Wenn das Gehirn zur Zielscheibe wird: Kommissarin Lindholm im Tatort "Krieg im Kopf" auf Spurensuche in der Psyche - heute (14.04.2026) im WDR

© WDR/NDR/Manju Sawhney
Das Polizeipräsidium wird in einem Moment der vermeintlichen Routine zum Schauplatz einer blutigen Tragödie, als ein Mann völlig aufgelöst den Raum betritt. Der WDR zeigt heute (14.04.2026) um 20:15 Uhr noch einmal den Göttingen-Tatort "Krieg im Kopf", in dem Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und ihre Göttinger Kollegin Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) mit den dunklen Schatten der Bundeswehr konfrontiert werden. Alles beginnt mit Benno Vegener, einem traumatisierten Ex-Soldaten, der verzweifelt von Stimmen in seinem Kopf berichtet. Als ihn niemand ernst nimmt, eskaliert die Situation: Er nimmt Lindholm als Geisel, woraufhin Schmitz den Mann in Notwehr erschießt. Doch dieser tödliche Schuss ist erst der Anfang eines Falls, der die Ermittlerinnen tief in ein Geflecht aus psychologischer Manipulation und militärischen Geheimnissen führt.
Ein einsamer Kampf gegen unsichtbare Mächte
Trotz eines ausdrücklichen Verbots ihres Vorgesetzten beginnt Charlotte Lindholm auf eigene Faust zu recherchieren, da ihr die Panik des Toten keine Ruhe lässt. In der Wohnung des erschossenen Soldaten stößt sie auf ein grausiges Szenario: Vegeners Ehefrau liegt stranguliert in der Badewanne, während der kleine Sohn völlig verstört überlebt hat. Die Spur führt die Kommissarin zu einem Bundeswehr-Einsatz in Mali, von dem Vegener vor sechs Monaten mit schweren psychischen Störungen zurückkehrte. Seltsamerweise erlitten fast alle Kameraden seiner damaligen Einheit ein ähnliches Schicksal - Selbstmorde und psychische Zusammenbrüche häufen sich, und die Witwen der Verstorbenen berichten ebenfalls von mysteriösen Stimmen, die ihre Männer in den Wahnsinn trieben.
Wenn Hightech zur Waffe gegen den eigenen Verstand wird
Im Laufe der Ermittlungen erhärtet sich der Verdacht, dass die Soldaten Opfer eines fehlgeschlagenen Militär-Projekts wurden. Lindholm entdeckt Hinweise auf spezielle Gefechtshelme, die mittels Hirnstimulation die Leistungsfähigkeit steigern sollten, aber offenbar fatale Nebenwirkungen hatten. Der Film von Regisseur Jobst Christian Oetzmann wagt sich hier weit in das Territorium der Verschwörungserzählungen vor, als die Kommissarinnen am eigenen Leib erfahren, wie künstliche Stimmen und fremdgesteuerte Impulse die Wahrnehmung verzerren können. Auch Anaïs Schmitz gerät heute Abend psychisch unter Druck, da sie von Visionen des Getöteten heimgesucht wird und plötzlich Fotos von Kriegsopfern auf ihrem Handy erscheinen, die wie von Geisterhand wieder verschwinden.
Ein unruhiger Krimi zwischen PTBS und Polit-Thriller
Der Tatort "Krieg im Kopf" ist ein hochgradig ambitionierter Beitrag der Reihe, der versucht, Themen wie posttraumatische Belastungsstörungen und skrupellose Rüstungsgeschäfte miteinander zu verknüpfen. Während die Kriminaltechnik Beweise für gezielte Manipulationen durch Hyper-Sonic-Sound findet, wird klar, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) bereit ist, über Leichen zu gehen, um das Versagen der Technik in Mali zu vertuschen. Zwar wirkt die Handlung durch die Fülle an Themen und technologischen Horrorszenarien zeitweise etwas überfrachtet, doch die Spannung bleibt hoch, wenn Lindholm und Schmitz gegen einen Gegner kämpfen, der scheinbar direkt in das Bewusstsein seiner Opfer eingreifen kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Gerechtigkeit in diesem Fall nur durch einen mutigen Schritt an die Öffentlichkeit möglich ist, bevor die Akten für immer im Panzerschrank verschwinden.








