Happy-Spots - Mein Online Magazin

WDR feiert heute (19.06.2026) das Doppeljubiläum von BAP und Wolfgang Niedecken mit der Doku "Verdamp lang her - 50 Jahre BAP"

Freitag, 19.06.2026 13:38 Uhr | Tags: WDR, Dokumentation

Großes Musikfernsehen zur besten Sendezeit: Heute um 20:15 Uhr zeigt der WDR die neue, 45-minütige Dokumentation "Verdamp lang her - 50 Jahre BAP" und würdigt damit ein außergewöhnliches Doppeljubiläum. Die 1976 von Wolfgang Niedecken gegründete Kölsch-Rock-Formation BAP feiert ihr 50-jähriges Bestehen, während ihr kreativer Kopf und Frontmann gerade erst seinen 75. Geburtstag zelebrieren durfte. Regisseur Peter Scharf wirft in seinem Film einen kompakten, aber tiefgründigen Blick auf das Phänomen BAP, das trotz des kölschen Dialekts mit sagenhaften 13 Nummer-eins-Alben Musikgeschichte geschrieben hat.

Blick hinter die Kulissen der Kölner Philharmonie und prominente Gratulanten

Als aktueller roter Faden dient der Dokumentation "Verdamp lang her - 50 Jahre BAP" ein exklusiver Blick hinter die Kulissen. Ein Filmteam begleitete Wolfgang Niedecken bei den intensiven Vorbereitungen zu einem ganz besonderen Konzert in der Kölner Philharmonie. Im Zuge dessen kommen auch aktuelle Bandmitglieder wie die Geigerin Anne de Wolff ausführlich zu Wort. Sie berichtet aus erster Hand, wie es sich anfühlt, heute Teil dieser legendären Rockformation zu sein. Ergänzt wird die Hommage durch hochkarätige Weggefährten und Gratulanten aus der Musikszene. Unter anderem beschreiben Campino von den Toten Hosen, Clueso und der Musiker sowie Autor Thees Uhlmann den prägenden Einfluss der Band, wobei Uhlmann den Kölner Frontmann im Film ehrfürchtig als "Lyrik-GOAT" (Greatest of all time) adelt.

Von den Anfängen in der Südstadt zum historischen DDR-Politikum von 1984

Die Dokumentation spannt den Bogen zurück zu den Wurzeln in der Kölner Südstadt, wo 1976 die allerersten Proben stattfanden. Aus dem lokalen Geheimtipp entwickelte sich schnell der unverkennbare Kölsch-Rock-Sound, der Anfang der 1980er Jahre mit dem Meilenstein-Album "Für usszeschnigge" (1981) und der zeitlosen Hymne "Verdamp lang her" den bundesweiten Durchbruch brachte. Ein historischer Kernpunkt des Films widmet sich der geplatzten DDR-Tournee im Januar 1984. Weil Wolfgang Niedecken sich weigerte, das hochpolitische und zensurkritische Lied "Deshalv spill mer he" von der Setliste zu streichen, sagten die DDR-Behörden die gesamte Tour kurz vor dem Start ab - ein bis heute faszinierendes Politikum der deutschen Musikgeschichte.

Klare politische Kante, interne Krisen und ein emotionaler Wendepunkt

Neben der musikalischen Evolution beleuchtet der Film das unermüdliche gesellschaftliche Engagement der Band. BAP positionierte sich stets als explizit politische Stimme, sei es auf den historischen Friedensdemonstrationen im Bonner Hofgarten, beim Kampf gegen die Atomkraft oder durch Niedeckens klare Kante gegen Rechtsextremismus im Rahmen der Kölner Initiative "Arsch huh, Zäng auserda". Dabei spart die Dokumentation "Verdamp lang her - 50 Jahre BAP" auch die tiefen internen Reibungspunkte und Besetzungswechsel nicht aus. Gezeigt wird, wie der schmerzhafte Ausstieg von Kult-Gitarrist Klaus "Major" Heuser Ende der 1990er Jahre die Band erschütterte und wie Niedecken sie danach immer wieder neu erfand. Als intimster und emotionaler Wendepunkt der jüngeren Bandhistorie wird zudem Niedeckens schwerer Schlaganfall im Jahr 2011 thematisiert und sein beeindruckender Weg zurück auf die Live-Bühne gezeichnet.

Ein dichtes Porträt aus exklusiven Interviews und seltenen Archivschätzen

In den 45 Minuten Laufzeit gelingt der Dokumentation "Verdamp lang her · 50 Jahre BAP" ein beachtlicher Spagat zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Regisseur Peter Scharf stützt sich dabei auf ausgiebige, aktuelle Interviews mit Wolfgang Niedecken selbst sowie mit ehemaligen und aktiven Wegbegleitern. Zum lebendigen Zeitzeugnis wird der Film vor allem durch den klugen Einsatz von seltenem, teilweise noch völlig unveröffentlichtem Archivmaterial, privaten Dokumenten und mitreißenden Konzertmitschnitten. Wer die fünf Jahrzehnte dauernde Reise einer der wichtigsten deutschen Rockbands noch einmal kompakt, ehrlich und emotional nacherleben möchte, sollte heute Abend im WDR einschalten.

Die Doku "Verdamp lang her · 50 Jahre BAP" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar (verfügbar bis zum 15.06.2026 um 16 Uhr).


Das könnte Sie auch interessieren

Ein drängendes, vielschichtiges Drama über Freundschaft, gesellschaftliche Ausgrenzung und die Macht der Erzählung: Am 5. November 2026 kommt mit „Drei Kameradinnen“ die Verfilmung des gefeierten Romans von Shida Bazyar auf die großen Leinwände. Hani (Brikena Ray), Kasih (Bayan Layla) und Saya (Manal Raga a Sabit) sind seit ihrer Kindheit... weiterlesen

(DJD) Strandkorb-Wetter war gestern – und das ist für Nordsee-Fans eine ausgesprochen gute Nachricht. Wenn der hochsommerliche Trubel abzieht, gehört Wilhelmshaven wieder den Genießern: den Spaziergängern am Südstrand, den Hafenbummlern, Saunafans und allen, die sich frischen Wind gern ordentlich um die Nase wehen lassen. Die charmant-raue Küstenstadt... weiterlesen

Wenn Liam Neeson die Fäuste ballt, bleibt kein Stein auf dem anderen: Am Donnerstag, den 30. Oktober 2026 um 20:15 Uhr, zeigt ProSieben mit dem Action-Thriller „Ice Road: Vengeance“ (AUS/USA 2025, 102 Min.) eine hochkarätige Free-TV-Premiere. Nach dem packenden Überlebenskampf im ersten Teil kehrt der irische Superstar als abgebrühter Trucker Mike McCann... weiterlesen

Keine Gag-Karten, kein Notfall-Spickzettel und garantiert kein einstudiertes Programm: In der gigantischen Münchner Olympiahalle steht Comedy-Tausendsassa Michael Bully Herbig vor der größten Mutprobe seiner Karriere. RTL zeigt das spektakuläre Live-Experiment „Bully – Leider Live! Garantiert ohne Programm“ (am Donnerstag, 29. Oktober 2026 um 20:15 Uhr)... weiterlesen

Perfekt für eine Pause zwischendurch: Auf dem Kammweg im Erzgebirge und Vogtland kann man Natur pur genießen.
© DJD/Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen/FConsolati

Mutmacherinnen in unruhigen Zeiten: Die Spuren starker Frauen in Sachsen inspirieren

Ob im Erzgebirge, in Leipzig oder im Vogtland: In ganz Sachsen wandeln Reisende auf den Spuren bemerkenswerter Frauen, die in unsicheren Zeiten Unternehmen gründeten, Musik von Weltrang komponierten und die Politik prägten. Manche von ihnen wurden berühmt, andere wirkten eher im Hintergrund. Ihre Geschichten und Wirkungsstätten sind bis heute lebendig und machen Lust auf... weiterlesen

Wenn es draußen langsam kalt wird und die Morgensonne das Wohnzimmer in warmes Licht taucht, gibt es kaum etwas Gemütlicheres als ein ausgiebiges Adventsfrühstück. Ein Marmeladen- und Konfitüre-Adventskalender bringt jeden Tag eine kleine, fruchtige Überraschung auf den Tisch: Anstelle von Schokolade wartet jeden Morgen ein neues Mini-Glas mit köstlichen... weiterlesen