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Verrat im Rocker-Milieu: Der Mord an Hells Angel Michael Bartelt - heute (21.01.2026) bei "Aktenzeichen XY... ungelöst"

Mittwoch, 21.01.2026 15:01 Uhr | Tags: ZDF, Fahndungssendung, Aktenzeichen XY... Ungelöst, Rudi Cerne

Wenn das ZDF heute Abend (21.01.2026) um 20:15 Uhr "Aktenzeichen XY... ungelöst" ausstrahlt, wird es im Studio besonders ernst. Die Berliner Kriminalpolizei greift zu einem ihrer letzten Mittel, um eine Mauer des Schweigens zu durchbrechen, die seit über 16 Jahren besteht. Es geht um den gewaltsamen Tod von Michael Bartelt, einem Mitglied der Hells Angels, dessen Ermordung im August 2009 die Hauptstadt erschütterte. Die Ermittler sind sich sicher: Es gibt Mitwisser, die bisher aus Angst vor Racheakten geschwiegen haben.

Hinrichtung in Hohenschönhausen

Die Tatnacht vom 13. auf den 14. August 2009 markiert einen Tiefpunkt im damaligen Berliner Rockerkrieg. Michael Bartelt, ein damals 33-jähriges Mitglied des einflussreichen Hells-Angels-Charters "Berlin City", wurde in der Wustrower Straße in Berlin-Hohenschönhausen regelrecht hingerichtet. Mehrere Schüsse trafen den Mann, der in der Szene als gut vernetzt galt. Da der Fundort der Leiche direkt im Wohnumfeld lag, hoffte die Polizei damals auf schnelle Zeugenhinweise. Doch im Milieu herrscht ein eigener Codex: Man spricht nicht mit der Polizei. Die Ermittlungen traten auf der Stelle, und der Fall wanderte schließlich als "Cold Case" in die Archive des Landeskriminalamts.

Die SMS des Todes: Ein geplanter Clubwechsel?

Der Grund, warum der Fall nun heute Abend erneut bundesweit präsentiert wird, liegt in einem brisanten Motiv, das die Ermittler heute für wahrscheinlicher halten denn je: Hochverrat innerhalb der eigenen Reihen. Nur wenige Tage vor den tödlichen Schüssen, am 6. August 2009, verbreitete sich im Berliner Rockermilieu eine folgenschwere Nachricht per SMS. Darin wurde behauptet, Bartelt würde "mit den Banditen abhängen" – eine Anspielung auf den Erzrivalen der Hells Angels, die Bandidos. Ein solcher Übertritt galt in der Szene als unverzeihlicher Verrat. Die Polizei vermutet, dass diese Nachricht das Todesurteil für Michael Bartelt war und er von den eigenen "Brüdern" oder in deren Auftrag beseitigt wurde.

Hoffnung auf anonyme Zeugen

In der heutigen Sendung wird die Polizei Berlin einen Appell an ehemalige Mitglieder der Szene oder Personen aus dem damaligen Umfeld richten. Die Beamten wissen um die Gefahr, in die sich Zeugen begeben, wenn sie gegen Rockerclubs aussagen. Daher wird explizit darauf hingewiesen, dass Hinweise über spezielle Systeme auch absolut anonym abgegeben werden können. Ziel ist es, nach über anderthalb Jahrzehnten die Hintermänner der damaligen SMS und die Schützen von Hohenschönhausen zu identifizieren. Für die Ermittler ist klar: Die Zeit heilt zwar keine Wunden, aber sie verändert Loyalitäten. Wer damals schwieg, könnte heute, in einer veränderten Lebenssituation, bereit sein, die Wahrheit zu sagen.

Ab 20:15 Uhr ist die aktuelle Ausgabe von "Aktenzeichen XY... ungelöst" auch über die ZDF Mediathek abrufbar.


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