Leipzig-Tatort "Waidmanns Heil": Rache auf dem Hochsitz und ein mörderisches Erbe - heute (04.05.2026) im MDR

© MDR/Hardy Spitz
In Leipzigs Wäldern wird die Jagd zum blutigen Ernst, wenn der MDR heute um 20:15 Uhr den Leipzig-Tatort "Waidmanns Heil" wiederholt. In diesem Tatort führt der Weg der Kommissare Bruno Ehrlicher (Peter Sodann) und Kain (Bernd Michael Lade) weg vom städtischen Asphalt direkt in ein archaisches Milieu, das von eigenen Gesetzen und einem eisigen Schweigekodex beherrscht wird. Alles beginnt bei einer herbstlichen Entenjagd, die für den Immobilieninvestor Lothar Sofsky tödlich endet. Eine Ladung Schrot trifft ihn aus nächster Nähe, doch die Ermittlungen gestalten sich von Anfang an schwierig, da Schrotkugeln keine Rückschlüsse auf eine spezifische Tatwaffe zulassen. Dass in diesem Leipzig-Tatort kein tragischer Jagdunfall vorliegt, wird spätestens klar, als die Ermittler entdecken, dass dem Opfer nachträglich die leuchtende Warnweste ausgezogen wurde - ein gezielter Versuch, den Vorsatz der Tat zu verschleiern.
Ein Dickicht aus Neid und alten Rechnungen
Ehrlicher und Kain graben sich tief in das Geflecht aus Abhängigkeiten auf dem Reiterhof der Familie Dietz ein. Die Witwe des Opfers, Birgit Sofsky (Kirsten Block), lenkt den Verdacht sofort auf den Jagdpächter Gernot Dietz (Christian Redl), an dessen Hof ihr Mann finanziell beteiligt war. Es geht um geplatzte Investitionen und Machtansprüche in der kommenden Pachtsaison. Doch auch die Witwe selbst hatte Grund zum Groll, pflegte ihr Gatte doch ein auffällig enges Verhältnis zur jungen Kellnerin Simone Körner (Isabella Jantz). Dieser Leipzig-Tatort nutzt das Jagdsetting nicht nur als dekorative Kulisse, sondern als psychologisches Kammerspiel unter freiem Himmel. Die Waldwege werden zur moralischen Grauzone, in der Lichtkegel und Jagdsignale eine Atmosphäre permanenter Bedrohung erzeugen und den Zuschauer in die gleiche Isolation drängen, die auch die Verdächtigen umgibt.
Tragische Verwechslungen auf dem Hochsitz
Die Lage eskaliert völlig, als nur wenige Tage später Michael (Jacob Matschenz), der Stiefsohn von Gernot Dietz, nachts auf einem Hochsitz erschossen wird. Der Schütze feuerte aus einer Distanz von 250 Metern - eine Präzisionsleistung, die jedoch ein falsches Opfer forderte. Wie sich herausstellt, galt die Kugel eigentlich Gernot Dietz, der Michael als heimlicher Geliebter von Simone Körner nur zufällig auf dem Posten abgelöst hatte. In diesem Leipzig-Tatort wird deutlich, dass die Jagd hier als Synonym für ein lebenslanges Rachespiel dient. Hinter den Kulissen tobt ein mörderischer Bruderzwist zwischen Gernot und Karsten Dietz (Thomas Sarbacher), der bereits vor zehn Jahren seinen Anfang nahm, als der Ältere dem Jüngeren nicht nur das Erbe, sondern auch die Liebe seines Lebens, Maria, streitig machte.
Showdown im Unterholz
Was diesen Leipzig-Tatort so packend macht, ist die Erkenntnis, dass hier ein Jäger zum Gejagten wird, ohne es zunächst zu ahnen. Während Karsten Dietz seinen finalen Feldzug vorbereitet, um die offene Rechnung mit seinem Bruder endgültig zu begleichen, müssen Ehrlicher und Kain gegen die Zeit und die gruppendynamische Mauer des Schweigens ankämpfen. Dieser Leipzig-Tatort besticht durch seine psychologische Dichte und zeigt die Ermittler in einem Umfeld, in dem Traditionen oft schwerer wiegen als das Gesetz. Die Inszenierung verzichtet auf moderne Spielereien und setzt stattdessen auf das bedrückende Gefühl, dass im Wald hinter jedem Baum ein Beobachter lauern könnte. Am Ende bleibt ein bitterer Blick auf eine zerrüttete Familie, in der der Jagdgruß zur zynischen Ankündigung des nächsten Mordversuchs verkommt.








