"Makellos" zwischen Dirndl & Leidenschaft: Adele Neuhauser wagt den Ausbruch aus dem Ehe-Korsett - heute (11.03.2026) in der ARD

© BR/Bavaria Fiction GmbH/Jacqueline Krause-Burberg
Das ARD-Abendprogramm präsentiert heute (11.03.2026) um 20:15 Uhr mit dem Fernsehfilm "Makellos - Eine kurze Welle des Glücks" eine Geschichte, die mutig und mit feiner Ironie die Sehnsüchte der Generation 60 plus beleuchtet. Im Mittelpunkt steht Constanze Laux, verkörpert von der unnachahmlichen Adele Neuhauser, die dem Zuschauer zeigt, dass das Streben nach Leidenschaft keine Altersgrenze kennt. Constanze führt ein Leben, das nach außen hin perfekt wirkt: Sie betreibt ein florierendes Trachtengeschäft und führt eine stabile Ehe mit ihrem Mann Anton, gespielt von Ulrich Noethen. Doch hinter der Fassade aus edlen Stoffen und bayerischer Tradition verbirgt sich eine emotionale Wüste. Während Anton sich mit dem Stillstand im Schlafzimmer arrangiert hat, wächst in Constanze die Sehnsucht nach einem Gefühl, das sie längst verloren glaubte.
Ein Callboy als Katalysator für neue Freiheit
Ein ungewöhnlicher Ratschlag ihrer besten Freundin Karin (Caroline Frank) bringt den Stein schließlich ins Rollen und führt zu einer Entscheidung, die Constanzes Weltbild erschüttert. Was zunächst als fluchtartiger Aufbruch aus einer peinlichen Hotelsuite beginnt, mündet in einer schicksalhaften Begegnung mit dem deutlich jüngeren Ricardo (Manuel Rubey). Er arbeitet im Escortservice und wird für Constanze weit mehr als nur eine gebuchte Dienstleistung. Ricardo wird zum Spiegel ihrer eigenen Wünsche und hilft ihr dabei, die verkrusteten Rollenbilder ihres Alltags abzustreifen. Die Regie nutzt diese Treffen geschickt als Kontrast zum geordneten, aber sterilen Leben im Trachtenladen, um die vorsichtige Wiederentdeckung von körperlicher Nähe und echtem Begehren greifbar zu machen.
Erpressung und dunkle Geheimnisse im Idyll
Die neu gewonnene Welle des Glücks droht jedoch jäh zu brechen, als die Unternehmerin und ihr Ehemann plötzlich zum Ziel einer perfiden Erpressung werden. Jemand scheint über Constanzes Affäre Bescheid zu wissen und versucht, Kapital aus ihrem Ausbruch zu schlagen. Dieser Krimi-Aspekt verleiht der Beziehungskomödie eine bittere Note und sorgt für eine spürbare Grundnervosität. Inmitten des Misstrauens muss Constanze feststellen, dass nicht nur sie ein Doppelleben führt. Auch Anton scheint ein Geheimnis zu hüten, das die gesamte Basis ihrer jahrzehntelangen Partnerschaft infrage stellt. Der Film verwebt diese Konflikte zu einem dichten Geflecht aus Lügen und Wahrheiten, wobei er stets den Ton zwischen stiller Melancholie und pointierter Ironie hält.
Ein eingespieltes Team für große Emotionen
Für die Umsetzung dieses Stoffes zeichnet das bewährte Kreativ-Team verantwortlich, das Adele Neuhauser bereits in Erfolgen wie "Ungeschminkt" und "Faltenfrei" glänzen ließ. Erneut gelingt es den Machern, ein gesellschaftlich relevantes Thema wie die Selbstoptimierung und die sexuelle Selbstbestimmung im Alter ohne erhobenen Zeigefinger zu verhandeln. Adele Neuhauser trägt das Werk mit ihrer präzisen und unaufgeregten Spielweise, die jede Verletzlichkeit ihrer Figur ohne unnötiges Pathos offenbart. "Makellos - Eine kurze Welle des Glücks" ist somit ein warm erzählter Fernsehfilm, der auf leise Töne setzt und gerade dadurch eine zutiefst glaubwürdige emotionale Wirkung entfaltet. Es ist ein Plädoyer dafür, sich niemals mit dem bloßen Funktionieren zufriedenzugeben, sondern den Mut aufzubringen, nach der eigenen Wahrheit zu suchen.
Der Fernsehfilm "Makellos - Eine kurze Welle des Glücks" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.








