"Marie Brand und die lange Nase" - Mariele Millowitsch auf den Spuren eines Millionen-Fälschers heute (25.03.2026) im ZDF

© ZDF/Martin Valentin Menke
Das ZDF präsentiert heute (25.03.2026) um 20:15 Uhr mit "Marie Brand und die lange Nase" einen Kriminalfall, der das Kölner Ermittlerduo in die exklusive und oft skrupellose Welt des internationalen Kunsthandels führt. Alles beginnt mit einem grausamen Fund im Depot eines Museums, wo der Direktor Markus Krull (Torsten Knippertz) tot aufgefunden wird. Obwohl die Überwachungskameras den Mord aufgezeichnet haben, bleibt die Identität der maskierten Gestalt zunächst ein Rätsel. Marie Brand (Mariele Millowitsch) und ihr Kollege Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) stehen vor einem klassischen Whodunit-Szenario, das jedoch durch das Thema der NS-Raubkunst eine ungewöhnlich moralische und historische Schwere erhält. Im Zentrum der Ermittlungen steht eine wertvolle Giacometti-Skulptur mit einer auffällig langen Nase, die im Film sogar für komödiantische Momente sorgt, da Simmel das teure Kunstwerk beharrlich mit der Märchenfigur Pinocchio verwechselt.
Zwischen Raubkunst und Millionen-Fälschungen
Die Suche nach dem Mörder führt die Kommissare zu Daniel Sachs (Martin Bruchmann), der aus New York nach Köln gereist ist, um eine verschollene Statue zurückzufordern, die einst seinem jüdischen Großvater gehörte. Angeblich befand sich das Werk im Besitz des ermordeten Museumsdirektors, doch vom Giacometti fehlt jede Spur. Marie Brand und Jürgen Simmel folgen einer Fährte zum wohlhabenden Kunstsammler Dieter Rosskopf (Andreas Schröders), der eng mit dem Opfer geschäftlich verbunden war. Dabei rückt auch dessen Cousine, die Galeristin Emilia Rosskopf-Röhler (Catrin Striebeck), ins Visier der Polizei. Die beiden Verwandten liefern sich seit Jahrzehnten einen erbitterten Konkurrenzkampf um die wertvollsten Exponate, was die Ermittlungen in ein Geflecht aus familiärem Hass und geschäftlicher Gier taucht. Als sich herausstellt, dass eine der fraglichen Skulpturen lediglich die geniale Arbeit eines Fälschers ist, stellt sich die alles entscheidende Frage: Wo befindet sich das echte Original?
Analytischer Verstand trifft auf kindliche Naivität
In dieser Folge wird die Figur des Jürgen Simmel besonders markant gezeichnet, wobei seine fast schon kindlich-naive Art einen starken Kontrast zur kühlen Analytik von Marie Brand bildet. Während sie mit gewohnter Präzision die Fakten ordnet, sorgt Simmels Verhalten für eine Leichtigkeit, die den Ernst des Themas Raubkunst immer wieder bricht. In weiteren Rollen verstärken Stephanie Kämmer als Tina Schmitz und Xaver Hutter als Rainer Findteisen das Ensemble, während Mai Duong Kieu als Tara Heller eine weitere interessante Facette in das kunstsinnige Milieu einbringt. Die Handlung spielt geschickt mit dem Motiv der Täuschung, wobei nicht nur die Echtheit der Skulptur, sondern auch die Motive der Verdächtigen mehrfach in einem neuen Licht erscheinen. Es entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Grenzen zwischen rechtmäßigen Besitzern, leidenschaftlichen Sammlern und eiskalten Mördern zunehmend verschwimmen.
Ein atmosphärischer Fall mit Tiefgang
Letztlich bietet "Marie Brand und die lange Nase" eine solide Mischung aus klassischer Kriminalarbeit und einem moralisch aufgeladenen Hintergrund, der in der Reihe selten so prominent behandelt wurde. Marie Brand überzeugt einmal mehr als ruhiger Gegenpol in einer Welt, die von Eitelkeiten und Millionenbeträgen regiert wird, während der Fall durch seine Wendungen rund um die Giacometti-Statue bis zum Schluss unterhält. Auch wenn einige Nebencharaktere eher schematisch bleiben, trägt die dichte Atmosphäre des Kunstmilieus die Erzählung über die gesamte Distanz. Der Film schafft es, das komplexe Thema der Rückgabe von Kulturgütern in einen spannenden Plot einzubetten, ohne dabei den Unterhaltungswert eines Primetime-Krimis zu vernachlässigen. Wer also wissen will, ob die lange Nase am Ende tatsächlich zum Täter führt oder ob alles nur eine meisterhafte optische Täuschung war, sollte heute Abend das ZDF einschalten.
"Marie Brand und die lange Nase" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.








