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"Team Wallraff" heute (06.05.2026) undercover bei DPD: Die dunklen Geschäfte der Subunternehmer in der Paketbranche

Mittwoch, 06.05.2026 19:08 Uhr | Tags: RTL, Enthüllung, Team Wallraff, Günter Wallraff

Hinter der glänzenden Fassade des boomenden Online-Handels verbirgt sich ein dunkles System aus Ausbeutung und Sicherheitsmängeln, das RTL heute (06.05.2026) um 20:15 Uhr in einer neuen Ausgabe von "Team Wallraff - Reporter undercover" gnadenlos offenlegt. Im Visier der investigativen Journalisten steht diesmal der Paketdienstleister DPD. Monatelang haben sich die Reporter in die Strukturen eines der größten deutschen Zustelldienste eingeschleust, um herauszufinden, ob sich die Arbeitsbedingungen in der Branche seit den letzten Enthüllungen verbessert haben. Das Ergebnis ist erschütternd: Die verdeckten Ermittlungen zeichnen das Bild einer Branche, die ihren Profit auf dem Rücken der Schwächsten generiert und dabei gesetzliche Standards systematisch zu umgehen scheint.

Lockrufe und die Realität der Schwarzarbeit

Ein zentraler Baustein der Misere ist das weitverzweigte Geflecht aus Subunternehmern, das DPD nutzt, um die Pakete an die Haustüren zu bringen. Reporter Alexander stieß bei seiner Suche in Berlin auf verlockende Anzeigen, die ein Netto-Gehalt von bis zu 3000 Euro für eine normale Arbeitswoche versprachen. Die Realität vor Ort sah jedoch völlig anders aus: Statt fairer Bezahlung wurden ihm Minijob-Verträge mit illegaler Barzahlung "auf Kralle" angeboten. Auch in Essen dokumentierte der Reporter Vladyslav ähnliche Praktiken. Die Zusteller verbringen oft zehn bis zwölf Stunden auf der Straße, ohne Pausen und unter einem enormen Zeitdruck, der sie an die Grenze der körperlichen und psychischen Belastbarkeit führt. Besonders perfide ist die Praxis, Kosten für Fahrzeugschäden oder verlorene Pakete einfach auf die Fahrer abzuwälzen, was deren ohnehin kargen Lohn weiter schrumpfen lässt.

Menschenunwürdige Zustände in den Unterkünften

Besonders hart trifft es jene Arbeitskräfte, die gezielt in Osteuropa angeworben werden. Unter dem Versprechen eines sicheren Jobs und einer Unterkunft werden Menschen nach Deutschland gelockt, nur um dann in maroden Behausungen zu landen. Reporter Vladyslav erlebte diesen Albtraum in München am eigenen Leib: Für 400 Euro im Monat wurde er in einem winzigen, schimmligen Dreibettzimmer ohne Privatsphäre untergebracht. Ungeziefer in der Küche und eine Dusche voller Schimmel gehörten dort zum Alltag. Es ist eine moderne Form der Knechtschaft, die in krassem Gegensatz zu den offiziellen Statements des Konzerns steht, der sich auf dem Papier zur Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und fairen Arbeitsbedingungen verpflichtet.

Sicherheit als Streichposten im harten Sparkurs

Die Recherchen beschränken sich jedoch nicht nur auf die Zustellung, sondern blicken auch hinter die Tore der Logistikzentren. Dem Team wurden brisante Dokumente zugespielt, die auf massive Sicherheitsmängel in zahlreichen DPD-Depots hindeuten. Bei einer Überprüfung zahlreicher Standorte wurden offenbar bei drei Vierteln der Anlagen erhebliche Unfallrisiken festgestellt. Als Reporter Vladyslav als Be- und Entlader in Erftstadt arbeitete, bestätigte sich dieser Verdacht: Fehlende Schutzschienen an Maschinen stellten eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit der Mitarbeiter dar. Laut Informationen aus dem inneren Zirkel soll die Konzernspitze von diesen Mängeln wissen, aber aufgrund eines strikten Sparkurses notwendige Investitionen hinauszögern.

Ein System, das die Verantwortung delegiert

Trotz der erdrückenden Beweislast gibt sich DPD schmallippig und verweist auf vertragliche Standards, die auch für Partnerunternehmen gelten sollen. Die Realität der "Nachunternehmerhaftung", die eigentlich den Schutz der Boten garantieren sollte, erweist sich in der Praxis als stumpfes Schwert. Der Film macht deutlich, dass das Outsourcing an Subunternehmer vor allem dazu dient, die Verantwortung für illegale Lohnmodelle und mangelhaften Arbeitsschutz weit von sich zu schieben. "Pakete um jeden Preis?" ist somit mehr als nur eine Dokumentation über einen Postdienstleister - es ist eine eindringliche Warnung vor den Schattenseiten einer digitalen Bequemlichkeitsgesellschaft, die den wahren Preis für den schnellen Versand aus den Augen verloren hat.

Die gesamte Recherche zeigt RTL heute ab 20:15 Uhr. Bereits jetzt ist die Folge auf RTL+ abrufbar, ebenso eine neue Folge des "Team Wallraff"-Podcasts.


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