Kein Frieden am Tristacher See: Erster Osttirol-Landkrimi "Schnee von gestern" heute (04.03.2026) im ZDF

© ZDF/ORF/DOR Film
Das ZDF entführt sein Publikum heute (04.03.2026) um 20:15 Uhr in die karge und unerbittliche Bergwelt Osttirols, wenn mit "Schnee von gestern" der erste Landkrimi aus dieser Region Premiere feiert. Fernab von jeder Postkartenidylle entfaltet sich ein düsteres Drama, das weitaus mehr Mystery-Elemente und psychologische Tiefe besitzt als viele seiner humorvolleren Vorgänger in der Reihe. Alles nimmt seinen Anfang am Tristacher See, wo die Leiche des Umweltlandesrats Konrad Kofler aus dem Wasser gezogen wird. Was zunächst wie ein tragischer Unfall unter Alkoholeinfluss aussieht, entpuppt sich für das neue Ermittlerduo Martin Steiner (Simon Morzé) und Melanie Grandits (Marlene Hauser) schnell als eiskalter Mord. Die Obduktion fördert nämlich zutage, dass das Wasser in Koflers Lunge gar nicht aus dem See stammt, in dem er gefunden wurde, sondern aus einem weit entfernten Speicherbecken in Inner Ainöd.
Wirtschaftliche Not und tödliche Allianzen
In dem abgelegenen Ort Inner Ainöd herrscht eine Atmosphäre des Misstrauens und der Verzweiflung, die Steiner und Grandits von der ersten Minute an entgegenschlägt. Das Dorf kämpft um sein nacktes Überleben: Arbeitsplätze sind verloren gegangen, die Abwanderung droht, und die letzte Hoffnung ruht auf einer neuen Beschneiungsanlage für den Tourismus. Der ermordete Landesrat war jedoch der entscheidende Stolperstein für dieses Projekt, da er die Genehmigung verweigerte. Schnell rückt die Dorfgemeinschaft ins Visier, die in der "Snowland Resort GmbH" organisiert ist und hoch verschuldet auf das rettende Projekt wartet. Hier geht es nicht um klassische Gier, sondern um die nackte Existenzangst eines ganzen Tales, die bereit ist, für den Fortschritt über Leichen zu gehen.
Ein Ermittler im Fadenkreuz der Gemeinschaft
Besonders für Martin Steiner wird der Einsatz in der rauen Provinz zur persönlichen Belastungsprobe, da er mit der verschlossenen Art der Einheimischen kollidiert. Die Dynamik im Dorf ist vergiftet von alten Rechnungen und einer tiefen Ablehnung gegenüber den Eindringlingen von der Polizei. Als der ständig betrunkene Trafikant Egbert Kollreider (Gerhard Liebmann) nach einem Streit mit Steiner erfroren aufgefunden wird, eskaliert die Situation: Die Dorfbewohner rotten sich gegen den Ermittler zusammen, sperren ihn in die Kälte aus und schrecken selbst vor körperlicher Gewalt beim Begräbnis nicht zurück. Inmitten dieser Feindseligkeit erfährt Steiner ausgerechnet von Gerry Fiala (Igor Karbus) Hilfe, einem ehemaligen Drogenhändler, den er selbst hinter Gitter gebracht hatte. Es ist diese verschrobene Moral der Charaktere, die dem Film seine besondere, fast schon unheimliche Note verleiht.
Die Geister der Vergangenheit und ein tragisches Ende
Hinter der Fassade des Landkrimis "Schnee von gestern" lauern die Schatten eines Jahre zurückliegenden Unglücks, das das Dorf bis heute spaltet. Moidl Schirnhofer, die Tante des Bürgermeisters, hüllt sich seit dem Ertrinken ihrer Tochter Waltraud in eisiges Schweigen, während der Einsiedler Alfons Hochstoder (Wolfgang Lampl) seitdem als Sündenbock verbannt ist. Die Auflösung des Falles verwebt diese alten Wunden meisterhaft mit den aktuellen Ereignissen rund um den korrupten Bürgermeister Walter (Michael Rotschopf). Der Landkrimi "Schnee von gestern" verzichtet auf grelle Action und setzt stattdessen auf eine dichte Milieustudie und die bedrückende Stille der Osttiroler Landschaft. Es ist ein atmosphärisch dichter Landkrimi, der zeigt, dass der Schnee von gestern oft die gefährlichste Lawine der Gegenwart auslösen kann.
Der Landkrimi "Schnee von gestern" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.








