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Radikal, ehrlich, zeitlos: Das wiederentdeckte Meisterwerk „Wanda“ kehrt am 9. April 2026 ins Kino zurück

Samstag, 04.04.2026 17:31 Uhr
„Wanda“ läuft ab 09.04.2026 im Kino.
„Wanda“ läuft ab 09.04.2026 im Kino.
© HappySpots / Filmplakat: Grandfilm

Es gibt Filme, die ihrer Zeit so weit voraus waren, dass sie erst Jahrzehnte später ihre volle Wirkung entfalten. „Wanda“, das einzige Regiewerk der Schauspielerin Barbara Loden, ist ein solches Juwel. Ab dem 9. April 2026 kehrt dieses raue, ehrliche Stück Filmgeschichte zurück auf die große Leinwand – eine Einladung, eine der eigenwilligsten Frauenfiguren des Kinos neu zu entdecken.

Inmitten der grauen Industrielandschaften Pennsylvanias driftet Wanda (Barbara Loden) durch ihr Leben. Sie hat ihren Mann und ihre Kinder verlassen, besitzt nichts außer ihrer Handtasche und zieht scheinbar ziellos von einer flüchtigen Begegnung zur nächsten. Als sie auf den Kleinkriminellen Norman trifft, schließt sie sich ihm an und wird unfreiwillig zur Komplizin eines Banküberfalls. Doch Wanda ist keine klassische Gangsterbraut – sie ist eine Frau in einem permanenten Zwischenzustand, die sich jeder moralischen Bewertung und jedem gesellschaftlichen Entwurf entzieht.

Das rohe Herz des New Hollywood

Barbara Loden schrieb das Drehbuch, führte Regie und spielte die Hauptrolle selbst. Mit einer fast dokumentarischen Handkamera und improvisiert wirkenden Szenen schuf sie 1970 eine Gegenstimme zum damals männlich dominierten Hollywood. „Wanda“ ist kein glatter Emanzipationsfilm, sondern eine radikale Bestandsaufnahme weiblicher Existenz am sozialen Rand. Große Namen wie Isabelle Huppert oder Marguerite Duras nannten diesen Film als einen ihrer wichtigsten Einflüsse – ein Beweis für die zeitlose Kraft dieses Werks.

3 Gründe für diese Wiederentdeckung

 

Jetzt den Trailer zu „Wanda“ ansehen

 

Fazit

Wanda ist kein leichter Film, aber ein unvergesslicher. Er mutet seinem Publikum eine Wahrheit zu, die im heutigen Blockbuster-Kino oft verloren geht. Ein Muss für jeden, der Kino als Kunstform und Spiegel der Gesellschaft begreift.


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