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Wien-Tatort "Azra": Eisner und Fellner ermitteln im georgischen Clan-Milieu - heute (12.07.2026) in der ARD

Sonntag, 12.07.2026 14:08 Uhr | Tags: ARD, Krimi, Tatort, Harald Krassnitzer, Adele Neuhauser

Der Wien-Tatort "Azra" läuft heute (12.07.2026) um 20:15 Uhr als Wiederholung in der ARD und stellt das Ermittler-Duo Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) vor eine Wand aus Schweigen und Korruption innerhalb der organisierten Kriminalität. Die ARD zeigt einen Kriminalfall, in dem die Strukturen eines osteuropäischen Netzwerks die Wiener Ermittler an ihre Belastungsgrenzen bringen. Regie und Drehbuch verzichten auf klassische Action-Muster und konzentrieren sich stattdessen auf ein psychologisch dichtes Geflecht, das die moralischen Grauzonen von verdeckten Polizeioperationen offenlegt.

Mord vor der Bar und eine riskante V-Person

Die Handlung setzt ein, als Luka Datviani (Temiko Chichinadze), ein Angehöriger eines mächtigen georgischen Mafia-Clans, nach einem Streit vor der Bar Bassiani aus dem Hinterhalt erschossen wird. Am Tatort bietet der Clan-Chef Beka Datviani (Lasha Bakradze) den Ermittlern eine scheinbare Kooperation an, fordert im Gegenzug jedoch Informationen über den Ermittlungsstand, worauf Eisner und Fellner nicht eingehen. Schwung kommt in den Fall, als Eva Brunner (Zeynep Buyraç) aus dem Wirtschaftsdezernat berichtet, dass eine Informantin den Clan-Chef selbst der Tat bezichtigt, wofür es jedoch keine Beweise gibt. Bei dieser Informantin handelt es sich um Azra (Mariam Hage), die bereits seit längerer Zeit die Abteilung für Wirtschaftskriminalität im Umfeld des Datviani-Clans unterstützt. Eisner, der die junge Frau persönlich kennt, nutzt die Situation und sorgt dafür, dass sie im Clan zur Leibwächterin des Chefs aufsteigt. Gegen den expliziten Befehl ihrer Führungskraft ermöglicht der Ermittler ihr eine letzte Schicht, bei der sie, ausgerüstet mit einer Wanze, nach Beweisen suchen soll. Sie findet tatsächlich einen wichtigen Schließfach-Schlüssel, erscheint danach jedoch nicht am vereinbarten Treffpunkt, woraufhin eine verdeckte Suche der Polizei anläuft.

Entführung und ein unerwartetes Geständnis

Die Ermittlungen führen das Duo Eisner und Fellner zu Irakli Datviani (Vladimir Korneev), dem Sohn des Clan-Chefs, der die Informantin entführt hat. Bevor er die Frau auf Befehl seines Vaters erschießen kann, greifen Eisner und Fellner im letzten Moment ein und verhaften die beiden Datvianis. Nach der Sicherstellung des Schließfach-Inhalts, der neben Pässen und Bargeld auch einen Ring des Ermordeten zutage fördert, scheint der Fall gelöst. Bei der abschließenden Gegenüberstellung bricht das Konstrukt jedoch zusammen: Azra offenbart, dass der Clan-Chef einst ihren Bruder ermorden ließ. Um Rache zu nehmen, schleuste sie sich bei den Kriminellen ein, erschoss Luka Datviani selbst und legte gezielt die Indizien aus, die nun zur Verurteilung des Clan-Chefs führen würden. Sie stellt die Ermittler vor ein moralisches Dilemma, da die Aufdeckung ihrer Eigenregie die Verurteilung des Mafioso wegen seiner tatsächlichen Verbrechen vor Gericht verhindern würde.

Recht gegen Gerechtigkeit am Pranger

Der Wien-Tatort "Azra" zeigt eindringlich das Dilemma auf, in dem sich die Ermittler bewegen, wenn die Grenzen zwischen Recht und Gerechtigkeit verschwimmen. Das Drehbuch verzichtet auf eine einfache Auflösung und überlässt es den Hauptfiguren, eine Entscheidung zu treffen, die ihr eigenes Berufsethos infrage stellt. Der Fokus liegt ganz auf den schauspielerischen Leistungen und der Dynamik des Ensembles, was die Spannung bis zur letzten Sekunde aufrechterhält. Wer einen vielschichtigen Kriminalfilm schätzt, der den Zuschauern keine fertigen Antworten serviert und moralische Grauzonen ausleuchtet, trifft mit diesem Wiener Fall eine gute Wahl für den Fernsehabend.


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