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Wenn der Täter den Ermittlern die Show stiehlt: Frankfurt-Tatort "Weil sie böse sind" heute (03.02.2026) im BR


Das BR Fernsehen zeigt heute (03.02.2026) um 20:15 Uhr mit der Wiederholung des Frankfurt-Tatorts "Weil sie böse sind" aus dem Jahr 2010 einen der außergewöhnlichsten Filme der gesamten Reihe. In diesem Fall werden die klassischen Regeln des Krimis komplett auf den Kopf gestellt, denn nicht das Ermittlerduo steht im Rampenlicht, sondern ein hochemotionales und zugleich abgrundtief böses Täter-Gespann. Mit Matthias Schweighöfer als arrogantem Millionärssohn und Milan Peschel als verzweifeltem Vater bietet dieser Film eine schauspielerische Intensität, die man im deutschen Fernsehen nur selten findet. Für die Kommissare Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) markiert dieser Einsatz ihre vorletzte gemeinsame Folge, in der sie nicht nur gegen das Verbrechen, sondern auch gegen ihre eigene interne Rivalität kämpfen müssen.

Ein Mord aus Verzweiflung und eine perfide Intrige

Alles beginnt mit der bodenlosen Demütigung des alleinerziehenden Rolf Herken (Milan Peschel), der händeringend nach Unterstützung für seinen autistischen Sohn sucht. In seinem Schmerz sucht er die wohlhabende Familie Staupen auf, überzeugt davon, dass deren Reichtum auf einem Betrug an seinen Vorfahren basiert. Als ihn der alte Familienpatriarch jedoch spöttisch abweist, verliert Herken die Beherrschung und erschlägt ihn im Affekt. Anstatt die Polizei zu rufen, nutzt der skrupellose Sohn des Opfers, Balthasar Staupen (Matthias Schweighöfer), die Situation für seine eigenen finsteren Pläne aus. Er erkennt die Notlage des verzweifelten Vaters und beginnt, ihn wie eine Marionette für einen eiskalten Rachefeldzug gegen die eigene Verwandtschaft zu instrumentalisieren.

Blutspur durch die High Society

Unter dem psychologischen Druck des eiskalten Balthasar begeht Herken weitere Taten, die er sich selbst als Notwehr schönredet, die aber in Wahrheit einem grausamen Masterplan folgen. Nacheinander fallen Onkel Mike (Peter Davor) und die herrische Tante Freya Staupen (Adele Neuhauser) dem ungleichen Duo zum Opfer. Währenddessen tappen Sänger und Dellwo völlig im Dunkeln und stehen vor einem Rätsel, da die Alibis wasserdicht erscheinen und das Motiv für diese vermeintliche Serie von Gewalttaten verborgen bleibt. Die ohnehin angespannte Stimmung zwischen den Kommissaren, die beide auf den Posten ihres Vorgesetzten Rudi Fromm schielen, erschwert die Ermittlungen zusätzlich und lässt den Tätern den nötigen Spielraum für ihr tödliches Katz-und-Maus-Spiel.

Ein Finale ohne Gerechtigkeit

Die dramatische Zuspitzung erfolgt, als eine Kollegin Herkens, Sandra Jakesch (Sandra Borgmann), von den Morden erfährt und versucht, die Situation zu ihrem eigenen Vorteil auszunutzen. Ihr Plan, Herken an die Polizei zu verraten, endet jedoch in einer Katastrophe, als Balthasar dazwischengeht. In einem fatalen Autounfall finden sowohl die Mitwisserin als auch der junge Drahtzieher den Tod, wodurch die Ermittlungen schließlich im Sande verlaufen und an das Landeskriminalamt übergeben werden. "Weil sie böse sind" verweigert dem Zuschauer das klassische Happy End der Gerechtigkeit und bleibt gerade deshalb als packendes Charakterdrama im Gedächtnis. Es ist ein Tatort, der mutig zeigt, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse manchmal verschwimmen und dass die menschlichen Abgründe oft tiefer sind, als es jede polizeiliche Logik erfassen kann.

Der Frankfurt-Tatort "Weil sie böse sind" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar (bis 03.02.2027).


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