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Schatten der Stasi am Rheinufer: Köln-Tatort "Der Tod der Anderen" heute (31.01.2026) im WDR

Samstag, 31.01.2026 13:41 Uhr | Tags: WDR, Krimi, Tatort, Dietmar Bär, Klaus J. Behrendt, Ulrike Krumbiegel
Köln-Tatort "Der Tod der Anderen": Erhängt oder gehängt worden? Im Hotel "Rheinpalais" betrachten die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, r) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) die tote Katharina Kampe.
Köln-Tatort "Der Tod der Anderen": Erhängt oder gehängt worden? Im Hotel "Rheinpalais" betrachten die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, r) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) die tote Katharina Kampe.
© WDR/Thomas Kost

Ein bizarrer Mordfall im exklusiven Hotel "Rheinpalais" sorgt heute Abend (31.01.2026) um 20:15 Uhr im WDR für Hochspannung, wenn die Kölner Ermittler in der Wiederholung von "Der Tod der Anderen" mit den Geistern der DDR-Geschichte konfrontiert werden. Was als gewöhnlicher Erpressungsversuch beginnt, eskaliert in einem rasanten Psychospiel, das selbst die erfahrenen Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) an ihre Grenzen bringt. Alles nimmt seinen Lauf, als die Hotelchefin Bettina Mai (Ulrike Krumbiegel) von der todkranken Kathrin Kampe (Eva Weißenborn) aufgesucht wird. Kampe fordert eine horrende Summe und deutet eine dunkle, gemeinsame Vergangenheit an. Kurz darauf liegt sie tot in ihrem Zimmer - erhängt unter Umständen, die massiv auf ein Gewaltverbrechen hindeuten und Bettina Mai als Hauptverdächtige brandmarken.

Geiselnahme im Präsidium und eine Flucht nach vorn

Anstatt sich festnehmen zu lassen, geht die verzweifelte Bettina Mai zum Äußersten über und entführt den Kriminalassistenten Norbert Jütte (Roland Riebeling). Sie sperrt ihn in einen abgelegenen Gewölbekeller und nutzt ihn als grausames Druckmittel, um Freddy Schenk zu einer unfreiwilligen Zusammenarbeit zu zwingen. Schenk findet sich plötzlich als Geisel einer Frau wieder, die alles zu verlieren hat und ihre Unschuld mit dem Rücken zur Wand beweisen will. Währenddessen versucht Max Ballauf im Alleingang und mit Unterstützung der Kollegin Natalie Förster (Tinka Fürst), das Verschwinden seiner Partner aufzuklären, ohne das offizielle Polizeipräsidium einzuschalten - ein riskantes Manöver, das die Ermittler in ein tiefes Geflecht aus Verrat und Spionage führt.

Die Venus-Falle und das dunkle Erbe der Leipziger Messe

Der Kern des Falls führt zurück in die siebziger und achtziger Jahre, als Bettina Mai unter dem Decknamen "IM Februar" als sogenannte Venus-Falle für die Staatssicherheit arbeitete. Ihre Aufgabe war es, westliche Geschäftsleute auf der Leipziger Messe zu bezirzen und auszuspionieren. In diesem Sumpf aus offiziell verbotener Prostitution und staatlicher Überwachung kreuzten sich die Wege von Mai und Kampe. Während die eine spionierte, versuchte die andere, auf die katastrophalen Umweltverbrechen im DDR-Chemiedreieck aufmerksam zu machen - insbesondere auf den vertuschten Chemieunfall in Bitterfeld von 1968. Mai verriet ihre einstige Weggefährtin an das MfS, eine Tat, die sie später durch massiven Alkoholmissbrauch verdrängte. Nun fordern die Schatten der Vergangenheit ihren Tribut, als auch der Industrielle Peter Wagner (Bernhard Schütz) und seine Gefolgsleute wie Frank Heldt (Rolf Kanies) und Jens Plotkowiak (Hilmar Eichhorn) im Hotel auftauchen.

Ein perfider Racheplan jenseits des Grabes

Die Auflösung dieses komplexen Falls ist an Tragik kaum zu überbieten und stellt die moralische Kompassnadel der Zuschauer auf eine harte Probe. Wie die Ermittlungen von Ballauf und Dr. Roth (Joe Bausch) zeigen, war der vermeintliche Mord an Kathrin Kampe eine minutiös geplante Selbstinszenierung. Die Schwerkranke wollte durch ihren vorgetäuschten Tod die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die ungesühnten Verbrechen der DDR-Zeit und die Verstrickungen westdeutscher Industrieller lenken. Während Bettina Mai die Spuren von Matteo Schneider (Moritz Führmann) und André Schmidt (Manfred Möck) verfolgt, kämpft Norbert Jütte im Keller ums nackte Überleben. Der Tatort aus Köln besticht durch eine dichte Atmosphäre und ein großartiges Ensemble, zu dem auch Thomas Clemens und Pierre Shrady beitragen, und beweist, dass manche Rechnungen erst Jahrzehnte später beglichen werden.

Wer den Köln-Tatort einschaltet, bekommt kein klassisches Whodunnit geboten, sondern ein tiefschürfendes Drama über Schuld, Verdrängung und die späte Suche nach Gerechtigkeit. Es ist ein packendes Stück Fernsehgeschichte, das zeigt, wie tief die Gräben der deutschen Teilung noch immer in den Biografien der Menschen graben.


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