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Münster-Tatort: Warum "Lakritz" heute Abend (31.03.2026) im WDR zum tödlichen Rätsel wird


Der beliebte Münster-Tatort "Lakritz" kehrt heute (31.03.2026) um 20:15 Uhr im WDR auf den Bildschirm zurück und konfrontiert das Ermittler-Duo Frank Thiel (Axel Prahl) und Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) mit einem Fall, der tief in die eigene Jugend führt. Was als Routine-Untersuchung im Milieu des berühmten Marktes beginnt, entwickelt sich schnell zu einer hochemotionalen Zeitreise, die den Professor direkt in das Jahr 1979 katapultiert. Das Opfer ist kein Geringerer als Hannes Wagner (Pierre Siegenthaler), der stolze 40 Jahre lang als Marktmeister die Geschicke der Händler lenkte und nun am Morgen nach seinem Dienstjubiläum leblos aufgefunden wird. Die Todesursache ist so bizarr wie spezifisch: Eine ordentliche Dosis Zyankali, serviert in Boernes absoluter Lieblings-Süßigkeit, den "Flying Dutchmen". Diese Entdeckung weckt im Professor schmerzhafte Geister der Vergangenheit, die er längst begraben glaubte.

Ein Erpresser hinter der bürgerlichen Fassade

Kommissar Thiel und Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) stoßen bei der Durchsuchung von Wagners Büro auf ein hochexplosives Geheimnis, das den Fall zu einem der sozial verzweigtesten Münster-Tatorte macht. Der Marktmeister war keineswegs der harmlose Verwalter, für den ihn alle hielten, sondern führte akribische Erpresserakten über die Honoratioren der Stadt. In einem geheimen Raum stapeln sich Dossiers, die Karrieren vernichten könnten. Währenddessen führt die Spur des Giftes zur lokalen Lakritz-Manufaktur von Monika Maltritz (Annika Kuhl). Sie war Boernes große Jugendliebe, und ihr Schicksal ist untrennbar mit einem ungeklärten Todesfall aus dem Jahr 1979 verbunden. Damals wurde Monikas Mutter Heide (Eva Luca Klemmt) erhängt aufgefunden - ein vermeintlicher Suizid, an den der 14-jährige Boerne (Vincent Hahnen) schon als Teenager nicht glauben wollte.

Rückblenden in eine traumatische Jugend

In ungewohnt ausführlichen Rückblenden blickt der Film tief in die Seele des jungen Boerne. Wir sehen einen hochbegabten, aber sozial isolierten 14-Jährigen, der Monika Nachhilfe in Mathematik geben sollte und dabei Zeuge einer Familientragödie wurde. Besonders beklemmend ist die Erinnerung an Monikas Exmann Bernhard Wesskamp (Patrick von Blume), der den jungen Boerne damals mit dem Gesicht in einen Bottich voller heißer Lakritze drückte. Dieses traumatische Erlebnis erklärt nicht nur Boernes kompliziertes Verhältnis zur schwarzen Süßigkeit, sondern rückt Bernhard sofort in den Kreis der Hauptverdächtigen. Die Ermittlungen pendeln geschickt zwischen den Jahrzehnten, wobei Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Grossmann) und "Alberich" (Christine Urspruch) versuchen, zwischen Nostalgie und harten Fakten die Übersicht zu behalten.

Die Maske des Mörders fällt im Altenheim

Das verzwickte Beziehungsgeflecht reicht bis in das Altenheim, in dem Monikas Vater Harald Maltritz (Walter Hess) lebt und Herbert Thiel (Claus Dieter Clausnitzer) seine Marihuana-Produkte unters Volk bringt. Während Jill Bellekom (Sarah Buchholzer), die Tochter des holländischen Süßwarenhändlers, mit Sabotageakten und Ecstasy-Smoothies für Chaos auf dem Markt sorgt, um die verhaftete Monika zu entlasten, setzt Boerne auf eine Exhumierung. Er lässt Heide Maltritz ausgraben und findet tatsächlich Spuren von Zyankali, was den aktuellen Mord mit der Tat von 1979 verknüpft. Am Ende ist es jedoch kein klassischer Krimi-Twist, sondern ein tiefpsychologisches Motiv, das den Täter entlarvt: Harald Maltritz konnte es nicht ertragen, dass seine Frau ihn damals für den Marktmeister verlassen wollte.

Heilung durch Lakritz und Cola-Wein

In einem für den Münster-Tatort typisch grotesken Finale versuchen die beiden ungleichen Freunde, ihre jeweiligen Traumata mit einer unorthodoxen Schocktherapie zu bekämpfen. Während Boerne tapfer einen ganzen Teller Lakritz verdrückt, verübt Thiel einen kulinarischen Anschlag auf Boernes edelsten Rotwein, indem er ihn mit Cola zu einem "Korea" mischt. "Lakritz" ist eine Episode, die mutig mit der Chronologie bricht und dem Professor eine menschliche Tiefe verleiht, die man hinter seiner arroganten Maske oft nur vermuten kann. Es ist ein atmosphärisch dichter Fall, der zeigt, dass die Vergangenheit niemals wirklich ruht - schon gar nicht in einer Stadt wie Münster, in der hinter jeder historischen Fassade ein gut gehütetes Dossier liegen könnte.

Der Münster-Tatort "Lakritz" ist auch über die ARD Mediathek verfügbar.


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