Polizeiruf 110 "Vergewaltigt": Hochkarätig besetzter Rache-Thriller um ein ungesühntes Verbrechen heute (16.07.2026) im rbb

© rbb/Conny Klein
Ein verstörendes Verbrechen und das bittere Versagen der Justiz stehen im Zentrum der Episode Polizeiruf 110 "Vergewaltigt", die heute (16.07.2026) um 20:15 Uhr im rbb Fernsehen wiederholt wird. Eine ausgelassene Dorffeier nimmt für die 18-jährige Claudia Schmidt (Anna Maria Mühe) ein jähes, traumatisches Ende: Sie wird auf dem Heimweg vergewaltigt. Am nächsten Morgen alarmieren die besorgten Eltern die Polizei, woraufhin Kriminalhauptkommissarin Johanna Herz (Imogen Kogge) und Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause) die Ermittlungen aufnehmen. Das sichtlich unter Schock stehende Opfer kann jedoch kaum Angaben zum Tathergang machen. Die medizinische Untersuchung im Krankenhaus sichert zwar Spermareste, liefert aber kaum sichtbare Kampf- oder Abwehrspuren.
Ein bitterer Rückschlag durch die Justiz
Die Polizei kann die beiden Tatverdächtigen Frank Göber (Harald Schrott) und Alex Kohler (Sven Pippig) zwar schnell ausfindig machen, doch die Männer präsentieren eine perfide Verteidigungsstrategie. Sie behaupten dreist, der Geschlechtsverkehr sei einvernehmlich gewesen. Ihre Schilderungen wirken auf die Justiz so überzeugend, dass der zuständige Staatsanwalt Dr. Freitag (Devid Striesow) die Strafanzeige kurzerhand abweist. Nicht nur Claudias Freund Martin Koch (Hinnerk Schönemann) ist fassungslos über diese Entscheidung - auch Johanna Herz und Horst Krause können den Beschluss des Staatsanwalts in dieser Folge von Polizeiruf 110 kaum fassen. Kurz darauf versucht Göbers Sekretärin (Laura Schuhrk), eine ein Jahr zurückliegende Vergewaltigung durch ihren Chef anzuzeigen. Doch auch diese Anzeige wird wegen des langen Zeitraums abgewiesen.
Blutige Selbstjustiz im familiären Umfeld
Die Lage eskaliert dramatisch, als Alex Kohler am darauffolgenden Tag tot und kastriert aufgefunden wird. Der Verdacht fällt sofort auf die missbrauchte Claudia Schmidt, doch ihre Chefin verschafft ihr ein Alibi. Da auch ihr Freund Martin Koch beteuert, zur Tatzeit bei ihr gewesen zu sein, schöpft Johanna Herz Verdacht. Als sich eine Tatwaffe aus der familieneigenen Metzgerei als Werkzeug der Kastration entpuppt, gesteht Claudias Vater (Armin Dillenberger) die Tat. Doch die Kommissarin bleibt skeptisch und vermutet, dass eigentlich Claudias Mutter (Swetlana Schönfeld) hinter dem brutalen Racheakt in der Episode Polizeiruf 110 "Vergewaltigt" steckt. Sie lässt die Mutter überwachen und observiert gleichzeitig den zweiten Täter Frank Göber.
Ein fataler Alleingang und späte Angst
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen der Polizei gelingt es Claudia Schmidt, den verbliebenen Peiniger in eine Falle zu locken. Sie bestellt Frank Göber telefonisch zu sich, betäubt ihn heimlich mit einem Elektroschocker und bereitet die nächste Entmannung vor. Horst Krause soll die Mutter observieren, während Johanna Herz Frank Göber im Auge behält. Dennoch kommt es zum Aufeinandertreffen. Erst im allerletzten Moment stürmt die Kommissarin den Raum und verhindert das Blutbad. Obwohl Göber strafrechtlich ungeschoren davonkommt, bricht sein Leben zusammen: Seine Ehefrau Katja Göber (Caroline Peters) reicht die Scheidung ein, und nach einem anonymen Drohanruf lebt der einstige Peiniger fortan in ständiger, lähmender Angst um sein eigenes Leben.
Hochkarätiges Starensemble in einem packenden Psychogramm
Der Polizeiruf 110 "Vergewaltigt" ist ein herausragender und schmerzhafter Kriminalfilm, der die Ohnmacht der Opfer vor dem Gesetz auf erschütternde Weise greifbar macht. Das Drehbuch verzichtet auf reißerische Effekthascherei und konzentriert sich stattdessen ganz auf die psychologischen Abgründe und das moralische Dilemma rund um das Thema Selbstjustiz. Neben dem gewohnt bodenständigen und einfühlsamen Zusammenspiel von Imogen Kogge und Horst Krause fasziniert dieser Polizeiruf 110 aus heutiger Sicht durch seine namhafte Besetzung: Gleich fünf spätere TV-Ermittler, darunter Caroline Peters, Devid Striesow und Hinnerk Schönemann, zeigen hier in frühen Rollen ihr ganzes schauspielerisches Können. Ein atmosphärisch dichter, hervorragend gespielter Krimi-Klassiker, der den Zuschauer auch nach dem Abspann noch lange beschäftigt.








