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Mord im Gärkeller: "Wein und Wahrheit" als Finale der "Mordufer"-Krimireihe heute (27.03.2026) im ZDF

Freitag, 27.03.2026 10:44 Uhr | Tags: ZDF, Krimi, Mordufer, Freitagskrimi, Franziska Weisz, Maria Wördemann
Freitagskrimi "Wein und Wahrheit" aus der Reihe "Mordufer": Kriminalkommissarin Doro Beitinger (Franziska Weisz, l.), Sarah Hertweg von der KTU (Anna Gesa-Raija Lappe, M.) und Kriminalhauptkommissarin Chiara Locatelli (Maria Wördemann, r.) rekonstruieren nach einem mysteriösen Todesfall in einem Weinkeller den Tathergang.
Freitagskrimi "Wein und Wahrheit" aus der Reihe "Mordufer": Kriminalkommissarin Doro Beitinger (Franziska Weisz, l.), Sarah Hertweg von der KTU (Anna Gesa-Raija Lappe, M.) und Kriminalhauptkommissarin Chiara Locatelli (Maria Wördemann, r.) rekonstruieren nach einem mysteriösen Todesfall in einem Weinkeller den Tathergang.
© ZDF/Patrick Pfeiffer

Ein traditionsreiches Weingut wird heute (27.03.2026) um 20:15 Uhr im ZDF zum Schauplatz für den vierten und vorerst letzten Fall der Krimireihe Mordufer. Unter dem Titel "Wein und Wahrheit" tauchen die Ermittlerinnen Doro Beitinger (Franziska Weisz) und Chiara Locatelli (Maria Wördemann) in ein Milieu ein, das weit weniger idyllisch ist, als es die sanften Rebenhügel vermuten lassen. Alles beginnt mit einem grausigen Fund: Urs Stalder, der Chefeinkäufer eines großen Discounters, liegt tot im Gärkeller der Winzerfamilie Mockwitz. Während der Patron Hans Mockwitz (Thomas Huber) und seine Kinder Sebastian (Sebastian Fritz) und Tessa (Amelie Kiefer) zunächst steif und fest behaupten, den Mann nie gesehen zu haben, stoßen die Kommissarinnen schnell auf ein Netz aus Lügen. Es stellt sich heraus, dass Stalder keineswegs zufällig vor Ort war, sondern knallharte geschäftliche Interessen verfolgte, die das wirtschaftlich angeschlagene Weingut in seinen Grundfesten erschütterten.

Zwischen Tradition und dem Diktat der Preise

Der Krimi greift mit dem massiven Preisdruck im Lebensmittelhandel und den Folgen des Klimawandels zwei brennend aktuelle Themen auf, die den klassischen TV-Mord in einen sehr realen Kontext betten. Die Familie Mockwitz steht mit dem Rücken zur Wand, da Fehlentscheidungen der Vergangenheit und die unerbittliche Marktmacht der Discounter ihre Existenz bedrohen. Innerhalb der Familie tobt zudem ein Generationenkonflikt, der sinnbildlich für die gesamte Branche steht: Während der Vater starr an alten Methoden festhält, drängt die jüngere Generation auf Modernisierung und schnellen Profit, um den Betrieb irgendwie zu retten. Die Ermittlerinnen Doro Beitinger und Chiara Locatelli müssen sich durch diesen Sumpf aus Abhängigkeiten und Schweigen graben, wobei der Weinkeller als theatralisch enge Bühne einen beklemmenden Kontrast zur offenen Weinlandschaft bietet.

Ermittlungen im Schatten des Zolls

Als auch noch der Zoll durch einen anonymen Hinweis auf den Plan gerufen wird und das Weingut schwer belastet, geraten die Mockwitz-Geschwister vollends unter Druck. Die Handlung nutzt dieses Setting, um die oft unterschätzte Macht der Handelseinkäufer und die harten Bandagen der Qualitätsweinpolitik detailliert darzustellen. Neben den Hauptdarstellerinnen überzeugen in weiteren Rollen unter anderem Lucas Prisor als Florian Jäger und Ronald Kukulies als Gregor Eisen, die das Ensemble aus Verdächtigen und Zeugen vervollständigen. Besonders die Figur der jungen Küchenhilfe Hanne Ludvigson bringt eine ungewöhnliche Note in das Geschehen, da sie mehr zu wissen scheint, als ihre Eltern Mads (Stefan Rudolf) und Lykke (Tina Amon Amonsen) preisgeben wollen. Es reift der Verdacht, dass der Schlüssel zur Aufklärung nicht nur im geschäftlichen Ruin, sondern tief in den verstrickten Familienloyalitäten verborgen liegt.

Ein atmosphärischer Abschied mit offenem Ende

Der Freitagskrimi "Wein und Wahrheit" präsentiert sich als atmosphärisch dichter Abschluss der ersten Staffel, der vor allem durch seine soziale Verankerung und die glaubwürdige Milieustudie punktet. Zwar pendelt die Spannung gelegentlich zwischen der ruhigen Präsenz der Kommissarinnen und der fast schon kammerspielartigen Enge auf dem Gut, doch die Relevanz der Themen gibt dem Fall eine besondere Schwere. Trotz der bisher soliden Einschaltquoten für die "Mordufer"-Reihe gibt es aktuell noch keine offizielle Entscheidung des Senders über eine Fortsetzung mit einer zweiten Staffel. Wer also wissen will, ob Beitinger und Locatelli diesen verzwickten Fall zwischen Reben und Reue lösen können, sollte sich diesen packenden Freitagskrimi nicht entgehen lassen.

Alle vier Folgen aus der Krimireihe "Mordufer" sind bereits über die ZDF Mediathek abrufbar.


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