Der Marionetten-Mörder schlägt zu: Salzburg-Krimi "Am seidenen Faden" heute (05.03.2026) in der ARD

© ARD Degeto Film/Mona Film/Tivoli Film/Hubert Mican
Die ARD entführt das Fernsehpublikum heute (05.03.2026) um 20:15 Uhr mit dem DonnerstagsKrimi in die dunklen Gassen Salzburgs, wo der Kriminalpsychologe Thomas Meiberger vor seinem bisher persönlichsten und gefährlichsten Fall steht. In "Am seidenen Faden", dem zweiten Teil der "Salzburg-Krimi"-Reihe, wird die kühle Pracht der Mozartstadt zum Schauplatz einer makabren Inszenierung, die selbst dem erfahrenen Analytiker das Blut in den Adern gefrieren lässt. Fritz Karl verkörpert den brillanten Forensiker, der inzwischen als Lehrbeauftragter an der Universität arbeitet, mit einer faszinierenden Mischung aus Arroganz und Verletzlichkeit. Was als fachliche Beratung für die Kripo beginnt, entwickelt sich rasant zu einem psychologischen Kammerspiel, bei dem der Jäger unversehens selbst zum Gejagten wird. Meiberger muss erkennen, dass sein Intellekt diesmal nicht ausreicht, um die Kontrolle zu behalten, während ein Unbekannter die Fäden zieht.
Marionetten als Spiegel der Seele
Hauptkommissarin Anna Grünwald (Lisa Schützenberger) und ihr Kollege Kevin Ganslinger (Franz Josef Danner) stehen vor einem Rätsel, das in die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche führt. Ein unbekannter Täter entführt Menschen und hinterlässt an den Tatorten detailgetreue Marionetten seiner Opfer - ein visuell beeindruckendes und zugleich verstörendes Motiv, das diesen Krimi unverwechselbar macht. Die Ermittler suchen händeringend nach einem Muster und finden eine erschreckende Gemeinsamkeit: Alle Entführten sind Psychologen. Während Grünwald mit klassischer Polizeiarbeit versucht, den Entführer zu fassen, erkennt Meiberger in der Figur des Juri Mainländer (Jan Georg Schütte) einen Mann, der durch ein altes Trauma völlig aus der Bahn geworfen wurde. Er nutzt die Opfer für eine grausame Inszenierung, um auf sein eigenes, nie geheiltes Leid aufmerksam zu machen.
Zwischen Hörsaal und Abgrund
Neben der düsteren Krimihandlung beleuchtet der Film auch das private Umfeld des Psychologen, der sich an der Universität nicht nur Freunde macht. Während er seine Studenten mit spektakulären Methoden beeindruckt, stößt er bei der Dekanin Andrea Breuer (Anna Loos) auf Granit, und auch das Verhältnis zu seinem Sohn Patrick (Lino Gaier) bleibt spannungsgeladen. Diese persönlichen Nebenstränge geben der Figur Meiberger eine zusätzliche Erdung und machen seine spätere Ohnmacht gegenüber dem Entführer umso greifbarer. Die Inszenierung verzichtet dabei bewusst auf schnelle Schnitte oder billige Effekte und setzt stattdessen auf eine dichte, fast schon klaustrophobische Atmosphäre, die den Zuschauer spüren lässt, wie sich die Schlinge um den Protagonisten immer weiter zuzieht.
Ein Krimi der leisen, aber harten Töne
Der Salzburg-Krimi "Am seidenen Faden" überzeugt als psychologisch fundiertes Drama, das die Grenzen zwischen beruflicher Distanz und persönlicher Schuld verschwimmen lässt. Die kühle Bildsprache fängt die winterliche Stimmung Salzburgs perfekt ein und unterstreicht den Ernst der Lage, in der jede falsche Entscheidung über Leben und Tod entscheidet. Es ist kein klassischer Whodunnit zum Mitraten, sondern eine Studie über Verlust und die fatalen Folgen von Traumata, die niemals geheilt wurden. Wer einen Krimi schätzt, der seine Spannung aus der inneren Zerrissenheit seiner Helden bezieht und dabei eine klare ästhetische Linie verfolgt, sollte sich diesen packenden Fall heute Abend auf keinen Fall entgehen lassen.
Der Salzburg-Krimi "Am seidenen Faden" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.








