Happy-Spots - Mein Online Magazin

Schonungsloses Suchtdrama "Im Rausch" heute (29.09.2025) im ZDF

Montag, 29.09.2025 14:06 Uhr | Tags: ZDF, Fernsehfilm, Drama, Katrin Sass

Das ZDF strahlt heute (29.09.2025) um 20:15 Uhr einen Fernsehfilm aus, der unter die Haut geht: "Im Rausch". Das Werk von Regisseur und Drehbuchautor Mark Schlichter ist mehr als nur ein Drama; es ist ein eindringlicher Blick in den Abgrund der Alkoholsucht, der durch einen autobiografischen Kern eine erschütternde Authentizität erhält. Schlichter verarbeitete in diesem Film seine eigene jahrelange Abhängigkeit und den anschließenden, schweren Entzug - eine Tatsache, die jede Szene emotional auflädt. Das Suchtdrama "Im Rausch" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.

Die Wahrheit, die brennt und zerstört

Im Zentrum der Geschichte steht Katja Weiss, eine leidenschaftliche und kämpferische Journalistin, grandios verkörpert von Friederike Becht. Katjas Leben gerät aus den Fugen, als ihr investigativer Artikel über skrupellose Miethaie aus wirtschaftlichen Gründen zensiert und nicht veröffentlicht wird. Diese Zensur trifft nicht nur ihre berufliche Integrität, sondern auch ihr Selbstwertgefühl zutiefst. Sie reagiert, wie es viele Süchtige tun: mit Wut, Alkoholkonsum und einem öffentlichen Ausfall. Ihre Chefin Simone Wagner (Anne Ratte-Polle), die zugleich ihre Partnerin ist, stellt Katja vor ein Ultimatum: sofortiger Stopp des Trinkens oder Kündigung.

Wütend räumt Katja ihr Büro und stürzt sich in eine Bar, wo sie auf Eddi Sommer (Hans Löw) trifft. Eddi ist ebenfalls am Tiefpunkt seiner beruflichen Existenz angelangt. Die Begegnung zweier verlorener Seelen entfesselt eine verhängnisvolle Dynamik. Was als leidenschaftliches Chaos beginnt, entwickelt sich schnell zu einer tragischen Spirale aus Alkohol, Liebe, Schmerz und sogar Gewalt.

Recherchen im Angesicht des Abgrunds

Der Film wäre bereits als Suchtdrama intensiv genug, doch er gewinnt durch eine clevere Wendung an Komplexität: Als Katja notgedrungen zustimmt, eine Entziehungskur anzutreten - eine Bedingung, um die Kündigung zurückzunehmen - fordert sie im Gegenzug, eine persönliche Reportage über Alkoholsucht schreiben zu dürfen. Diese Entscheidung führt zu einem faszinierenden Meta-Erzählstrang.

Friederike Becht, die sich intensiv auf die Rolle vorbereitete, indem sie mit Ex-Süchtigen sprach und einschlägige Literatur wie Drinking: A Love Story las, verleiht Katja eine verstörende Glaubwürdigkeit. Sie beginnt ihre Recherchen, interviewt Psychologen, Ärzte und Betroffene. Eine besonders bemerkenswerte Szene ist der Real-Life Cameo von Katrin Sass, die offen und ungeschminkt über ihre eigene langjährige Alkoholabhängigkeit spricht und damit eine tiefe emotionale Resonanz erzeugt.

Doch während Katja für ihre Reportage andere Süchtige befragt, gerät sie selbst immer tiefer in den Sog. Sie interviewt auch Eddi - und betrinkt sich dabei immer wieder mit ihm. Die Beziehung zu dem seit zwei Jahren trockenen Alkoholiker Eddi, der durch Katja wieder in alte Muster zurückfällt, zeigt die zerstörerische Kraft der Co-Abhängigkeit. Die beiden steuern blindlings auf einen tödlichen Abgrund zu, was den Film mit einer beklemmenden, fatalistischen Stimmung auflädt.

Mehr als nur ein Suchtfilm: Gesellschaftskritik pur

"Im Rausch" beschränkt sich nicht darauf, ein reines Suchtdrama zu sein. Der Film ist ein ungewöhnlich dichter Themenmix und liefert neben der Schilderung des Alkoholismus auch scharfe Gesellschaftskritik: Er beleuchtet den hohen Leistungsdruck im Berufsleben, thematisiert die fragile journalistische Integrität im Spannungsfeld von idealistischem Anspruch und wirtschaftlicher Realität und streift sogar die Frage nach sozialer Ungerechtigkeit.

Dieser Film ist eine erschreckend ehrliche und leidenschaftliche Auseinandersetzung mit der Sucht als Krankheit und als Ausdruck einer tiefen inneren Not. Dank der herausragenden Darsteller, insbesondere Friederike Becht und Hans Löw, und dem persönlichen Hintergrund des Regisseurs, ist "Im Rausch" ein Muss für all jene, die sich auf ein hochintensives, emotional forderndes und zutiefst menschliches Drama einlassen wollen. Er zeigt, dass der Rausch nicht nur eine Flucht ist, sondern oft der Beginn einer grausamen, gemeinsamen Zerstörung.


Das könnte Sie auch interessieren

„Cold Storage“ läuft ab 19.02.2026 in den Kinos.
© HappySpots / Filmplakat: 2026 Samuel Goldwyn Films / StudioCanal. All Rights Reserved.

Wettlauf gegen den Bio-Albtraum: Liam Neeson in „Cold Storage“

Am 19. Februar 2026 wird es im Kino hochgradig ansteckend. In Cold Storage begibt sich Action-Ikone Liam Neeson auf ein Terrain, das wir so von ihm noch nicht gesehen haben: den Kampf gegen einen unaufhaltsamen, mutierten Organismus. Basierend auf dem Bestseller-Roman von David Koepp, erwartet uns ein Thriller, der den Puls in die Höhe treibt. Die Handlung: Wenn die... weiterlesen

(DJD). Seit 2024 gibt es das E-Rezept. Trotzdem wissen viele Menschen nicht, dass sie es auch bei Online-Apotheken einlösen und sich ihre Medikamente so bequem nach Hause liefern lassen können. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie man Medikamente vom Sofa aus bestellt. Was ist ein E-Rezept? Das E-Rezept hat das klassische Papierrezept ersetzt... weiterlesen

„Dust Bunny“ läuft ab 19.02.2026 im Kino!
© HappySpots / Filmplakat: 2025/2026 Roadside Attractions / Entertainment One. All Rights Reserved.

Das Monster unter dem Bett: Mads Mikkelsen und Sigourney Weaver in „Dust Bunny“

Vergessen Sie alles, was Sie über harmlose Staubflocken unter dem Bett zu wissen glaubten. Am 19. Februar 2026 bringt Regie-Visionär Bryan Fuller (bekannt für die Kultserie Hannibal) mit Dust Bunny einen Albtraum auf die Leinwand, der gleichermaßen faszinierend wie verstörend ist. Die Handlung: Wenn Kindheitsängste wahr werden Die Geschichte... weiterlesen

Die Wiener Staatsoper verwandelt sich heute (12.02.2026) wieder in den prachtvollsten Ballsaal der Welt, wenn der 68. Wiener Opernball seine Tore öffnet. 3sat ist auch in diesem Jahr wieder hautnah dabei und überträgt das gesellschaftliche Großereignis, das Tradition und internationalen Glamour auf einzigartige Weise verbindet, live in die Wohnzimmer. Während... weiterlesen

Das ARD Vorabendprogramm wird heute (12.02.2026) um 18 Uhr wieder zum Schauplatz für skurrile Fragen und verblüffende Antworten, wenn die Quizshow "Wer weiß denn sowas?" auf den Bildschirm läuft. Unter der gewohnt souveränen Moderation von Kai Pflaume treten heute zwei der talentiertesten jungen Schauspielerinnen Deutschlands gegeneinander an. An der Seite der... weiterlesen

ARTE präsentiert heute Abend um 20:15 Uhr mit der Dokumentation "Der Algorithmus der Liebe" eine faszinierende Zeitreise in die Welt der maschinellen Partnervermittlung. Wer glaubt, dass das Wischen auf dem Smartphone eine Erfindung der Neuzeit sei, wird in diesem Film eines Besseren belehrt. Die Suche nach dem perfekten Gegenstück begann nämlich nicht erst im Silicon Valley... weiterlesen

Als DonnerstagsKrimi läuft in der ARD heute (12.02.2026) um 20:15 Uhr mit "Steirerwahn" ein neuer Fall der beliebten Landkrimi-Reihe, der das Ermittlerduo tief in die ländlichen Abgründe der Steiermark führt. Ein brutaler Feuerteufel scheint es gezielt auf eine Gruppe von Edelbrandherstellern abgesehen zu haben und versetzt die Region in Angst und Schrecken. Sascha... weiterlesen