Kulinarik, Kneipenmief und Justizskandale: "München Mord - Im Zweifel für den Zweifel" heute (31.01.206) im ZDF

© ZDF/Jürgen Olczyk
München zeigt sich am heutigen Samstagabend (31.01.2026) von seiner düsteren und zugleich tiefgründigen Seite, wenn das ZDF um 20:15 Uhr den packenden Fall "Im Zweifel für den Zweifel" präsentiert. Die Ermittler Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Ludwig Schaller (Alexander Held) werden mit einer Tat konfrontiert, die nicht nur die Welt der gehobenen Gastronomie erschüttert, sondern auch die bayerische Justiz in Erklärungsnot bringt. Vor der ranzigen Kneipe "Roland’s Klause" wird die Leiche des gefeierten Sternekochs Maximilian Dobek (Manuel Cortez) aufgefunden. Entdeckt wird der Tote von der Mitarbeiterin Milena Kraus (Miriam Ohlmeyer), die ausgerechnet Harald Neuhauser alarmiert. Was zunächst wie eine fatale Schlägerei unter Alkoholeinfluss aussieht, entpuppt sich schnell als komplexes Geflecht aus Neid, alten Rechnungen und fatalen Fehlentscheidungen.
Ein Koch zwischen den Fronten
Schnell gerät das Restaurant "Tamoshimi" ins Visier, wo Dobek bis vor kurzem unter dem Geschäftsführer Franz-Josef Penkofer (Lukas Turtur) wirkte. Die Nachfolge tritt ausgerechnet Oliver Gerg (Shenja Lacher) an, dessen Vita einen dunklen Schatten trägt. Gerg saß jahrelang wegen Totschlags hinter Gittern, weil er seinen einstigen Chef im Jacuzzi ertränkt haben soll. Besonders brisant ist die Verwickelung des Staatsanwalts Lukas Benedikt (Thomas Loibl), der Gerg damals ins Gefängnis brachte. Benedikt, ein arroganter Stammgast des Hauses, trägt bei seiner Befragung ein auffälliges blaues Auge spazieren. Er behauptet zwar, gegen einen Türrahmen gelaufen zu sein, doch die Ermittler ahnen, dass zwischen ihm und dem Opfer Dobek kurz vor der Tat die Fetzen flogen. Der Staatsanwalt spielt seine Macht voll aus und versucht, das Team durch Drohungen und die Einschaltung von Polizeipräsident August Flierl mundtot zu machen.
Schatten der Vergangenheit und eifersüchtige Intrigen
Während Schaller die Puzzleteile der Mordnacht zusammensetzt, stoßen Flierl und Neuhauser auf ein erschütterndes Detail der Vergangenheit. Mit Unterstützung von Professor Justus Mack decken sie auf, dass Gergs erste Verurteilung auf einem massiven Irrtum basierte - der damalige Tod im Jacuzzi war ein reiner Unfall. Sascha Hettfeld (Adrian Topol), Gergs Ex-Freund und Betreiber eines Plattenladens, kämpft seit Jahren verzweifelt gegen diese Ungerechtigkeit der Justiz. Doch die aktuelle Tatnacht lässt sich nicht so leicht abschütteln: Moderne Mobilfunkdaten belegen, dass neben Gerg auch die Patissière Sandra Erling (Pauline Fusban) und Tim Fellner (Julius Feldmeier) am Tatort eingeloggt waren. Es stellt sich heraus, dass eine Eifersuchtsszene zwischen Fellner und Gerg eskalierte, bei der Dobek tragisch zwischen die Fronten geriet und durch einen unglücklichen Schlag von Gerg tödlich verletzt wurde.
Ein Abschied mit bitterem Beigeschmack
Dieser 22. Fall markiert einen wehmütigen Wendepunkt in der Reihe, da sich Kriminalrat Zangel (Christoph Süß) aus privaten Gründen endgültig von seinem Team verabschiedet. Es ist die letzte Folge für den beliebten Darsteller, dessen Charakter am Ende sogar noch eine Beförderung ins Innenministerium erhält. Die Ironie des Schicksals ist kaum zu übertreffen: Während Gerg trotz der Entlastung im alten Fall für die neue Tat erneut zu einer langen Haftstrafe verurteilt wird, macht der fragwürdige Staatsanwalt Benedikt Karriere. Auch Dr. Laicher (Michele Cuciuffo) und Holger Thal (Nico Rogner) vervollständigen das Bild einer Münchner Gesellschaft, in der Schein und Sein oft weit auseinanderliegen.
Der Film orientiert sich packend an dem realen "Badewannenmörder-Fall" und bietet neben gewohnt starken Dialogen eine schauspielerische Meisterleistung des gesamten Ensembles. Es ist ein Krimi, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken über die Unfehlbarkeit staatlicher Organe anregt. Der Samstagskrimi "München Mord - Im Zweifel für den Zweifel" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.








