Zum 90. Geburtstag von Peter Sodann: Leipzig-Tatort "Sonnenfinsternis" heute (01.06.2026) im MDR

© MDR/Hardy Spitz
Aus Anlass des 90. Geburtstags des vor zwei Jahren verstorbenen Peter Sodann kehrt heute (01.06.2026) ein beliebtes Tatort-Ermittler-Team aus Leipzig noch einmal auf den Bildschirm zurück. Der MDR wiederholt um 20:15 Uhr den Leipzig-Tatort "Sonnenfinsternis" und präsentiert damit ein hochkomplexes Verbrechen voller falscher Fährten und familiärer Abgründe. Die Handlung beginnt mit einer ungewöhnlichen Kälte, als der Fahrer einer örtlichen Großkäserei, Ludwig Noack (Matthias Winde), mitten in der Nacht in den Betrieb gerufen und am nächsten Morgen qualvoll erstickt in einer Desinfektionskammer aufgefunden wird. Hauptkommissar Bruno Ehrlicher (Peter Sodann) und sein Kollege Kain (Bernd Michael Lade) stehen vor den sterilen, metallischen Produktionsräumen der Fabrik, die von Regisseur Thomas Jauch bewusst als Kontrast zu der brutalen Tat inszeniert wurden.
Eine Mauer aus Schweigen und dubiosen Geldern
Die Befragungen im Umfeld des Toten offenbaren schnell eine scheinbar makellose Fassade, hinter der sich erhebliche Geheimnisse verbergen. Noacks Witwe Simone berichtet den Ermittlern von drückenden Geldsorgen wegen einer Eigenheimsanierung, die ihr Mann jedoch plötzlich mit großen Mengen Bargeld auf dem Küchentisch löste. Käserei-Chefin Katharina Dettmer (Catherine Flemming) gibt sich unterdessen ahnungslos und verweist auf eine angebliche Prügelei, bei der Noack kurz zuvor von einem Unbekannten verletzt wurde. Sie liefert der Polizei auch gleich die Autonummer des mutmaßlichen Täters, die zum einschlägig vorbestraften Geldeintreiber Martin Strasser (Tobias Oertel) führt. Während Kain den Fall nach der Identifizierung durch die Chefin schnell als gelöst betrachtet, kommen Ehrlicher Zweifel, da Strasser für die fragliche Nacht ein wasserdichtes Alibi vorweisen kann und die Zeugin ihn bei den damaligen Lichtverhältnissen unmöglich hätte erkennen können.
Das tödliche Erbe einer ungelösten Tragödie
Der Fall nimmt eine völlig neue Richtung, als eine Spur in die Vergangenheit der Beteiligten führt. Vor Jahren verschwand Julia Dettmer (Jenny Drubig), die Nichte der Käsereibesitzerin, spurlos. Der örtliche Bäcker Klaus Röbel (Uwe Bohm) wurde damals aufgrund von Noacks Aussage wegen sexuellen Missbrauchs und Entführung verurteilt, beteurte jedoch stets seine Unschuld. Genau am Tag des Mordes an Noack wird Röbel vorzeitig aus der Haft entlassen und rückt sofort ins Visier der Ermittler, zumal er und der Geldeintreiber Strasser sich aus dem Gefängnis kennen. Die Dynamik eskaliert, als ans Licht kommt, dass Röbels neue Freundin Vera Bednarz (Gabriela Maria Schmeide) die Ex-Frau des Junior-Käsereichefs Jörg Dettmer (Thorsten Merten) ist und über Jahre hinweg einen raffinierten, taktischen Racheplan verfolgte, um den Fundort von Julias Leiche zu erpressen.
Die Demontage einer mörderischen Familienlüge
Je tiefer Ehrlicher und Kain in das Geflecht aus Lügen eindringen, desto deutlicher bröckelt das Konstrukt der Familie Dettmer. Es stellt sich heraus, dass der Juniorchef Manuel Dettmer (Ludwig Blochberger) das Schweigegeld an Noack gezahlt hatte, um ein furchtbares Geheimnis zu wahren. Als Jörg Dettmer merkte, dass die Wahrheit ans Licht zu kommen drohte, tötete er Noack in der Desinfektionskammer, um seinen eigenen Sohn zu schützen. Nach einer dramatischen Verfolgungsjagd, bei der Röbel und Manuel Dettmer gegenseitig versuchen, Geständnisse abzupressen, bricht die Wahrheit endgültig hervor: Manuel hatte seine Cousine Julia einst im Affekt getötet, weil sie ihn auslachte, und die Spuren gezielt so gelegt, dass der unschuldige Bäcker dafür ins Gefängnis wandern musste. Dieser Leipzig-Tatort besticht durch seine nüchterne Bildsprache und die konsequente Entlarvung einer scheinbar ehrbaren Unternehmerfamilie.








