen Kritikern und Fans gleichermaßen bedauert. Wer jedoch ein Faible für Charakterstudien und erstklassige Krimikunst abseits der üblichen Pfade hat, wird an diesem Sonntagabend im Ersten auf höchstem Niveau bedient.


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