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Ludwigshafen-Tatort "Der böse König": Lena Odenthal jagt den narzisstischen Münz-Mörder heute (07.04.2026) im WDR

Dienstag, 07.04.2026 13:38 Uhr | Tags: WDR, Krimi, Tatort, Ulrike Folkerts

Ein flirrend heißes Ludwigshafen wird zum Schauplatz für eines der verstörendsten Tötungsbilder der letzten Jahre, wenn der WDR heute (07.04.2026) ab 20:15 Uhr den Tatort "Der böse König" wiederholt. Die dienstälteste Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) tritt bereits zum 74. Mal an, um gemeinsam mit Johanna Stern (Lisa Bitter) einen Fall zu lösen, der weit über einen klassischen Krimi hinausgeht. In der drückenden Schwüle der Pfälzer Metropole stoßen die Ermittlerinnen auf die Leiche des Kiosk-Pächters Sandro Esposito (Christoph Gaugler), der hinter seinem Tresen brutal erschlagen wurde. Doch es ist nicht die Wucht des Baseballschlägers, die den erfahrenen Kriminaltechniker Peter Becker (Peter Espeloer) und den Rechtsmediziner Hakan Özcan (Kailas Mahadevan) fassungslos macht, sondern ein bizarres Detail: Dem Opfer wurden Münzen im Wert von exakt 73 Cent tief in die Luftröhre gedrückt.

Ein psychologisches Duell der Extraklasse

Regisseur und Drehbuchautor Martin Eigler hat mit diesem Film ein Werk geschaffen, das seine Spannung weniger aus der Frage nach dem Täter als vielmehr aus dem tiefenpsychologischen "Warum" bezieht. Im Zentrum der Ermittlungen steht der ehemalige Rettungssanitäter Anton Maler (Christopher Schärf), der sich den Kommissarinnen gegenüber als charmanter Helfer inszeniert. Mit einer beängstigenden Arroganz versucht er, die Initiative zu übernehmen, flirtet offensiv mit Johanna Stern und spinnt ein Netz aus Lügen und Manipulation. Schnell wird klar, dass man es hier mit einer hochgradig narzisstischen Persönlichkeit zu tun hat, einem Mann, der sich als "König" in seiner eigenen, verschobenen Welt sieht und jede kleinste Beleidigung mit tödlicher Konsequenz rächt. Die 73 Cent, die dem Opfer zum Verhängnis wurden, entpuppen sich als Symbol für Malers gekränkte Ehre, da Esposito ihm beim Schnapskauf keinen Rabatt gewähren wollte.

Gefährliche Psychospiele und private Bedrohung

Während die Sekretärin Edith Keller (Annalena Schmidt) im Kommissariat die Stellung hält, eskaliert die Situation im privaten Umfeld der Ermittlerinnen. Maler schreckt nicht davor zurück, Johanna Stern bis zu ihrem Haus zu verfolgen und sie mit perfiden Anrufen in den Wahnsinn zu treiben. Er installiert heimlich eine Webcam an ihrem Heim und schreckt selbst vor Mordanschlägen auf unliebsame Zeugen wie Jannik Berg (Pit Bukowski) oder seinen ehemaligen Chef beim Paketdienst nicht zurück. Die Ermittlungen gleichen immer mehr einem riskanten Schachspiel, bei dem Maler die Regeln bestimmt. Besonders perfide ist seine Beziehung zu seiner Ex-Freundin Caro Meinert (Lana Cooper), die er mit giftigen Pestiziden in geringer Dosierung krank macht, um sie in absoluter Abhängigkeit zu halten - ein erschreckendes Zeugnis seiner krankhaften Kontrollsucht.

Atmosphäre und Abgründe im flirrenden Licht

Der Odenthal-Tatort "Der böse König" besticht durch eine atmosphärische Dichte, die den Zuschauer die Hitze Ludwigshafens förmlich spüren lässt. Das flirrende Licht und die stickige Luft verstärken das Gefühl der Enge und der drohenden Gefahr, während sich Odenthal und Stern immer weiter in die Abgründe von Malers Psyche vorwagen. Es ist ein Tatort, der die Grenze zum Psychothriller überschreitet und zeigt, wie instabil das Gerüst aus Selbstinszenierung und Machtanspruch eines Narzissten wirklich ist. Das Finale, in dem Maler sogar vor dem Kind der Kommissarin nicht haltmachen will, markiert den dramatischen Höhepunkt einer Folge, die weniger durch kriminalistische Finesse als durch ihre schillernde, fiese Täterfigur und die konsequente psychologische Ausdeutung besticht. Ein Muss für Fans von Charakterstudien, die den Mut haben, in die dunkelsten Ecken der menschlichen Seele zu blicken.

Der Odenthal-Tatort "Der böse König" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.


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