Blackout-Szenario im Alten Land: Felicitas Woll kämpft in "Licht aus!" gegen das Chaos - heute (10.05.2026) im ZDF

© ZDF/Georges Pauly
Das sonnige Idyll zwischen Obstbäumen und Deichen weicht heute (10.05.2026) um 20:15 Uhr einer beklemmenden Dunkelheit, wenn das ZDF mit der Folge "Licht aus!" ein packendes Staffelfinale der Reihe "Neuer Wind im Alten Land" präsentiert. Dieser Herzkino-Film wagt ein Experiment, das die sonst so beschauliche Welt der Journalistin Beke Rieper (Felicitas Woll) in ihren Grundfesten erschüttert: Ein flächendeckendes Blackout-Szenario legt die gesamte Region lahm. Während die Lichter in den Fachwerkhäusern erlöschen und die Wasserpumpen verstummen, zeigt "Licht aus!" ungeschminkt, wie dünn die Firnis der Zivilisation unter Druck tatsächlich ist. Aus der gewohnten Herzlichkeit im Alten Land wird binnen kürzester Zeit ein Kampf um Ressourcen, der die Bewohner vor moralische Zerreißproben stellt.
Wenn Nachbarn zu Fremden werden
Die dramatischen Auswirkungen, die das Blackout-Szenario auf die Gemeinschaft hat, verwandeln den Rieper-Hof zum Schauplatz einer sozialen Miniaturstudie. Renate Rieper (Hildegard Schroedter) und Gerd Rieper (Volker Meyer-Dabisch) müssen fassungslos mitansehen, wie ihre eigentlich geschätzten Nachbarn plötzlich zu Plünderern werden. In den örtlichen Supermärkten herrscht nacktes Chaos; Hamsterkäufe und Diebstähle gehören zur Tagesordnung, da die Angst vor dem Mangel jegliche Solidarität verdrängt. Selbst die gut gemeinten Hilfsangebote von Heide Schulze (Anne Roemeth), die in Jork ein Notquartier einrichtet, verhallen zunächst ungehört im Getümmel des Egoismus. Dieser Herzkino-Beitrag nutzt die Energiekrise geschickt, um den Zuschauern einen Spiegel vorzuhalten und die Zerbrechlichkeit moderner Abhängigkeiten zu thematisieren.
Eine lebensgefährliche Botschaft im Dunkeln
Inmitten dieser Ausnahmesituation gerät Beke Rieper in eine Situation, die weit über ihre üblichen Recherchen hinausgeht. Während eines Termins beim Energieversorger Hanse-Strom trifft sie auf den Auszubildenden Jona Feldhorn (Alessandro Schuster), der sich als radikaler Umweltaktivist entpuppt. Jona betrachtet das Blackout-Szenario als notwendige, heilsame Lektion für eine verschwenderische Gesellschaft und instrumentalisiert die Krise für seine Zwecke. Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als Beke den jungen Mann stellt und daraufhin zur Geisel wird - eine für das Herzkino ungewöhnlich harte Wendung. Unterdessen versuchen Paul Harms (Steve Windolf) und David Hofstetter (Martin Bretschneider) verzweifelt, Bekes Spur im dunklen Alten Land aufzunehmen, während die journalistische Neugier der Gefangenen sie dazu treibt, hinter die Motive ihres Entführers zu blicken.
Medienarbeit im Ausnahmezustand
Dass die Informationspflicht auch ohne Stromnetz nicht endet, beweist die Redaktion der Altländer Zeitung unter widrigsten Umständen. Norbert Heuer (Christoph Glaubacker) fackelt nicht lange und errichtet kurzerhand einen Piratensender, um die verunsicherte Bevölkerung mit Nachrichten zu versorgen. Über dieses improvisierte Medium berichtet Beke quasi live aus ihrer brenzligen Lage und verleiht Jonas Forderungen eine Stimme, während sie gleichzeitig versucht, ihn zum Aufgeben zu bewegen. "Licht aus!" markiert als Schlussstein der dritten Staffel von "Neuer Wind im Alten Land" einen Höhepunkt der Reihe, der nach Themen wie Naturschutz oder dörflichem Traditionserhalt nun die existenzielle Frage nach menschlicher Integrität in Krisenzeiten stellt. Wenn schließlich die letzten Worte über den Äther gehen, bleibt die Erkenntnis, dass die größte Dunkelheit oft nicht durch fehlenden Strom, sondern durch mangelndes Mitgefühl entsteht.
Der Herzkino-Film "Licht aus!" aus der Reihe "Neuer Wind im Alten Land" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar (verfügbar bis zum 02.04.2027).








