Münster-Tatort: Boernes Filmriss und ein tödliches "Fiderallala" heute (09.05.2026) im WDR

© WDR/Martin Valentin Menke
Ein völlig enthemmter Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers), der lauthals den Refrain der Vogelhochzeit schmettert, bildet den bizarren Auftakt für den Münster-Tatort "Fiderallala", den der WDR heute (09.05.2026) um 20:15 Uhr erneut ausstrahlt. Während Boerne nach einer exzessiven Party an der medizinischen Fakultät mit einem massiven Filmriss kämpft, beginnt für Kriminalhauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) der Ernst des Lebens. Der Student Chris Haffmeister (Jonas Stenzel), der am Vorabend noch als Barkeeper die Drogen-Cocktails mischte, liegt tot in der Rechtsmedizin. Die Diagnose von Silke "Alberich" Haller (Christine Urspruch) ist eindeutig: Ein Spannungspneumothorax infolge einer Stichverletzung führte zum Ende des jungen Mannes, doch vom Tathergang fehlt jede Spur.
Wohnungsnot und falsche Geständnisse
Die Ermittlungen führen das Team mitten in das prekäre Studentenleben von Münster, wo die extreme Zimmerknappheit viele junge Menschen dazu zwingt, in Zelten zu kampieren. In diesem Münster-Tatort gerät zunächst die Studentin Fraya Menke (Meira Durand) ins Visier, die mit dem Opfer über eine dubiose Zimmervermittlung des AStA in Streit geraten war. Merkwürdigerweise übernimmt sie kurz nach dem Mord prompt das Zimmer des Toten in einer Wohngemeinschaft mit Felix Schneider (Bless Amada). Die Lage wird noch unübersichtlicher, als Lucy Osthofen (Luise von Stein) plötzlich einen Mord aus Notwehr gesteht, ohne jedoch Details zur Tatwaffe nennen zu können. Da Alberich keine entsprechenden DNA-Spuren auf der Leiche findet, entpuppt sich das Geständnis als rätselhafte Lüge.
Manipulation hinter der therapeutischen Fassade
Der Münster-Tatort "Fiderallala" nimmt eine noch düstere Wendung, als Professor Achim Probst erschlagen aufgefunden wird und sich auch hier mit Erkan Gül (Surho Sugaipov) ein falscher Geständiger präsentiert. Prof. Boerne und seine Assistentin Alberich kommen der Wahrheit durch ein psychologisches Experiment auf die Spur, bei dem sie demonstrieren, wie leicht das menschliche Gedächtnis durch äußere Einflüsse manipuliert werden kann. Die Spur führt direkt zu Dr. Solveig Menke (Adina Vetter), einer Psychotherapeutin, die offenbar die Erinnerungen ihrer Patienten gezielt umprogrammiert hat. Frank Thiel muss feststellen, dass in diesem Münster-Tatort nicht nur die Studenten, sondern auch die eigene Zunft in Form des Polizisten Dennis Kollberg (Tom Radisch) tief in ein kriminelles Geflecht aus Erpressung und Mord verstrickt ist.
Ein Finale zwischen Wissenschaft und Wahnsinn
In "Fiderallala" zeigt sich das Münsteraner Duo von seiner stärksten Seite, wenn es darum geht, die Grenzen des Verstandes auszuloten. Während Thiel die handfeste Polizeiarbeit leistet, liefert Boerne die wissenschaftliche Brillanz, um die perfiden Methoden der Gedächtnismanipulation zu entlarven. Die Episode beweist eindrucksvoll, dass die "absolute Wahrheit" oft nur ein Konstrukt ist, das durch geschickte Einflüsterungen ins Wanken gebracht werden kann. Am Ende bleibt von Boernes Party-Eskapaden nur die bittere Erkenntnis, dass manche Erinnerungslücken vielleicht sogar ein Segen sind, während Thiel den Fall mit seiner gewohnt trockenen Art zum Abschluss bringt.
Der Münster-Tatort "Fiderallala" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar (verfügbar bis zum 09.05.2026).








