RTL Dschungelcamp 2026: Gil Ofarim vom Ausgegrenzten zum Überlebenskünstler im Busch

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Erstaunlich gelassen blickt Gil Ofarim auf seine bisherige Zeit im australischen Dschungel zurück, obwohl viele Beobachter seinen schnellen Abgang prophezeit hatten. Während bereits drei andere Stars ihre Koffer packen und das Camp verlassen mussten, hält sich der Musiker hartnäckig in der Gunst der Zuschauer. Am Lagerfeuer wurde diese unerwartete Wendung nun zum großen Thema, als Simone das Offensichtliche ansprach und an den massiven Gegenwind erinnerte, dem Gil zu Beginn der Show ausgesetzt war. Fast jeder war davon ausgegangen, dass er nach den Schlagzeilen der Vergangenheit sofort von den Anrufern abgestraft und nach Hause geschickt werden würde. Doch die Realität sieht anders aus, und Gil selbst zeigt sich über seinen Verbleib am meisten verwundert.
Die Wandlung des ewigen Sorgenkinds
Im vertraulichen Gespräch mit seinen Mitstreitern gab der Sänger offen zu, dass er fest mit einem kurzen Gastspiel gerechnet hatte. Er war davon überzeugt, in der ersten Woche gnadenlos in jede einzelne Prüfung gewählt zu werden, um dann beim ersten regulären Auszug direkt die Heimreise antreten zu müssen. Dass es stattdessen ganz anders kam, scheint auch an seiner neuen Art zu liegen, die selbst skeptische Mitbewohner überrascht. Eva beobachtete im Dschungeltelefon sehr genau, dass Gil seit dem ersten Tag eine enorme Geduld an den Tag legt. Er bewahrte selbst dann die Ruhe, wenn er scharf angegriffen wurde, und scheint im Camp eine innere Reise zu sich selbst angetreten zu haben. Es macht den Anschein, als hätte er es tatsächlich geschafft, das Bild, das viele Menschen von ihm hatten, durch sein besonnenes Auftreten grundlegend zu korrigieren.
Von Cowboy-Witzen und Weltstars am Telefon
Besonders während der gemeinsamen Nachtwachen zeigt sich eine Seite von Gil, die man bisher selten im Fernsehen erleben durfte. Er öffnet sich immer mehr und mutiert phasenweise sogar zum richtigen Plaudertäschchen, das Witze über Ponys reißt ("Kommt ein Cowboy vom Friseur - Pony weg!") und aus dem Nähkästchen der Rockgeschichte plaudert. Eine Anekdote sorgte dabei für besonderes Aufsehen: Er berichtete ausführlich von einem Telefonat mit der Legende John Bon Jovi, den er zunächst für einen Telefonstreich hielt und dem er erst einmal ein herzhaftes "Fuck you" entgegenwarf, bevor er auflegte. Erst später stellte sich heraus, dass der Weltstar tatsächlich am Apparat war, um ihm persönlich zu sagen, wie beeindruckt er von Gils Album war. Diese Begegnung mündete schließlich in einem nächtlichen Gespräch bis zum Morgengrauen und einem Job als Vorband für die große Bon-Jovi-Tour.
Der Dschungel als persönliche Therapie
Trotz der harten Bedingungen im Camp zieht der Musiker ein positives Zwischenfazit und erklärt am Morgen nach der Nachtwache deutlich, dass ihm der Aufenthalt im Wald gut tue. Die Reduzierung auf das Wesentliche und die Isolation von der Außenwelt scheinen bei ihm einen Prozess in Gang gesetzt zu haben, der ihn sympathischer und nahbarer wirken lässt als je zuvor. Gil Ofarim hat den Sprung vom skandalbehafteten Sorgenkind zum interessanten Gesprächspartner geschafft, dem man gerne zuhört, wenn er von den Höhen und Tiefen seines Lebens erzählt. Es bleibt spannend zu beobachten, ob diese neue Authentizität ihn sogar bis ins Finale tragen kann oder ob die Zuschauer am Ende doch wieder alte Rechnungen begleichen wollen. Bisher jedenfalls hat der Dschungel bei ihm ganze Arbeit geleistet und einen Menschen zum Vorschein gebracht, der mit sich selbst im Reinen zu sein scheint.








