Düstere Geheimnisse und Geisterglaube im Krimi "Steirerrausch" - heute (19.01.2026) in der ARD

© ARD Degeto Film/ORF/Allegro Film/Stefan Haring
Düstere Schatten legen sich über die steirische Idylle, wenn der Halloween-Abend in einer blutigen Tragödie endet. Heute (19.01.2026) um 20:15 Uhr zeigt die ARD mit "Steirerrausch" noch einmal einen Fall, der das LKA Graz an die Grenzen des rational Erklärbaren führt. Inmitten von Kürbisfratzen und rituellen Beschwörungen muss sich Kommissar Sascha Bergmann (Hary Prinz) nicht nur mit dem Tod einer Winzerin befassen, sondern auch mit einer neuen Dynamik in seinem Team. Zum ersten Mal steht ihm Anni Sulmtaler (Anna Unterberger) als Kollegin zur Seite, die sich ohne lange Eingewöhnungsphase in einem Geflecht aus Geisterglauben und handfesten kriminellen Energien beweisen muss.
Ein Medium zwischen den Welten
Das absolute Highlight dieser Produktion ist die Besetzung der Gastrollen, allen voran Adele Neuhauser, die das Publikum sonst als Wiener Ermittlerin Bibi Fellner kennt. Hier schlüpft sie in die Rolle der Vera, ein Medium, das während einer spirituellen Sitzung miterleben muss, wie ihre Klientin Sabine Fuchs (Kristina Bangert) durch ein Fenster erschossen wird. Neuhauser spielt diese Frau mit einer faszinierenden Mischung aus esoterischer Entrücktheit und sehr menschlichen, fast schon tragischen Alltagssorgen. Während ihr Kontrollgeist Kornelius angeblich alles sieht, entzieht er sich den irdischen Fragen von Bergmann und Sulmtaler konsequent, was die Ermittlungen massiv erschwert. Dass Vera selbst in Ohnmacht fällt und ihr Lebensgefährte Richie (Dominik Maringer) im Nebenraum war, macht die Rekonstruktion des Tathergangs zu einem bürokratischen und psychologischen Albtraum.
Exorzismus und familiäre Abgründe
Die Ermittler graben tief im Umfeld der Toten und stoßen dabei auf Pepi Fuchs (Christoph Krutzler), den Ehemann der Winzerin, der als erfahrener Schütze und Besitzer eines verschwundenen Jagdgewehrs das perfekte Motiv zu haben scheint. Doch die Bedrohung lauert vielleicht an einer ganz anderen Ecke: Eisi Gulp, der in den Eberhofer-Krimis meist für die humorvollen Momente zuständig ist, zeigt hier als Dr. Stelzhammer eine beunruhigend düstere Seite. Er verkörpert einen fanatischen Exorzisten, der Vera stalkt und fest davon überzeugt ist, ihr die vermeintlich dunklen Kräfte gewaltsam austreiben zu müssen. Dieser religiöse Wahnsinn bringt eine bedrückende Spannung in den Film, die weit über einen gewöhnlichen Landkrimi hinausgeht.
Nervenkitzel bis zum bitteren Ende
Während die Schülerin Resi Fuchs (Alice Prosser) im Hintergrund ihre eigenen okkulten Experimente treibt, zieht sich die Schlinge um das Medium immer weiter zu. Die Warnungen des Geistes Kornelius vor einer immanenten Gefahr scheinen sich schrecklich zu bewahrheiten. Bergmann und Sulmtaler müssen erkennen, dass sie es mit einem Täter zu tun haben, der seine ganz eigenen Regeln jenseits der Logik verfolgt. "Steirerrausch" nutzt die Halloween-Atmosphäre für ein Spiel mit den Urängsten der Zuschauer und liefert trotz einiger mechanischer Wendungen ein fesselndes Duell zwischen Aberglauben und kriminalistischer Akribie. Wenn das Grazer Duo schließlich die Puzzleteile zusammensetzt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem jede Sekunde über Leben und Tod entscheidet.








