"Die Entführung" von Alex: Warum Wilsberg heute (06.05.2026) auf ZDFneo alles riskieren muss

© ZDF/Thomas Kost
Spannung und westfälischer Humor geben sich die Klinke in die Hand, wenn ZDFneo heute (06.05.2026) um 20:15 Uhr den Münsterkrimi "Die Entführung" aus der Reihe "Wilsberg" wiederholt. In diesem Wilsberg-Krimi gerät das gewohnte Gefüge des Ermittlerteams ordentlich ins Wanken, denn ausgerechnet die junge Anwältin Alex (Ina Paule Klink) verschwindet nach einem tödlichen Zwischenfall spurlos. Kurz zuvor wurde einer ihrer Mandanten ermordet aufgefunden, was für den übereifrigen Polizisten Overbeck (Roland Jankowsky) Grund genug ist, die Juristin zur Hauptverdächtigen zu erklären. Während die offizielle Seite also Jagd auf die vermeintliche Mörderin macht, setzen Georg Wilsberg (Leonard Lansink) und sein treuer Kumpel Ekki Talkötter (Oliver Korittke) alles daran, die Unschuld ihrer Freundin zu beweisen. Sie sind fest davon überzeugt, dass Alex das Opfer einer Entführung wurde, und folgen einer höchst bizarren Spur, die mit einer hölzernen Indianerfigur ihren Anfang nimmt.
Ein Labyrinth aus Leichen und falschen Fährten
Die Ermittlungen gestalten sich als ein klassisches Verwirrspiel, bei dem Münster als urbane Bühne für ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel dient. Kaum haben Wilsberg und Ekki die Fährte aufgenommen, stolpert der ohnehin schon gestresste Finanzbeamte Ekki über das nächste Opfer, das direkt vor seinen Augen aus einem Fenster in den Tod stürzt. In der Wohnung des Toten taucht ein Schuh von Alex auf, was Overbecks Theorie befeuert und Kommissarin Springer (Rita Russek) vor ein moralisches Dilemma stellt. Die Episode nutzt das Motiv der Entführung dabei geschickt als Katalysator, um die Konflikte innerhalb der Gruppe auf die Spitze zu treiben. Besonders Ekki schwankt spürbar zwischen seinem Pflichtgefühl als Staatsdiener und der unbedingten Loyalität zu seinen Freunden, was seiner Figur in dieser Folge eine beachtliche Tiefe verleiht.
Overbecks Dienstwagen-Desaster
Für die komischen Höhepunkte sorgt wie gewohnt Overbeck, dessen Übereifer ihn diesmal in eine besonders brennbare Situation manövriert. Um beim Maskenball der Polizei Eindruck zu schinden, hat er sich die protzige Dienstlimousine eines LKA-Beamten ungefragt angeeignet. Das Pech schlägt gnadenlos zu, als ausgerechnet dieser Wagen gestohlen wird - und zwar vom tatsächlichen Entführer von Alex. Während Overbeck nun verzweifelt versucht, den Diebstahl zu vertuschen und das Auto wiederzufinden, ahnt er nicht, wie nah er der Lösung des Falls eigentlich ist. Alex befindet sich nämlich gefesselt im Kofferraum genau dieser Limousine, die in einer verlassenen Garage abgestellt wurde. Diese erzählerische Klammer macht den Wilsberg-Krimi "Die Entführung" zu einem der temporeichsten Teile der Reihe, da alle Beteiligten dasselbe Ziel verfolgen, sich dabei aber ständig gegenseitig im Weg stehen.
Loyalität unter Extrembedingungen
Was diesen Wilsberg-Krimi so besonders macht, ist die Tatsache, dass das persönliche Schicksal einer Hauptfigur den klassischen Kriminalplot in den Hintergrund rückt. Es geht nicht nur darum, wer den Mandanten getötet hat, sondern vor allem darum, wie weit Wilsberg und seine Mitstreiter gehen, um eines ihrer Mitglieder zu retten. Die falschen Fährten sind hier besonders tückisch platziert, da Figuren wie Peter Krupp (Michael Rotschopf) oder Horst Fahrenbrink (Arved Birnbaum) ihre ganz eigenen Interessen verfolgen, die sie immer wieder verdächtig erscheinen lassen. Am Ende bleibt ein packender Münsterkrimi, der zeigt, dass wahre Freundschaft selbst die absurdesten Missverständnisse und die starrsinnigsten Polizisten überstehen kann.
Der Münsterkrimi "Wilsberg - Die Entführung" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar (verfügbar bis zum 06.05.2027).








