Tödliches Misstrauen in Split: Warum das Ermittlerduo im Kroatien-Krimi "Gefahr im Verzug" heute (14.05.2026) zu zerbrechen droht

© ARD Degeto Film/Sinisa Glogoski
Ein tiefschwarzer Schatten legt sich über die glitzernde Küste von Split: Die ARD zeigt heute (14.05.2026) um 20:15 Uhr den Kroatien-Krimi "Gefahr im Verzug". Im 18. Fall der erfolgreichen Reihe dient die traumhafte Kulisse der Adria keineswegs als bloße Postkartenidylle. Vielmehr bildet sie einen scharfen Kontrast zu einer Handlung, die moralisch deutlich dunkler gefärbt ist als der sonnige Rahmen vermuten lässt. Das neuformierte Duo, bestehend aus Stascha Novak (Jasmin Gerat) und Valessa Matkovic (Romina Küper), gerät dabei in ein gefährliches Fahrwasser. Gesetz und Eigenmächtigkeit liegen hier gefährlich nah beieinander. Die Geschichte fokussiert sich ungewöhnlich stark auf soziale Härte und die erschreckenden Machtgefälle innerhalb der kroatischen Gesellschaft, was diesen Kroatien-Krimi zu einem der härtesten der Serie macht.
Ein riskanter Alleingang mit Folgen
Die junge Kommissarin Valessa Matkovic verfolgt eine höchst riskante Mission und dringt nachts maskiert in die prachtvolle Villa von Drago Varga (Felix Klare) ein. Ihr Ziel ist die Überführung eines mutmaßlichen Serienvergewaltigers auf frischer Tat, doch der Einbruch endet beinahe in einer Katastrophe. Am nächsten Tag wird eine weibliche Wasserleiche angespült, woraufhin die Mordkommission in diesem Kroatien-Krimi die Ermittlungen aufnimmt. Während Jasnas Mitbewohnerin (Linda Blümchen) das Opfer identifiziert, behauptet der verzweifelte Vater der Toten, Marco Ljuba (Samuel Finzi), hartnäckig, dass es sich bei der Leiche nicht um seine Tochter handelt. Diese widersprüchlichen Aussagen stürzen die Ermittler in ein Labyrinth aus Zweifeln und Misstrauen.
Vertrauensbruch im Ermittlerteam
Stascha Novak spürt die wachsende innere Unruhe ihrer neuen Kollegin und beginnt, deren Loyalität sowie ihre Vergangenheit ernsthaft infrage zu stellen. Zur Klärung der Sachlage beauftragt sie Borko Vucevic (Kasem Hoxha) damit, die eigene Kollegin heimlich zu überwachen - ein drastischer Schritt, der das ohnehin fragile Fundament ihres Teamworks zu zerstören droht. In diesem Kroatien-Krimi wird deutlich, dass Nähe und Misstrauen in den engen Gassen von Split oft untrennbar miteinander verbunden sind. Der Titel "Gefahr im Verzug" erweist sich als doppeldeutig: Er beschreibt nicht nur die akute Bedrohung durch einen protegierten Täter, sondern skizziert auch den drohenden emotionalen Zusammenbruch der Ermittlerinnen selbst.
Ein Kampf gegen die Mächtigen
Regisseurin Carolina Hellsgård stellt in diesem Film die unbequeme Frage, welche Mittel in einem Rechtsstaat noch erlaubt sind, sobald ein Täter durch einflussreiche Kreise geschützt wird. Zwischen luxuriösen Yachten, exklusiven Strandbars von Luka Staric (Christian Kuchenbuch) und prunkvollen Villen entfaltet sich ein beklemmender Krimi. Die Spannung entsteht hier subtil aus der moralischen Schwere des Falls. Es geht um Abhängigkeiten und den verzweifelten Versuch, der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, auch wenn die legalen Wege verbaut scheinen. Dabei verzichtet die Inszenierung auf laute Action und setzt stattdessen auf eine charaktergetriebene Erzählweise, die durch die schauspielerische Präsenz von Gästen wie Felix Klare und Samuel Finzi eine enorme Wucht entwickelt.
Finale Zerreißprobe vor blauer Kulisse
Dieser Kroatien-Krimi gehört zweifellos zu den sozial härteren und unruhigsten Teilen der gesamten Reihe. Die sonnige Urlaubsstimmung wird hier konsequent gegen die psychische Anspannung der Figuren ausgespielt. Die Reibung zwischen der scheinbaren Idylle und der realen, grausamen Bedrohung wird bis zum Äußersten ausgereizt. Wer heute in der ARD einschaltet, erlebt keinen klassischen Procedural-Krimi, sondern eine intensive Studie über Macht und die Grenzen der polizeilichen Befugnisse. Es ist ein Film, der sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengibt und gerade deshalb noch lange nach dem Abspann in den Köpfen des Publikums nachhallt. Die moralische Last des Falls wiegt schwerer als jede Dienstvorschrift.








