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Sir Falstaff in der Klemme: "Die lustigen Weiber von Windsor" aus der Volksoper Wien heute (07.03.2026) auf 3sat

Samstag, 07.03.2026 13:48 Uhr | Tags: 3sat, Oper

Otto Nicolais komisch-fantastische Oper "Die lustigen Weiber von Windsor" ist heute um 20:15 Uhr in einer glanzvollen Aufzeichnung aus der Volksoper Wien auf 3sat zu sehen. Regisseurin Nina Spijkers hat den Klassiker mit einem frischen Blick inszeniert und setzt dabei auf eine lebendige Personenführung, die den Humor der Vorlage ohne unnötigen Klamauk freilegt. Für die optische Gestaltung konnte die Tony-Award-Gewinnerin Rae Smith gewonnen werden, deren Bühnenbild mit deutlichen Farbakzenten und einer klaren Raumstruktur überzeugt. Diese Produktion visualisiert den sozialen Schlagabtausch der Figuren gekonnt und gibt dem Ensemble genau jene Bewegungsfreiheit, die für die rasante Situationskomik dieser Verwechslungskunststücke nötig ist.

Briefgeheimnisse und erste Waschkorb-Abenteuer

Der erste Akt entfaltet sich auf dem Hof zwischen den Häusern der Familien Fluth und Reich, wo das Chaos seinen Lauf nimmt. Die Damen Fluth und Reich machen eine pikante Entdeckung: Der verarmte und reichlich eingebildete Landadlige Falstaff hat beiden exakt denselben Liebesbrief geschickt. Schnell ist ein Racheplan geschmiedet, um dem dicken Ritter eine Lektion zu erteilen. Währenddessen herrscht im Hause Reich Uneinigkeit über die Zukunft der Tochter Anna. Während die Mutter den französischen Galan Dr. Cajus bevorzugt und der Vater auf den schüchternen Junker Spärlich setzt, gehört Annas Herz längst dem mittellosen Fenton. Die erste Falle für Falstaff schnappt schließlich in einem Zimmer bei Fluth zu. Der Ritter versucht Frau Fluth mit pathetischen Gesten zu umgarnen, wird jedoch beim vermeintlich überraschenden Auftauchen des eifersüchtigen Ehemanns in einen Wäschekorb gestopft. Die Krönung des Spotts folgt prompt, als der gesamte Korb samt Ritter im schlammigen Wassergraben landet.

Trinklieder, Frauenkleider und nächtliche Schwärmerei

Im zweiten Akt erholt sich Falstaff im Gasthaus "Zum Hosenbande" bei derben Trinkliedern von seinem unfreiwilligen Bad, nur um kurz darauf direkt in die nächste Falle zu tappen. Herr Fluth erscheint dort verkleidet als "Herr Bach", um dem ahnungslosen Ritter Details über seine vermeintlichen Liebschaften mit Frau Fluth zu entlocken. Das folgende Prahlhans-Gehabe Falstaffs stachelt den Zorn des Ehemanns erst richtig an. Währenddessen bietet der Garten hinter Reichs Haus die Kulisse für eine romantische Liebesszene zwischen Anna und Fenton, die von den beiden verschmähten Freiern Spärlich und Cajus aus dem Gebüsch heraus beobachtet wird. Zurück im Hause Fluth wiederholt sich das Versteckspiel: Wieder muss Falstaff vor dem heimkehrenden Gatten fliehen, doch diesmal wird er in Frauenkleider gesteckt. Als vermeintliches Waschweib entkommt er zwar dem Haus, fängt sich aber beim Hinauswurf die zornigen Prügel des frustrierten Herrn Fluth ein, der erneut erfolglos nach dem Nebenbuhler gesucht hat.

Das große Finale im Geisterwald von Windsor

Der dritte Akt führt alle Fäden zusammen, nachdem die Ehemänner endlich von ihren Frauen in das geheime Spiel eingeweiht wurden. Gemeinsam beschließen sie, Falstaff bei einer großen Maskerade im Wald von Windsor endgültig bloßzustellen. Während die Eltern im Geheimen planen, Anna in dem nächtlichen Verwirrspiel mit ihren jeweiligen Wunsch-Kandidaten zu verkuppeln, nutzt Anna die Gunst der Stunde für ihr eigenes Glück mit Fenton. Um Mitternacht versammeln sich alle unter der Eiche des Jägers Herne bei fahlem Mondschein. Falstaff, selbst als Ritter Herne verkleidet, wird von einer Schar aus Elfen, Geistern und Insekten so lange erschreckt und verspottet, bis er klein beigeben muss. Als die Masken fallen, treten Anna und Fenton als frisch vermähltes Paar aus der Waldkapelle hervor. Die musikalische Umsetzung der Volksoper bleibt dabei bis zur letzten Sekunde leichtfüßig und sorgt für eine fröhliche Versöhnung aller Beteiligten, die diesen Abend mit moderner Leichtigkeit und ironischer Wärme abrundet.


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