"Eine Leiche zu viel" kann es nur im Münster-Tatort geben! Boerne und Thiel ermitteln heute (19.05.2026) im BR Fernsehen

© BR/WDR/Jürgen Thiele
Der Präpariersaal der Westfälischen Wilhelms-Universität wird im Münster-Tatort "Eine Leiche zu viel", den das BR Fernsehen heute (19.05.2026) um 20:15 Uhr ausstrahlt, zum Schauplatz eines äußerst bizarren Verbrechens. Für die Medizinstudenten beginnt der reguläre Präparierkurs am anatomischen Institut, doch unter den Körperspenden befindet sich plötzlich eine Tote zu viel. Die junge Frau weist eine verdächtige Einstichstelle unter dem rechten Rippenbogen auf, obwohl sie laut den offiziellen Papieren eigentlich im Jahrgang 1935 geboren sein müsste. Rechtsmediziner Professor Dr. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers), der die sterblichen Überreste zuvor persönlich freigegeben hatte, gerät unter massiven Erklärungsdruck und muss den Fall schleunigst aufklären. Institutsleiter Professor Dr. med. Gregor Härtling (Jürgen Hentsch) erkennt in dem Leichnam die französische Chemikerin Dr. Amélie Blanc (Susanne Berckhemer) wieder, die als Hospitantin in der Apoptose-Forschung tätig war und seit einer Abschlussfeier im April spurlos vermisst wurde.
Inoffizielle Ermittlungen trotz Gipsbein und Muttersöhnchen-Allüren
Um einen gigantischen Skandal im Vorfeld einer wichtigen wissenschaftlichen Preisverleihung abzuwenden, bittet Boerne seinen Kollegen Kriminalhauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) um einen diskreten Freundschaftsdienst. Thiel ist wegen einer Fußverletzung eigentlich krankgeschrieben, nimmt die Fährte in der Anatomie aber dennoch ohne offiziellen Auftrag auf. Unterstützung erhält das eingespielte Team von Kommissarin Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) und Boernes schlagfertiger Assistentin Silke "Alberich" Haller (Christine Urspruch). Während der Rechtsmediziner bei der Obduktion fremdes Sperma sichert und Thiel eine großflächige DNA-Reihenuntersuchung unter den Institutsmitarbeitern einleitet, fordert das Privatleben der beiden Männer volle Aufmerksamkeit. Thiel plagt das schlechte Gewissen, weil er das Geburtstagsgeschenk für seinen in Neuseeland lebenden Sohn zu spät abgeschickt hat. Boerne wiederum mutiert zum anstrengenden Muttersöhnchen, da seine Mutter Erika Boerne (Carola Regnier) für ein paar Tage bei ihm einzieht und ihn ordentlich auf Trab hält.
Blutige Spur im Hafen und ein tödliches Labor-Geheimnis
Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als der französische Witwer Thierry Blanc (Silvan-Pierre Leirich) in Münster eintrifft und auf eigene Faust ermittelt. Der Druck auf die Forschungsgruppe um Dr. Carla Hanke (Nele Mueller-Stöfen) und Dr. Kehl (Lars Gärtner) wächst unaufhörlich. Kurz nachdem Boerne von den Wissenschaftlern eine DNA-Probe fordert, nimmt sich Institutsleiter Härtling durch Autoabgase das Leben. Thiel findet heraus, dass Härtling ein Verhältnis mit der toten Amélie hatte und der Ehemann davon wusste. Als die Ermittler den Witwer in seinem Hotel am Hafen konfrontieren wollen, finden sie ihn nur noch ermordet vor - mit der exakt gleichen Einstichstelle wie seine Frau. Bei der Verfolgung des flüchtigen Täters wird Boerne hinterrücks niedergeschlagen und verliert das Bewusstsein. Er erwacht gefesselt auf einem Stuhl in den Kellerräumen des Instituts, wo ihm Carla Hanke mit der Giftspritze in der Hand ein eiskaltes Geständnis ablegt. Sie hat ihre Kollegen getötet, weil Amélie die gefälschten Ergebnisse der lukrativen Krebsforschung nicht mittragen wollte. Im allerletzten Moment stürmt Thiel in Begleitung von Alberich das Labor und kann die skrupellose Medizinerin überwältigen.
Mörderische Wissenschaft mit dem perfekten Dialogwitz
Der Münster-Tatort "Eine Leiche zu viel" verdankt seinen enormen Unterhaltungswert der hervorragenden Balance zwischen einem handfesten, klassischen Kriminalfall und skurrilen Nebengeschichten. Staatsanwältin Wilhelmine Klemm, hier vertreten durch die Staatsanwältin Dorn (Ute Willing), sowie Thiels umtriebiger Vater Herbert Thiel (Claus D. Clausnitzer) runden das bewährte Münster-Universum perfekt ab. Die Inszenierung verzichtet auf extreme gesellschaftskritische Zeigefinger und setzt stattdessen auf das unschlagbare, trockene Timing zwischen dem bodenständigen Ermittler und dem arroganten Professor. Die düstere Atmosphäre des Präpariersaals bildet einen wunderbaren Kontrast zu den humorvollen Reibereien des Duos. Am Ende bleibt ein erstklassiger, spannender Fall, der den vermeintlichen Klamauk zu einem absolut liebenswerten Bestandteil anspruchsvoller Krimi-Unterhaltung macht.
Der Münster-Tatort "Eine Leiche zu viel" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar (verfügbar bis zum 19.05.2027).








