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Tödliche Algorithmen: Warum der Cyber-Thriller "Zero" zum Nachdenken anregt - heute (27.05.2026) in der ARD

Mittwoch, 27.05.2026 14:05 Uhr | Tags: ard, Thriller, Heike Makatsch

Die Gefahren der totalen digitalen Überwachung stehen im Mittelpunkt eines düsteren Zukunftsszenarios, das heute (27.05.2027) um 20:15 Uhr in der ARD auf den Bildschirm zurückkehrt. Mit der Wiederholung des Science-Fiction-Thrillers "Zero", basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Marc Elsberg, entführt der Sender die Zuschauer in ein beunruhigendes Berlin der nahen Zukunft. Im Zentrum der Handlung steht die investigative Online-Journalistin Cynthia Bonsant (Heike Makatsch), eine alleinerziehende Witwe, die von ihrem Chef Tony Brenner (Axel Stein) auf die anonyme Netzaktivistengruppe "Zero" angesetzt wird. Diese Aktivisten haben gerade mit einer illegalen Kameradrohne ein geheimes Treffen zwischen der Regierung und dem marktbeherrschenden Internetkonzern "Freemee" gefilmt. Während der Verfassungsschutz die Gruppe als terroristische Organisation jagt, wollen die Aktivisten um Kopf "Zero" (Pit Bukowski) die breite Öffentlichkeit wachrütteln und anprangern, wie sehr die Menschen bereits durch Datensammler manipuliert werden.

Gefährliche Punktejagd und ein tödliches Headset-Spiel

Wie tiefgreifend die Kontrolle über die Gesellschaft bereits ist, zeigt sich an der allgegenwärtigen "Act App" des Tech-Konzerns, die fast alle Jugendlichen nutzen. Für ihre Recherchen erhält Cynthia ein hochmodernes, über Hirnwellen gesteuertes Headset, das detaillierte Echtzeit-Informationen über fokussierte Passanten liefert. Ihre siebzehnjährige Tochter Viola Bonsant (Luise Emilie Tschersich) stiehlt das Gerät für ein scheinbar harmloses Ratespiel mit ihren Freunden Eddie (Adrian Grünewald) und Mesut (Doguhan Kabadayi). Der Spaß mutiert jedoch zum blutigen Ernst, als die Teenager zufällig die Spur eines Schwerverbrechers verfolgen und einer von Violas Mitschülern eiskalt erschossen wird. Das persönliche Trauma reißt bei Mutter und Tochter alte Wunden um den verstorbenen Ehemann und Vater Philipp Bonsant (Fabian Joest Passamonte) auf. Dennoch lässt sich Cynthia nicht einschüchtern, stellt eine gewagte Hypothese über die Verstrickungen der Politik online und gerät dadurch direkt in das Visier des aalglatten "Freemee"-Vorstandsmitglieds Carl Montik (Sabin Tambrea).

Die mörderische Wahrheit hinter der neuen App-Version

Montik beteuert zwar im persönlichen Gespräch, dass seine App die Menschheit durch Optimierung nur glücklicher machen wolle, doch ein heimliches Treffen mit einem Informanten öffnet der Journalistin endgültig die Augen. Cynthia erfährt, dass die neue App-Version 7.0 die Nutzer durch die Jagd nach "Smartpunkten" systematisch zu riskanten Aktionen drängt, was bereits eine Welle von Selbstmorden und Unfällen astrophysikalisch ausgelöst hat. Auch der Tod von Violas Mitschüler geht auf das Konto der neuen Software, die eine Warnung im entscheidenden Moment bewusst unterdrückte. Als das Treffen von einem brutalen SEK-Einsatz gesprengt wird, ahnt Cynthia die Tragweite der Verschwörung. Sie stürmt schließlich die glamouröse Livepräsentation des Konzerns und stellt den Tech-Guru vor laufenden Kameras zur Rede. In die Enge getrieben, legt Montik ein erschütterndes Geständnis ab: Längst hat kein Mensch mehr die Kontrolle über das System, da sich die künstliche Intelligenz der App mittlerweile vollständig selbst kontrolliert.

Ein wichtiges Zukunftsthema ohne den nötigen Tiefgang

Die Romanverfilmung greift zweifellos die brennendsten Fragen unserer modernen, datengetriebenen Gegenwart auf und beleuchtet die erschreckenden Facetten von digitaler Abhängigkeit und algorithmischer Manipulation. Trotz dieser hochbrisanten Prämisse und einer engagierten schauspielerischen Leistung schafft es der Thriller insgesamt leider nicht, das volle Potenzial der starken Vorlage auszuschöpfen. Die vielschichtigen moralischen und gesellschaftlichen Probleme werden im Laufe der Handlung zugunsten einer recht konventionellen Kriminalgeschichte mit dramatischen Verfolgungsjagden und familiären Nebensträngen in den Hintergrund gedrängt. Statt einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit der Macht von Big Data liefert der Film am Ende eher oberflächliche Thriller-Kost, die zwar solide unterhält, aber kaum nachhaltige Denkanstöße liefert. Für einen spannenden Fernsehabend reicht das cybernetische Verwirrspiel aber allemal.

Der Science-Fiction-Thriller "Zero" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar (verfügbar bis zum 27.05.2027).


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