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Arztmord mit dunklen Motiven: "Polizeiruf 110: Schatten" heute (20.10.2025) im MDR

Montag, 20.10.2025 14:09 Uhr | Tags: MDR, Krimi, Polizeiruf 110, Jaecki Schwarz, Wolfgang Winkler

Einer der psychologisch komplexeren Fälle des Kultduos Schmücke und Schneider kehrt heute (20.10.2025) auf die Bildschirme zurück. Der MDR wiederholt um 20:15 Uhr den "Polizeiruf 110: Schatten", eine Folge, die nicht nur einen klassischen Whodunit präsentiert, sondern auch gesellschaftliche Missstände und menschliche Abgründe beleuchtet. Dieser Film ist mehr als ein Kriminalfall; er ist eine Sozialstudie, die zeigt, wie wenig wir über das Doppelleben der Menschen um uns herum wissen.

Kultduo auf Spurensuche in den Randzonen

In dieser Folge des Formats ermitteln die Kommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler). Sie werden in die Gemeinschaftspraxis von Dr. Winter (Markus Knüfken), Dr. Thomas Kugler (Johannes Gabriel) und Doris Kugler (Sandra Speichert) gerufen. Dr. Kugler wurde tot aufgefunden, Medikamente fehlen. Zunächst deuten Schmücke und Schneider auf einen Raubmord im Affekt hin. Ein junger Mann wird als flüchtiger Verdächtiger identifiziert, der später als Leonid Tscherkassow (Leon Palamarciuc) in einem Krankenhaus im Koma liegt. Die Ermittlungen führen die Kommissare schnell in ein unerwartetes Milieu. Dr. Kugler behandelte offensichtlich aus humanitären Gründen sehr viele nicht versicherte und mittellose Patienten, darunter Geflüchtete und Menschen ohne Aufenthaltsstatus. Damit thematisiert der Film auf subtile Weise medizinische Versorgungslücken und gesellschaftliche Randzonen - ein sozialkritisches Element, das über das übliche Krimi-Klischee hinausgeht.

Doppelleben und die Schatten der Figuren

Der Titel "Schatten" trägt eine doppelte Bedeutung. Er verweist auf die düstere Tatnacht, aber vor allem auf die psychischen Schatten, die jede Hauptfigur mit sich herumträgt. Die Sprechstundenhilfe Marion Menge (Floriane Daniel) ist ein zentraler Dreh- und Angelpunkt, denn sie leidet unter Depressionen und verheimlicht wichtige Details. Sie hat mittellosen Patienten ihres Chefs über ihren Mann Robert Menge (Michael Schenk) Schwarzarbeit und Quartiere verschafft. Auch Leonid Tscherkassow und seine junge Frau hatten eine Wohnung in einem von Menges Häusern. Als Leonids Frau Ira Tscherkassow einer Krankheit erliegt, entsorgen die Menges die Leiche in der Saale, um ihre illegalen Machenschaften zu vertuschen. Diese Verstrickung in die Schattenwirtschaft und die daraus resultierende Vertuschung hält die Menges der Polizei gegenüber sehr bedeckt.

Die Wahrheit ist eine Beziehungstat

Trotz aller Indizien, die auf einen Raubmord durch einen drogenabhängigen Täter hindeuten, vermuten Schmücke und Schneider schon bald, dass es sich um eine Beziehungstat handeln muss. Die Razzia in Robert Menges Recyclingfirma bringt zwar seine illegalen Machenschaften ans Licht - er gesteht, dass Ira Tscherkassow an den Folgen eines unbehandelten Treppensturzes in seiner Firma starb - doch er leugnet den Mord an Dr. Kugler. Stattdessen lenkt er die Ermittlungen auf Kuglers Frau Doris Kugler (Sandra Speichert), die ein Verhältnis mit Dr. Winter (Markus Knüfken) hat.

Die Obduktion bringt schließlich die medizinische Überraschung. Dr. Kugler litt am Marfan-Syndrom, was bedeutet, dass der Schlag, den er erhielt, nicht primär tödlich war, sondern den Riss seiner Aorta verursachte, was zum inneren Verbluten führte. Kommissar Schmücke gelingt es, Doris Kugler durch eine geschickte Überlistung zum Geständnis zu bringen. Sie wollte ihren Mann loswerden, um mit Dr. Winter frei zu sein, die Praxis neu auszurichten und vor allem die von Kugler praktizierte Gratis-Versorgung unversicherter Patienten zu beenden. Doch auch Winter wusste von Kuglers lebensbedrohlicher Krankheit und nahm dessen Tod billigend in Kauf. Beide werden wegen gemeinschaftlichen Mordes verhaftet. Die Folge präsentiert sich damit nicht als lauter Action-Krimi, sondern als psychologisch grundierter Fall mit betonter unaufgeregter Erzählweise des Regisseurs Jorgo Papavassiliou.


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