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Verdis Meisterwerk in Zeiten des Umbruchs: "Don Carlo" aus Wien heute (08.11.2025) auf 3sat

Samstag, 08.11.2025 13:34 Uhr | Tags: 3sat, Oper

Auf 3sat steht heute (08.11.2025) ab 20:15 Uhr die Musikwelt still, denn Giuseppe Verdis monumentales Epos "Don Carlo" wird in einer Aufzeichnung aus der Wiener Staatsoper gezeigt. Es ist eine Aufführung, die mehr ist als eine historische Nacherzählung königlicher Dramen - sie ist ein zutiefst menschliches Werk über Liebe, Politik, Freiheit und Verrat. Verdis Oper, basierend auf Schillers Drama, entfaltet die Tragödie des spanischen Thronfolgers Don Carlo, gefangen zwischen seiner Liebe zu Elisabetta und den Zwängen von Staatsräson und väterlicher Macht. Die Oper "Don Carlo" ist auch online abrufbar.

Eine Besetzung der Extraklasse

Die musikalische Seite dieser Inszenierung aus dem vergangenen Jahr glänzt mit Namen von Weltformat. Unter der entschlossenen und nuancenreichen musikalischen Leitung von Philippe Jordan erstrahlt Verdis Partitur in intensiver Klangfülle. Jordan, ein Spezialist für das italienische Repertoire, versteht es, die großen emotionalen Bögen der Oper zu spannen.

Im Zentrum des Geschehens steht eine herausragende Besetzung: Die litauische Sopranistin Asmik Grigorian verleiht der unglücklichen Königin Elisabetta eine tief berührende Stimmgewalt und dramatische Intensität. Ihre Interpretation der Rolle wird von Kritik und Publikum gefeiert. An ihrer Seite agiert der mexikanische Tenor Joshua Guerrero als Titelheld Don Carlo, der mit kraftvoller Stimme das innere Ringen des Prinzen zwischen persönlichem Glück und politischer Pflicht spürbar macht. Als Don Carlos treuer Vertrauter Rodrigo, Marquis von Posa, überzeugt Étienne Dupuis. Posa ist die Stimme der Freiheit und der Moral, dessen große Freundschaftsarie zu den Höhepunkten der Oper zählt. Die gesangliche Qualität dieser Produktion ist ein Versprechen auf einen unvergesslichen Opernabend.

Kirill Serebrennikovs umstrittene Vision

Was diese Aufführung jedoch besonders brisant macht, ist die Inszenierung des russischen Regisseurs Kirill Serebrennikov. Der Künstler, der 2021 mit seiner prophetischen Deutung von Wagners Parsifal in Wien für Aufsehen sorgte, kehrte für Don Carlo zurück. Serebrennikov ist bekannt dafür, klassische Werke mit einer scharfen, zeitgenössischen Kritik zu versehen.

Seine Interpretation sorgte bei der Premiere für starke Reaktionen: Während das Ensemble für seine musikalischen Leistungen gefeiert wurde, erntete die Regie teils heftige Buhrufe. Serebrennikov verschiebt das historische Drama in einen gegenwärtigen Kontext, der Themen wie Umweltbewusstsein, Konsumkritik und die Zwänge der modernen Gesellschaft verhandelt. Er stellt die zeitlose Frage, ob die Figuren von Verdis und Schillers Werk in ihrem Streben nach Freiheit und Glück nicht in denselben Zwängen gefangen sind wie der moderne Mensch. Seine mutige Lesart, die Kostüme und Konventionen der Vergangenheit mit den Problemen der Gegenwart verschränkt, macht diese Übertragung aus der Wiener Staatsoper zu einem hoch spannenden und diskussionswürdigen Ereignis.

"Don Carlo" auf 3sat ist heute Abend eine seltene Gelegenheit, Verdis musikalisches Drama in einer luxuriösen Besetzung und einer zugleich provokanten Inszenierung zu erleben.


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