Herzkino "Frühling": "Einhundert Meter" zwischen Hoffnung und Verzweiflung heute (18.01.2026) im ZDF

© ZDF/Barbara Bauriedl
Ein idyllischer Morgen in den Alpen verwandelt sich binnen Minuten in den schlimmsten Albtraum aller Eltern. Wenn heute Abend um 20:15 Uhr im ZDF die neue Folge "Einhundert Meter" der beliebten Herzkino-Reihe "Frühling" über die Bildschirme flimmert, steht die Dorfhelferin Katja Baumann (Simone Thomalla) vor einer ihrer emotionalsten Herausforderungen. In der Episode "Einhundert Meter" wird das malerische Dorf Schauplatz eines Falls, der nicht nur die Nerven der betroffenen Familie, sondern die der gesamten Gemeinschaft zerreißt. "Frühling - Einhundert Meter" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.
Ein Kind verschwindet im toten Winkel
Alles beginnt mit der unbändigen Neugier eines Dreijährigen. Während die Mutter Trixie Weber (Nina Schmieder) noch tief schläft und Vater Mark (Marco Girnth) bereits seinen Verpflichtungen als Tierarzt nachgeht, schleicht sich der kleine Karlchen unbemerkt aus seinem Bett. Die Haustür steht einen Spalt offen, die Freiheit lockt, und so tapst der Junge hinaus in den frühen Morgen. Als das Fehlen des Kindes bemerkt wird, bricht augenblicklich Panik aus. Das gesamte Dorf mobilisiert sich, jeder Winkel wird durchsucht, doch von Karlchen fehlt jede Spur. Besonders rätselhaft wird die Situation, als die Polizisten Siggi (Sebastian Gerold) und Charlie (Thomas Birnstiel) die Aufzeichnungen der örtlichen Überwachungskameras sichten. Die Bilder zeigen den Jungen am Friedhof, doch auf einer Strecke von exakt einhundert Metern zwischen zwei Kameras verliert sich seine Fährte komplett. Es ist, als hätte sich das Kind mitten im Dorf in Luft aufgelöst.
Zwischen Familienbanden und neuen Gesichtern
Katja Baumann ist sofort zur Stelle, um die verzweifelten Eltern zu unterstützen. Dabei jongliert sie gleichzeitig mit eigenen privaten Baustellen. Eigentlich hatte sie sich darauf gefreut, dass die Familie Springer aus dem Krankenhaus zurückkehrt, doch Komplikationen nach einer Operation sorgen dafür, dass die kleine Sarah (Anna Triebel) weiterhin in Katjas Obhut bleiben muss. Die Sorge um das verschwundene Kind und die Verantwortung für Sarah fordern der Dorfhelferin alles ab. Parallel dazu sorgt ein mysteriöser Ankömmling für Gesprächsstoff im Ort. Ein junger Mann namens Arthur Moser (Timur Bartels) taucht auf seinem Motorrad in Frühling auf und stellt sich als ein entfernter Verwandter von Pfarrer Sonnleitner (Johannes Herrschmann) vor. Ein DNA-Test im Internet soll die beiden zusammengeführt haben, doch hinter dem plötzlichen Familiensinn scheint mehr zu stecken, als es den Anschein hat.
Ein Dorf hält den Atem an
Die Stärke dieser Episode liegt vor allem in der Darstellung des dörflichen Zusammenhalts, bei dem auch altbekannte Charaktere wie Adrian Steinmann (Cristo Ferkic), Lilly Engel (Julia Willecke) und Heidrun Niedermayer (Catalina Navarro Kirner) das Geschehen begleiten. Wenn die Suche nach Karlchen die Bewohner zusammenschweißt, bekommt der Zuschauer viele vertraute Gesichter in kurzen, aber prägnanten Momenten zu sehen. Marco Girnth verkörpert die Ohnmacht eines Vaters eindringlich, während das gesamte Ensemble die gewohnt warmherzige Atmosphäre der Serie trägt. Die Suche nach der Wahrheit hinter den mysteriösen einhundert Metern führt die Ermittler und Katja tief in das Geflecht aus Sorgen und Hoffnungen, das diesen Ort seit jeher auszeichnet.
Man muss jedoch konstatieren, dass die Geschichte trotz des spannenden Krimielements mit den Überwachungskameras ein klassisches Herzkino-Stück bleibt. Die Grundidee des Verschwindens auf kurzer Distanz verspricht anfangs eine enorme Dynamik, die im weiteren Verlauf leider etwas verflacht, da die Inszenierung darauf bedacht ist, Konflikte eher sanft aufzulösen, statt sie dramaturgisch zuzuspitzen. Das Ensemble spielt gewohnt souverän und liefert emotionale Ankerpunkte, doch der Plot bleibt in weiten Teilen vorhersehbar und wagt nur wenige Risiken. Für Fans der Reihe bietet "Einhundert Meter" solide Unterhaltung mit viel Herz, auch wenn der große, nachhaltige Eindruck dieses Mal ausbleibt, weil die Dramaturgie zu sehr auf Nummer sicher geht.








