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Gen-Pfusch und familiäre Abgründe: Köln-Tatort "Auskreuzung" heute (27.01.2026) im WDR

Dienstag, 27.01.2026 13:28 Uhr | Tags: WDR, Krimi, Tatort, Dietmar Bär, Klaus J. Behrendt
Köln-Tatort "Auskreuzung": Alexander Geyda (Tom Schilling) ist ein führender Kopf der Anti-Gentechnik-Szene. (hinten v.l) Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt)
Köln-Tatort "Auskreuzung": Alexander Geyda (Tom Schilling) ist ein führender Kopf der Anti-Gentechnik-Szene. (hinten v.l) Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt)
© WDR/Willi Weber

Die Domstadt wird heute Abende (27.01.2026) zum Schauplatz einer wissenschaftlichen Intrige, wenn um 20:15 Uhr im WDR die Wiederholung des spannungsgeladenen Krimis "Auskreuzung" ausgestrahlt wird. Dieser Köln-Tatort entführt das Publikum in die sterile Welt der Gentechnik-Labore, in der nachts nicht nur an der Zukunft der Medizin gefeilt, sondern auch mit harten Bandagen gekämpft wird. Alles beginnt mit einem scheinbaren Unfall: Die junge Labortechnikerin Deichmann stirbt qualvoll an einer Kohlendioxidvergiftung, nachdem sie versucht hat, ihre wertvollen Proben mit Trockeneis vor dem Verderben zu retten. Doch was zunächst wie eine Verkettung unglücklicher Umstände wirkt, entpuppt sich für die erfahrenen Ermittler Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) schnell als eiskalte Sabotage am Kühlsystem des Instituts.

Tödliche Experimente hinter Glas

Verdächtige gibt es in diesem komplexen Köln-Tatort zur Genüge, angefangen bei einer Gruppe radikaler Aktivisten, die zeitgleich ein Feld mit genveränderten Pflanzen besetzen. Unter ihnen befindet sich Alexander Geyda (Tom Schilling), ein polizeibekannter Unruhestifter, der zudem eine persönliche Verbindung zur Forscherin Lara Bahls (Luise Berndt) hat. Doch die Spur führt auch direkt ins Herz des Labors zu Dr. Christoph Rubner (Mišel Matičević). Der Institutsleiter scheint nicht nur fachlich, sondern auch privat tief in den Fall verstrickt zu sein, denn ein Foto deutet auf ein geheimes Verhältnis mit der Toten hin. Als dann auch noch Dr. David Prangel (Ole Puppe) erstickt in seiner Wohnung aufgefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse und rücken die Frage nach einem gestohlenen, angeblich bahnbrechenden AIDS-Protein in den Mittelpunkt.

Die Jagd nach dem wertlosen Gold

Ein rätselhafter Einbruch, bei dem scheinbar nur eine Packung Speiseeis entwendet wird, bringt diesen Köln-Tatort schließlich auf die entscheidende Fährte. Es stellt sich heraus, dass das hochgepriesene Forschungsobjekt, für das über Leichen gegangen wird, in Wahrheit völlig wirkungslos ist. Dr. Rubner versucht verzweifelt, diesen wissenschaftlichen Betrug zu vertuschen, und schreckt dabei vor keinem Mittel zurück. Während Lara Bahls ahnungslos der Wahrheit immer näher kommt, setzt ihr Vorgesetzter alles daran, auch sie zum Schweigen zu bringen. Der Film zeigt hier eindrucksvoll die Hybris eines Mannes, der seinen Ruf und seine Karriere über Menschenleben stellt und am Ende doch an einer versteckten Probe im heimischen Aquarium scheitert.

Ballauf und die Schatten der Vergangenheit

Parallel zum packenden Kriminalfall wird in diesem Köln-Tatort eine sehr persönliche Seite von Max Ballauf beleuchtet. Ein Junge namens Finn (Kai Malina) taucht plötzlich in Köln auf und behauptet steif und fest, Ballaufs Sohn zu sein. Für den eingefleischten Junggesellen bricht eine Welt zusammen, als er mit der Möglichkeit konfrontiert wird, nach fast siebzehn Jahren plötzlich Vaterpflichten übernehmen zu müssen. Das emotionale Hin und Her zwischen der Angst vor der Verantwortung und der Neugier auf den Jungen verleiht dem Krimi eine zusätzliche, sehr menschliche Ebene. Die Entscheidung Ballaufs, das Ergebnis des Vaterschaftstests am Ende ungeöffnet den Flammen zu übergeben, gehört zu den stärksten Momenten der Folge und lässt den Zuschauer mit der Frage zurück, ob die Wahrheit manchmal besser im Verborgenen bleibt.

Ein Klassiker mit Tiefgang

Kritische Stimmen könnten diesen Köln-Tatort vielleicht als zu konstruiert empfinden, doch das wäre ein vorschnelles Urteil. Der Köln-Tatort "Auskreuzung" besticht durch eine dichte Atmosphäre und ein hochkarätiges Ensemble, wobei besonders Mišel Matičević als getriebener Wissenschaftler und Tom Schilling als rebellischer Aktivist hervorstechen. Die Verknüpfung von ethisch brisantem Wissenschafts-Thriller und der intimen Familiengeschichte Ballaufs funktioniert hervorragend und sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Wer Lust auf eine solide Ermittlungsarbeit in der typisch kölschen Kulisse hat, wird heute Abend definitiv nicht enttäuscht. Dieser Köln-Tatort ist ein Paradebeispiel dafür, wie das Format gesellschaftlich relevante Themen mit persönlichen Schicksalen verwebt, ohne dabei den Spannungsbogen zu verlieren.


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