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Berlin-Tatort "Gefahrengebiet": Letzter Fall von Corinna Harfouch heute (01.02.2026) in der ARD

Sonntag, 01.02.2026 16:20 Uhr | Tags: ARD, Krimi, Tatort, Mark Waschke, Corinna Harfouch

Fans des Berlin-Tatorts müssen sich heute Abend (01.02.2026) um 20:15 Uhr in der ARD auf einen hochemotionalen Schlusspunkt einstellen, denn nach nur sechs Folgen verabschiedet sich Corinna Harfouch in ihrer Rolle als Susanne Bonard vom Ermittler-Team der Hauptstadt. Der Berlin-Tatort "Gefahrengebiet" beginnt auf einer trostlosen Industriebrache am Rande der Metropole, wo die Leiche eines Obdachlosecn gefunden wird. Die mysteriösen Bissspuren am Körper des Toten lassen zunächst vermuten, dass eine Wölfin im Berliner Speckgürtel zugeschlagen hat. Doch während die Stadt im Hintergrund lärmt, entwickelt sich aus diesem grausamen Fund eine Geschichte, die weit über die Grenzen einer klassischen Mördersuche hinausgeht. Nach Ausstrahlung wird der neue Berlin-Tatort "Gefahrengebiet" auch über die ARD Mediathek abrufbar sein.

Zwischen Betonwüste und Überlebenskampf im Unterholz

Anstatt sich wie gewohnt gemeinsam mit Robert Karow (Mark Waschke) in die Ermittlungen zu stürzen, trifft Susanne Bonard eine radikale Entscheidung. Mit dem nahenden Ruhestand im Nacken bricht sie aus dem polizeilichen Alltag aus und schließt sich der Wildnislehrerin Prof. Dara Kimmerer (Anne Ratte-Polle) an, die im winterlichen Grunewald ein hartes Überlebenstraining leitet. Während Karow in der Stadt auf eigene Faust nach der Wahrheit sucht, stellt sich Bonard den Naturgewalten und ihren eigenen Ängsten. Sie überlässt den Fall ihrem Partner, nachdem sie im Wald auf einen geheimnisvollen Wildniswanderer getroffen sind, den Karow später als Schlüsselperson in einem Mordkomplott identifiziert. Es ist ein bizarrer Kontrast zwischen der analytischen Polizeiarbeit in Berlin-Mitte und dem archaischen Kampf gegen die Kälte unter den Bäumen des Grunewalds.

Ein Trip in die Welt der Prepper und Survivalisten

Tief taucht der neue Berlin-Tatort in die verschwiegene Szene der Survivalisten ein, die sich auf das Ende der Zivilisation vorbereiten. Die Regie setzt dabei auf eine extrem dichte und künstlerische Atmosphäre, die den Zuschauer spüren lässt, wie dünn das Eis ist, auf dem sich unsere moderne Gesellschaft bewegt. Karow findet derweil heraus, dass das Opfer keinesfalls einem Tier zum Opfer gefallen ist, sondern kaltblütig ermordet wurde. Er trifft im Laufe seiner Nachforschungen erneut auf den seltsamen Mann aus dem Wald, während Bonard im Unterholz lernt, was es bedeutet, wirklich auf sich allein gestellt zu sein. Dieser Berlin-Tatort verzichtet bewusst auf schnelle Schnitte und plumpe Action, um stattdessen die psychologischen Abgründe jener Menschen auszuleuchten, die das Vertrauen in den Staat längst verloren haben.

Visuelle Grenzerfahrung oder mutiger Abschied

Ob sich das Einschalten lohnt, bleibt letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks, da die Meinungen der Fachpresse bereits weit auseinandergehen. Kritiker beschreiben den neuen Berlin-Tatort als visuelle Grenzerfahrung, die mehr auf Stimmungsbilder von Einsamkeit und Kälte setzt als auf herkömmliche Spannungselemente. Corinna Harfouch (Susanne Bonard) liefert in ihrem Finale eine gewohnt brillante Leistung ab, auch wenn diskutiert wird, ob dieser entschleunigte Wald-Ausflug der passende Rahmen für ihren Ausstieg ist. Wer einen klassischen Reißer sucht, wird heute vermutlich enttäuscht werden, doch für Liebhaber psychologischer Tiefe und außergewöhnlicher Erzählweisen bietet dieser Überlebenskampf in der Wildnis der Zivilisation ein faszinierendes Erlebnis. Es ist ein leiser, aber gewaltiger Abschied von einer großen Schauspielerin, der noch lange nach dem Abspann nachwirkt.


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