"Undercover Boss" im Doppelpack: Daume Gruppe und Bäckerei Dreißig heute (29.06.2026) bei RTL

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Gleich zwei Führungskräfte verlassen heute den sicheren Chefsessel, um die Abläufe an der Basis ihrer eigenen Betriebe inkognito unter die Lupe zu nehmen. RTL strahlt am Montagabend zwei Wiederholungen der beliebten Real-Life-Doku "Undercover Boss" direkt hintereinander aus. Den Auftakt macht um 20:15 Uhr Michael Gonzalez Salcedo, der Geschäftsführer der Daume Gruppe, der in die Rolle eines vermeintlichen TV-Show-Kandidaten schlüpft. Direkt im Anschluss um 22:15 Uhr wechselt das Geschehen nach Brandenburg: Antje Dreißig, Co-Geschäftsführerin der traditionsreichen Bäckerei Dreißig, stellt sich getarnt mit Extensions und neuer Brille den harten Herausforderungen in der Produktion und im Verkauf. Beide Episoden gewähren einen ungeschminkten Blick auf den harten Arbeitsalltag in der Gebäudetechnik sowie im Backhandwerk.
Schwere Arbeit im Lüftungsbau und anstrengender Kundendienst
Der erste Einsatz des Abends führt in ein familiengeführtes Großunternehmen mit Sitz im niedersächsischen Duderstadt im Eichsfeld. Die Daume Gruppe, die im Bereich der Gebäudetechnik agiert, erwirtschaftet mit ihren rund 1100 Beschäftigten und 20 Tochterunternehmen einen Jahresumsatz von etwa 180 Millionen Euro. Der Schwerpunkt der Gruppe liegt vor allem auf den Gewerken Sanitär, Heizung und Lüftung sowie dem Rohrleitungsbau. Da der 58-jährige Betriebswirt Michael Gonzalez Salcedo bereits seit 2006 im Unternehmen und seit 2010 als Geschäftsführer sowie Mitgesellschafter aktiv ist, muss die optische Verwandlung besonders gründlich ausfallen. Mit dunkel gefärbten Haaren, gefärbtem Bart, einer Brille, blauen Kontaktlinsen und künstlichen Zähnen arbeitet er als angeblicher TV-Kandidat Rafael auf Großbaustellen im Lüftungsbau, montiert Bäder und hilft im Schweißer- und Kundendienst. Dabei stößt der ehrgeizige Niedersachse schnell an seine körperlichen Grenzen.
Erkenntnisse zur Belastung und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel
Bei seinen anstrengenden Einsätzen auf den Baustellen gewinnt der Geschäftsführer tiefe Einblicke in die extremen körperlichen Anforderungen, denen seine Angestellten täglich ausgesetzt sind. Neben der enormen physischen Belastung identifiziert Gonzalez Salcedo vor allem Optimierungsbedarf bei der Werkzeugausstattung und den logistischen Abläufen zwischen Lager und Baustelle. Angesichts des akut drückenden Fachkräftemangels in der gesamten Branche zieht der Chef nach seiner Enttarnung wichtige Konsequenzen: Um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern und erfahrene Mitarbeiter im Betrieb zu halten, investiert das Unternehmen gezielt in modernere Arbeitsmittel zur körperlichen Entlastung. Zudem werden die internen Weiterbildungsprogramme für Quereinsteiger ausgebaut und die Strukturen im Kundenservice angepasst, um Fahrtwege und Leerzeiten für die Monteure spürbar zu reduzieren.
Von der Chefetage in die Backstube und den Filialverkauf
Ab 22:15 Uhr steht das brandenburgische Traditionsunternehmen Bäckerei Dreißig im Fokus, das bereits seit 1911 in Guben ansässig ist. Die Inhaber Peter und Cornelia Dreißig bauten den Betrieb nach der Wende zu einer der führenden Großbäckereien in den östlichen Bundesländern auf. Heute leitet die 38-jährige Antje Dreißig die Geschäfte im Verkauf, während ihr Ex-Mann Markus für die Produktion verantwortlich zeichnet; trotz der privaten Trennung ziehen beide ihren gemeinsamen Sohn zusammen groß und leiten die firma partnerschaftlich. Um ungefiltertes Feedback von der Basis zu bekommen, verwandelt sich die chefin mithilfe einer blonden Perücke mit blauen Strähnchen, Haar-Extensions und einer randlosen Brille in die vermeintliche Praktikantin Barbara Steinmann. In dieser Tarnung absolviert sie harte Schichten in der Backwarenproduktion als Technikerin und arbeitet an den Kassen verschiedener Filialen.
Bürokratische Hürden und logistische Nachbesserungen im Verkauf
Während ihrer Undercover-Mission erlebt Antje Dreißig hautnah, mit welchen alltäglichen Problemen das Verkaufspersonal und die Produktionsmitarbeiter zu kämpfen haben. Im Filialbetrieb stellt sie fest, dass mangelndes Kleingeld in den Kassen und starre Vorgaben bei der Warenbestellung den Arbeitsfluss unnötig bremsen. Auch logistische Probleme bei der pünktlichen Anlieferung der frischen Backwaren sorgen an der Basis für Stress. Nach dem Abschluss des Experiments nutzt die Geschäftsführerin ihre Erkenntnisse für strategische Verbesserungen: Die Bestellsysteme für die Filialen werden flexibilisiert, um den tatsächlichen Bedarf vor Ort besser abzubilden und Retouren zu senken. Darüber hinaus werden die bürokratischen Abläufe für die Filialleitungen vereinfacht und gezielte Prämien sowie Unterstützungen für besonders engagierte Mitarbeiter auf den Weg gebracht.
Ungeschminkte Einblicke in den harten Arbeitsalltag abseits des Schreibtischs
Die Doppelfolge bietet eine gelungene Abwechslung aus zwei völlig unterschiedlichen Branchen, die jedoch vor ähnlichen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel und Optimierungsbedarf an der Basis stehen. Die Sendung verzichtet auf künstliches Drama und konzentriert sich stattdessen auf den echten, oft anstrengenden Alltag der Angestellten im Handwerk und Dienstleistungssektor. Besonders interessant bleibt der Moment der Enttarnung, wenn die Chefs ihren Angestellten auf Augenhöhe begegnen und direkte Zusagen für strukturelle Verbesserungen machen. Wer am Montagabend einen authentischen Einblick in deutsche Traditionsbetriebe und das Prinzip des Perspektivenwechsels werfen möchte, sieht hier ein gut strukturiertes Doku-Format.








