Wasser als Waffe: Sarah Kohr kämpft heute (27.04.2026) in "Bis auf den Grund" im ZDF gegen ein tödliches Geflecht aus Gier und Manipulation

© ZDF/Christine Schroeder
Das ZDF-Abendprogramm wird heute um 20:15 Uhr zum Schauplatz für einen der politisch brisantesten Fälle der gesamten Krimireihe, wenn Lisa Maria Potthoff in "Sarah Kohr - Bis auf den Grund" ihren Dienst antritt. Im fiktiven Blankenfleet bei Hamburg geht es um weit mehr als einen gewöhnlichen Mord: Die Privatisierung von Trinkwasser und das Recht auf Grundwasserförderung spalten die Gemeinde bis aufs Blut. Was als lokaler Bürgerprotest gegen den mächtigen Getränkekonzern Aqualis beginnt, eskaliert bei einer Demonstration völlig und fordert ein Menschenleben. Während die offizielle Polizeiversion und die Aufnahmen einer Bodycam die junge Kollegin Jule (Alva Schäfer) bereits als Täterin brandmarken, weigert sich Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff), den offensichtlichen Beweisen blind zu trauen. Ihr unbestechlicher Instinkt sagt ihr, dass hier ein weitaus größeres Spiel mit manipulierten Wahrheiten getrieben wird.
Zwischen Fronten und fingierten Krawallen
Ungewöhnlich politisch und gesellschaftlich aufgeladen präsentiert sich dieser Fall, da er gezielt zeigt, wie externe Akteure soziale Unruhen für ihre Zwecke missbrauchen. Professionelle Krawallmacher mischen sich unter die Demonstranten der Bürgerinitiative, um die Lage absichtlich zur Eskalation zu bringen und die öffentliche Meinung zu steuern. Sarah Kohr, die sich undercover unter die Polizeikräfte mischt, entdeckt dabei ein hochgefährliches Spannungsdreieck aus wirtschaftlichen Interessen, korrupten Gemeindevertretern und verzweifelten Bürgern. Inmitten dieses Chaos spielt der Polizeizugführer Till Ruprecht (Kostja Ullmann) eine Schlüsselrolle, deren wahre Tragweite sich erst nach und nach wie ein giftiges Puzzle zusammensetzt. Auch Anton Mehringer (Herbert Knaup) gerät in den Strudel der Ereignisse, als deutlich wird, dass die juristischen und politischen Verstrickungen bis tief in die Hamburger Machtzentralen reichen.
Ein moralischer Kampf gegen die eigenen Reihen
Besonders packend wird "Sarah Kohr - Bis auf den Grund" durch den moralischen Konflikt innerhalb der Polizei. Die Ermittlerin steht mit ihren Zweifeln fast allein gegen den Apparat, der den Fall schnellstmöglich zu den Akten legen will. Anton Mehringer muss dabei einmal mehr als moralischer Anker und strategischer Partner fungieren, während Sarah der Spur der Drahtzieher folgt. Es offenbart sich, dass viele Beamte vor Ort selbst aus der Region stammen und somit in einem unlösbaren Loyalitätskonflikt zwischen ihrem Eid und ihrer Heimat stecken. Je tiefer Sarah in den Sumpf aus Lügen und lukrativen Förderrechten eintaucht, desto deutlicher wird, dass sie zur Zielscheibe derer geworden ist, die für Profit buchstäblich über Leichen gehen.
Unbequeme Wahrheiten unter der Oberfläche
Regie und Drehbuch nutzen das Setting in Blankenfleet meisterhaft, um die dichte Atmosphäre eines modernen Thrillers zu erzeugen, der den Finger in eine aktuelle gesellschaftliche Wunde legt. Lisa Maria Potthoff zeigt in dieser Episode eine neue Facette ihrer Figur: Sarah Kohr agiert weniger als unbesiegbare Kampfmaschine, sondern als nachdenkliche Beobachterin eines Systems, das die Kontrolle verloren hat. An der Seite von Anton Mehringer (Herbert Knaup) entfaltet sich ein Szenario, das die Weigerung zeigt, komplexe Probleme mit einfachen Antworten abzuspeisen. Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis, dass Wasser heute ein Machtfaktor ist, für den skrupellose Drahtzieher bereit sind, eine ganze Region zu destabilisieren. Ein intensiver, moderner Thriller, der durch seine Ernsthaftigkeit und Aktualität noch lange nach dem Abspann im Kopf bleibt.
Der Thriller "Sarah Kohr - Bis auf den Grund" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.








