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Der allererste Fall für Schmücke und Schneider: "Der Pferdemörder" heute Abend (08.06.2026) im MDR

Montag, 08.06.2026 13:44 Uhr | Tags: MDR, Krimi, Polizeiruf 110, Jaecki Schwarz, Herbert Schneider

Aus Anlass "55 Jahre Polizeiruf 110" wiederholt der MDR heute (08.06.2026) um 20:15 Uhr noch einmal den Polizeiruf 110 "Der Pferdemörder". Für Liebhaber der Polizeiruf-Reihe ist das ein fester Termin, denn hier nahm die gemeinsame Arbeit der Ermittler aus Halle ihren Anfang. Es handelt sich um den ersten Fall für die halleschen Kommissare Schmücke und Schneider, verkörpert von Jaecki Schwarz (Herbert Schmücke) und Wolfgang Winkler (Herbert Schneider), dessen Erstausstrahlung bereits 30 Jahre zurück liegt. Angesiedelt in einer rauen, wortkargen Provinz entfaltet der Film eine ganz eigene, dichte Atmosphäre.

Blutige Spuren zwischen Halle und dem Harz

Seit einigen Wochen gibt es immer wieder Anschläge eines Pferdemörders, der zwischen Halle und dem Harz Tiere tötet. Das Vorgehen des Unbekannten ist von erschreckender Kaltblütigkeit geprägt: Zuerst betäubt er die Pferde mit einem Bolzenschussgerät und schneidet ihnen dann mit einem Messer die Halsschlagader durch. Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke soll die Ermittlungen aufnehmen und begibt sich in die Harzgemeinde Bingerode, wo die letzten schwerwiegenden Tötungen vorkamen. Am Tatort angekommen, sorgt der Zufall für eine unverhoffte Überraschung. Schmücke trifft dort auf seinen alten Bekannten von der Polizeischule Aschersleben Herbert Schneider, der im Ort als Kontaktbereichsbeamter arbeitet und die lokalen Gegebenheiten genau kennt.  

Ein verschwundener Bauer und die Mauer des Schweigens

Schon in der nächsten Nacht schlägt der Pferdemörder, der zuvor ein Pferd der Opernregisseurin Edith Reger (Marita Böhme) getötet hatte, erneut zu. Diesmal trifft es die Koppel von Bauer Manfred Löffler (Hans-Peter Reinecke), dessen Söhne Jacob (Christian Näthe) und Peter (Eduard Burza) aus dem väterlichen Betrieb eigentlich eine Pferdepension machen wollten. Kurios ist jedoch, dass der als mürrisch und zanksüchtig bekannte Manfred Löffler seit dieser Nacht spurlos verschwunden ist. Als die Kriminaltechnikerin Rank (Susanne Böwe) in Löfflers Motorradbeiwagen sowohl Blut als auch ein Bolzenschussgerät findet, gerät der Landwirt selbst unter dringenden Tatverdacht. Doch die Laborergebnisse bringen die Wende: Das Werkzeug wurde zwar benutzt, das Blut stammt jedoch von Löffler selbst. Schmücke vermutet eine Bluttat aus Rache, denn der tyrannische Bauer war im Dorf verhasst und lag im Dauerclinch mit dem wohlhabenden Kurt Glaser (Gerd Preusche), den er als gierigen Kraken beschimpfte.

Ein düsterer Abgrund und die Geburt eines Ermittlerduos

Der Polizeiruf 110 "Der Pferdemörder" erzählt seinen Fall als sprödes Provinzdrama, weil der Tod mehrerer Tiere eine Kette aus Misstrauen, verletzter Ehre und dörflichen Feindbildern auslöst und die Ermittler in eine Gemeinschaft führt, in der jeder Verdacht sofort persönliche Folgen hat und niemand wirklich redet. Als die Situation durch Erpresserbriefe und eine schießwütige Bürgerwehr eskaliert, brechen die dörflichen Fassaden zusammen. In ihrer Verzweiflung gesteht Gisela Löffler (Renate Geißler) den Kommissaren schließlich, dass sie ihren betrunkenen Ehemann beim Abschlachten eines Pferdes erwischt und ihn im Affekt erstochen hat, woraufhin der Totengräber Rudi Winter (Carl Heinz Choynski) ihr beim Verstecken der Leiche in einem frisch ausgehobenen Grab half. 

Der Polizeiruf 110 "Der Pferdemörder" setzt auf karge Landschaften, wortkarge Figuren und eine stetige Reibung zwischen Aberglauben, Wut und echter Verzweiflung, während sich der Fall langsam von der Tierquälerei zu einem menschlichen Abgrund verschiebt. Am Ende entsteht ein Polizeiruf, der weniger auf Tempo als auf Atmosphäre baut und zeigt, wie dünn die Grenze zwischen verletzter Würde und Gewalt werden kann, wenn ein Dorf sich selbst überlassen bleibt.


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