Thriller "Im Netz der Gier": Gefährliche Loyalität im politischen Sumpf - heute (06.06.2026) in der ARD

© ARD Degeto/Christoph Assmann
Ein scheinbar harmloser Gefallen unter Kollegen entwickelt sich für die Angestellte einer Politikerin innerhalb kürzester Zeit zu einem existenzbedrohenden Albtraum. Die ARD präsentiert heute (06.06.2026) um 20:15 Uhr mit der Ausstrahlung von "Im Netz der Gier" ein dichtes Vergangenheits- und Gegenwartsdrama, das die Zuschauer von der Berliner Politbühne bis an die windgepeitschte Ostseeküste führt. Im Zentrum des Geschehens steht Anna Grawe (Tanja Wedhorn), die als umsichtige und absolut loyale Büroleiterin für die Bundestagsabgeordnete Bea Kober (Rosa Enskat) arbeitet. Annas ungeschriebenes Jobprofil lautet eigentlich, unangenehme Fragen im Alltag einfach zu vermeiden. Als ihre Chefin sie jedoch in einer Panikreaktion darum bittet, einen mysteriösen Umschlag hastig vor der anrückenden Staatsanwaltschaft zu verstecken, sagt Anna instinktiv zu. Damit unterschreibt sie unbewusst ihr eigenes Urteil und schlittert direkt in einen gigantischen Korruptionsskandal hinein.
Erpressung und der verhängnisvolle Fehltritt einer Studentin
Die ohnehin schon brenzlige Lage im Berliner Regierungsviertel spitzt sich privat dramatisch zu, als die saubere politische Fassade vollends Risse bekommt. Anna ahnt zu diesem Zeitpunkt nicht, dass die Vorwürfe gegen ihre Chefin einen realen, hochgefährlichen Hintergrund haben. Es geht um den skrupellosen russisch-kasachischen Oligarchen Parygin (Eugen Knecht), der in Kobers strukturschwachem Wahlkreis ein millionenschweres Jachthafenprojekt durchdrücken will. Das eigentliche Desaster wartet jedoch in Annas eigener Familie: Ihre Tochter Larissa (Paula Hartmann), die eigentlich in London studiert, hatte ein heimliches Verhältnis mit dem verheirateten Geschäftsmann. Aus verletztem Stolz oder finanzieller Gier heraus erpresst die Studentin den mächtigen Mann nun mit einem intimen Video. Damit bringt sie nicht nur die Karriere ihrer Mutter, sondern vor allem ihr eigenes Leben in akute Gefahr, da der Oligarch vor radikalen Mitteln nicht zurückschreckt.
Keine Zuflucht an der windgepeitschten Küste
Regisseurin Franziska Schlotterer inszeniert die Geschichte nach dem Drehbuch von Michael Vershinin als eine unaufhaltsame Abwärtsspirale, die den Figuren jegliche Kontrolle entzieht. Um dem Druck in der Hauptstadt zu entkommen und die Wogen irgendwie zu glätten, flüchtet Anna mit ihrer Tochter an die Küste von Mecklenburg-Vorpommern zu ihrer Mutter Magda (Jutta Wachowiak). Doch die vermeintliche Idylle im Heimatort trügt, denn die Bedrohung reist im Auto einfach mit und lässt den Frauen keine Atempause. Neben der hartnäckigen Oberstaatsanwältin Limmer (Clelia Sarto), die der Spur des versteckten Umschlags folgt, hat längst auch der gedemütigte Oligarch seine gefährlichen Handlanger an die Ostseeküste geschickt, um das kompromittierende Material mit aller Gewalt zurückzuholen.
Ein dichts Drama über die Grenzen des Vertrauens
Der Thriller "Im Netz der Gier" verzichtet erfreulicherweise auf übertriebene Action-Klischees und konzentriert sich stattdessen ganz auf das psychologische Kammerspiel zwischen den Generationen. Die Inszenierung nutzt Berlin und die Küste Mecklenburg-Vorpommerns als kontrastierende Räume zwischen politischer Bühne und privater Verletzlichkeit, während die Handlung immer neue Ebenen aufmacht. Am Ende entsteht ein Thriller, der seine Spannung aus der Eskalation persönlicher Entscheidungen zieht und zugleich zeigt, wie schnell Loyalität, Karriere und Familie unter dem Druck politischer Interessen zerbrechen können. Es entsteht ein packender Fernsehabend über die Fragilität von Vertrauen und die bittere Erkenntnis, wie schnell falsche Loyalitäten eine ganze Existenz vernichten können.
Der Thriller "Im Netz der Gier" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar (verfügbar bis zum 06.06.2027).








