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Radikalisierung im Netz: Maria Furtwängler ermittelt im Göttingen-Tatort "Die Rache an der Welt" heute (09.06.2026) im WDR

Dienstag, 09.06.2026 13:24 Uhr | Tags: WDR, Krimi, Tatort, Maria Furtwängler
Göttingen-Tatort "Die Rache an der Welt": Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ermittelt mal wieder im Alleingang.
Göttingen-Tatort "Die Rache an der Welt": Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ermittelt mal wieder im Alleingang.
© WDR/NDR/Christine Schroeder

Eine schockierende Entdeckung erschüttert die Universitätsstadt Göttingen bis in ihre Grundfenster. Der WDR strahlt heute (09.06.2026) um 20:15 Uhr noch einmal den Göttingen-Tatort "Die Rache an der Welt" aus, in dem Kriminalhauptkommissarinnen Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) mit der düsteren Kehrseite digitaler Netzwerke konfrontiert werden. Am Anfang des Falls steht die brutale Vergewaltigung und Ermordung der Studentin Mira, deren Leiche in einem kleinen Park an einem See gefunden wird. Die beiden Ermittlerinnen übernehmen sofort die Arbeit und müssen herausfinden, ob der von der Presse so genannte "Wikinger" seine Gewaltstufe eskaliert hat oder ob ein völlig anderer Täter am Werk war. Dieser Göttingen-Tatort führt das Duo tief in die Abgründe einer radikalisierten Online-Community, in der verquere Weltrettungsfantasien und nackte Gewalt eine gefährliche Verbindung eingehen.

Widersprüchliche Fährten und illegale Laborberichte

Die Ermittlungen gestalten sich von Beginn an als extrem schwierig, da die Spuren in völlig unterschiedliche Richtungen weisen. Während ein Zeuge am Tatort einen flüchtenden Fahrradfahrer beobachtet hat, den er als Nicht-Europäer beschreibt, konzentriert sich die Fahndung nach einem weiteren misslungenen Übergriff zunächst auf den verdächtigen Julian Lenker (Mirco Kreibich). Lindholm hegt jedoch massive Zweifel an dieser schnellen Lösung und veranlasst eigenmächtig eine in Deutschland eigentlich unzulässige biogeografische DNA-Analyse in den Niederlanden. Diese heimliche Aktion bringt ihr zwar mächtigen Ärger mit ihrem Vorgesetzten ein, liefert aber im internationalen Datenabgleich entscheidende Hinweise auf eine weitaus komplexere Täterschaft. Die Spur verlagert sich auf einen nahegelegenen Sportplatz, auf dem Trainer Henry (Sascha Alexander Gersak) einen Fußballmarathon veranstaltet, und führt schließlich in die Wohnung des spurlos verschwundenen Physikstudenten Munir Kerdagli (Eidin Jalali).

Digitale Echokammern und die Realität der Straße

Klassische Polizeiarbeit vermischt sich in diesem Szenario immer stärker mit einer aufwendigen digitalen Spurensuche in anonymen Foren und verschlüsselten Chats. Es stellt sich heraus, dass der wahre Täter, der afghanische Flüchtling Ehsan (Bagher Ahmadi), heimlich in Kerdaglis Wohnung gelebt und dort seine Spuren hinterlassen hat. Die Situation eskaliert völlig, als Ehsan seinen Mitbewohner niederschlägt und die Mitbewohnerin des Opfers, Jelena (Mala Emde), in ihrer eigenen Wohnung mit einem Messer bedroht. Nur durch das rechtzeitige Eingreifen von Lindholm und Schmitz kann der hochgefährliche Mann schließlich überwältigt und festgenommen werden.

Ein beklemmendes Radikalisierungsdrama am Puls der Zeit

Der Göttingen-Tatort "Die Rache an der Welt" erzählt seinen Fall als beklemmendes Radikalisierungsdrama, weil der Tod eines jungen Aktivisten die Ermittler in digitale Echokammern, moralisch aufgeladene Gruppenfantasien und die Dynamik einer Community führt, die sich im Gefühl der eigenen Überlegenheit verliert und Gewalt als logische Konsequenz ihrer Ideologie betrachtet. Die Inszenierung verbindet klassische Spurensuche mit der kalten Architektur anonymer Foren und zeigt, wie schnell sich Wut, Ohnmacht und Weltrettungsfantasien gegenseitig verstärken, während Lindholm und Schmitz versuchen, zwischen echter Trauer, politischer Instrumentalisierung und gefährlicher Selbstermächtigung zu unterscheiden. Am Ende entsteht ein Göttingen-Tatort, der seine Spannung aus der Reibung zwischen realer Ermittlungsarbeit und digitaler Radikalisierung zieht und deutlich macht, wie dünn die Grenze zwischen Aktivismus und zerstörerischem Fanatismus werden kann. Ein Einschalten lohnt sich für jeden Fan von atmosphärisch dichten und gesellschaftlich relevanten Krimis also definitiv.

Der Göttingen-Tatort "Die Rache an der Welt" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar (verfügbar bis zum 09.06.2027).


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