"Donna Leon" im Doppelpack: "Endlich mein" und "Auf Treu und Glauben" mit Uwe Kockisch heute (17.06.2026) in der ARD

© ARD Degeto Film/Nicolas Maack
Ein hochemotionaler Fernsehabend steht an: Die ARD zeigt heute (17.06.2026) im Abendprogramm ein ganz besonderes Krimi-Doppelpack. Wiederholt werden zwei der packendsten Fälle der Reihe "Donna Leon", die untrennbar mit dem Namen Uwe Kockisch verbunden ist. Der Ausnahmeschauspieler, der die Rolle des bedächtigen Commissario Guido Brunetti ab der fünften Episode übernahm und sie in insgesamt 22 Verfilmungen maßgeblich prägte, verstarb am 22. Dezember 2025. Die heutige Ausstrahlung ist somit nicht nur erstklassige Krimi-Unterhaltung, sondern auch ein tiefes filmisches Vermächtnis. Ab 20:15 Uhr können die Zuschauer den charismatischen Ermittler noch einmal in Höchstform erleben, wenn er sich durch das Labyrinth aus venezianischen Gassen, korrupten Staatsorganen und menschlichen Abgründen bewegt.
Gier hinter den Kulissen der Oper: "Donna Leon - Endlich mein" heute um 20:15 Uhr
Der Abend startet mit einem spektakulären Fall aus der Welt der Hochkultur. Im Mittelpunkt steht das langersehnte Bühnen-Comeback der gefeierten Operndiva Flavia Petrelli (Leslie Malton), die in Venedig als Hauptrolle in Puccinis "Tosca" glänzen soll. Doch die glanzvolle Fassade bröckelt schon vor der Premiere gewaltig: Aggressive Gewerkschaftsstreiks rund um den Aktivisten Andrea Santello (Edin Hasanovic) drohen das Opernhaus lahmzulegen. Als ein Boot in Flammen aufgeht und kurz darauf Santellos Schwester Francesca (Cornelia Gröschel), die als Kostümassistentin für die Diva arbeitete, ermordet wird, eskaliert die Situation.
Während Vice-Questore Patta (Michael Degen) den flüchtigen Gewerkschaftler sofort als Täter brandmarken will, um die Premiere zu retten, wählt Brunetti einen anderen Ansatz. Gemeinsam mit Sergente Vianello (Karl Fischer) deckt er die Spur einer krankhaften Stalkerin auf, die von einer ganz eigenen, tödlichen Inszenierung auf der Bühne träumt. Regisseur Sigi Rothemund nutzt die dramatische Theaterkulisse für einen psychologisch dichten Thriller.
Ein Sumpf aus Erpressung und Justizskandalen: "Donna Leon - Auf Treu und Glauben" heute um 21:45 Uhr
Direkt im Anschluss wartet ein klassischer Whodunit-Krimi, der die bürgerliche Doppelmoral Venedigs radikal seziert. Commissario Brunetti muss dafür sogar seinen gerade erst begonnenen Familienurlaub in den kühlen Alpen abbrechen. Der Grund: Araldo Fontana (Harry Blank), ein einflussreicher Gerichtsdiener, wurde erschlagen. Die Ermittlungen gestalten sich im konservativen Umfeld als hochgradig sensibel, da das Opfer homosexuell war und ein geheimes Doppelleben führte.
Als der erste Verdächtige, der unglücklich verliebte Rechtsanwalt Renato Penzo (Stephan Grossmann), dem Commissario geheime Dokumente zuspielt, wendet sich das Blatt komplett. Fontana besaß Beweise für einen massiven Korruptionsskandal, in den die ehrenwerte Richterin Coltellini (Katja Weitzenböck) und der windige Geschäftsmann Marco Puntera (Hans-Uwe Bauer) verstrickt sind. Brunetti gerät bei seiner Spurensuche in ein dichtes Netz aus Geldwäsche und Erpressung, das bis in die höchsten Kreise der feinen Gesellschaft reicht.
Filmische Würdigung eines großen Charakterdarstellers
Die heutige Ausstrahlung der beiden Donna-Leon-Verfilmungen besitzt durch den Tod von Uwe Kockisch eine tiefere emotionale Ebene. Die Filme verdeutlichen noch einmal die darstellerische Präzision, mit der Kockisch den Ermittler anlegte: Brunetti war bei ihm nie ein lauter Actionheld, sondern ein melancholischer Philosoph im Trenchcoat, der die Ungerechtigkeit der Welt mit einer Tasse Espresso und stillem Zorn ertrug. Das perfekt eingespielte Ensemble - angeführt von Annett Renneberg als Signorina Elettra und dem ebenfalls bereits verstorbenen Michael Degen als herrischer Patta - liefert das Fundament für zwei zeitlose Kriminalgeschichten. Für das Publikum bietet dieser Abend die Gelegenheit, Abschied von einem der prägendsten Gesichter des deutschen Fernsehkrimis zu nehmen.








