Verrat und falsche Gefühle in Halle: "Polizeiruf 110: Tod eines Fahnders" heute (19.01.2026) im MDR

© MDR/Saxonia Media/Wünschirs
Ein toter Beamter in der eigenen Wohnung ist für jeden Ermittler der Albtraum schlechthin. Heute Abend um 20:15 Uhr zeigt der MDR mit der Wiederholung von "Polizeiruf 110: Tod eines Fahnders" einen Fall, der tief in die Abgründe von verdeckten Ermittlungen blickt. Die Geschichte rund um den Zivilfahnder Stefan Häfner (Simon Böer) greift dabei ein klassisches, aber hochemotionales Motiv auf: Den Moment, in dem die berufliche Tarnung auf die Realität menschlicher Gefühle trifft. Besonders brisant ist der Hintergrund, da die Figur des Opfers lose auf einem realen Kriminalfall aus Sachsen-Anhalt basiert, was der Handlung eine zusätzliche, beklemmende Ebene verleiht.
Ein Fahnder zwischen den Fronten
Alles beginnt mit dem Fund von Stefan Häfner, der mit seiner eigenen Dienstwaffe hingerichtet wurde. Für die Hauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) beginnt eine Suche im direkten Umfeld eines flüchtigen Bankräubers. Häfner hatte sich in das Vertrauen der Familie Sakowski eingeschlichen, um den untergetauchten Robert (Pasquale Aleardi) zu fassen. Dabei ging er jedoch ein gefährliches Spiel ein, indem er eine enge Beziehung zu Anja Sakowski (Nadeshda Brennicke), der Ehefrau des Gesuchten, aufbaute. Die Ermittler stehen vor der Frage, ob der flüchtige Ehemann aus Rache handelte oder ob das Netz aus Lügen und vorgetäuschten Emotionen auf andere Weise gerissen ist.
Wenn Enttäuschung tödlich wird
Spannung bezieht der Film vor allem aus der psychologischen Komponente des Undercover-Einsatzes. Während Robert Sakowski bei einem gescheiterten Bankbesuch festgenommen wird, erhärtet sich der Verdacht gegen ihn keineswegs. Stattdessen rücken die Frauen in Häfners Leben in den Fokus der Kommissare. Neben der betrogenen Verlobten des Fahnders, der Polizeiobermeisterin Pia Hesse (Katharina Wackernagel), gerät vor allem Anja Sakowski unter Druck. Sie spielt die Rolle der Frau, die zwischen der Loyalität zu ihrem kriminellen Mann und der vermeintlich neuen Liebe zum Fahnder steht, mit großer Intensität. Als die bittere Wahrheit ans Licht kommt, dass Häfner sie nur als Mittel zum Zweck benutzte, schlägt Zuneigung in tödlichen Hass um.
Solide Krimikost ohne Experimente
Herbert Schmücke und Herbert Schneider liefern in diesem Fall eine gewohnt bodenständige Leistung ab. Der Film fängt die Atmosphäre der späten Phase des Ermittler-Duos gut ein und verzichtet auf unnötige Effekthascherei. Es ist ein Krimi der leisen Töne und der logischen Schlussfolgerungen, der zeigt, wie zerstörerisch die Arbeit im Verborgenen sein kann. Wer klassische deutsche Fernsehkunst schätzt und ein Faible für realitätsnahe Kriminalgeschichten hat, wird bei diesem "Polizeiruf 110" bestens unterhalten. Es geht weniger um Action als um die Frage, welchen Preis ein Mensch zahlt, wenn er für den Erfolg der Ermittlungen mit den Gefühlen anderer spielt.








