Bozen-Krimi "Rebenblut": Klimawandel, Betrug und ein Winzer-Mord erschüttern Südtirol - heute (19.03.2026) in der ARD

© ARD Degeto Film/Hans Joachim Pfeiffer
Mit dem neuesten DonnerstagsKrimi aus der Bozen-Krimi-Reihe führt die ARD ihre Zuschauer heute (19.03.2026) um 20:15 Uhr tief in die harten wirtschaftlichen Realitäten Südtirols. Die Episode "Rebenblut" markiert den 22. Film der erfolgreichen DonnerstagsKrimi-Reihe und rückt ein Thema ins Zentrum, das die Region wie kaum ein anderes prägt: den Weinbau. Doch statt postkartentauglicher Idylle erwartet das Publikum ein düsteres Geflecht aus Existenzangst, Rivalität und dem unaufhaltsamen Druck des Klimawandels. Dass die Ermittlungen für "Capo" Sonja Schwarz (Chiara Schoras) diesmal weit über das Berufliche hinausgehen, verleiht der Geschichte eine emotionale Tiefe, die man in dieser Form selten in der Serie erlebt hat.
Familiendrama hinter der Polizia di Stato
Inmitten der malerischen Rebenlandschaft bricht für Sonja Schwarz eine Welt zusammen, als ihre eigene Stieftochter Laura (Charleen Deetz) ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerät. Die junge Winzerin wird nach einem grausamen Mord mit einem Rebmesser durch DNA-Spuren zur Hauptverdächtigen. Dieser dramaturgische Kniff zwingt die Chefermittlerin zur Befangenheit, woraufhin sie den Fall offiziell an ihren Kollegen Jonas Kerschbaumer (Gabriel Raab) und die Sonderermittlerin Mariella Colombo (Gabriela Garcia-Vargas) übergibt. Es ist ein seltener Moment der Verwundbarkeit für die sonst so souveräne Ermittlerin, deren privates Glück und berufliche Integrität gleichzeitig auf dem Spiel stehen, während ein zweiter Mord den Zeitdruck auf alle Beteiligten massiv erhöht.
Der Kampf um den Blauburgunder
Hinter den Kulissen der Weinproduktion tobt ein erbitterter Streit zwischen Tradition und Moderne, der durch den Kellermeister Kofler (Karl Fischer) personifiziert wird. Fischer verleiht diesem unbeirrbaren Traditionalisten eine fast schon bedrohliche Autorität, mit der er die Qualität des berühmten Blauburgunders hütet. Er gerät schnell mit den Modernisiererinnen Lucia Muratori (Ulrike C. Tscharre) und Sofia Brandner (Anna Unterberger) aneinander, die als selbstbewusste Gegenpole verkörpert werden. Dieser Konflikt bildet den perfekten Nährboden für Betrug und vertuschte Machenschaften, bei denen es um weit mehr als nur den reinen Geschmack des Weines geht. Die Episode verzichtet dabei bewusst auf touristische Stadtansichten und konzentriert sich stattdessen auf die staubigen Keller und die harte Arbeit am Hang.
Ein Krimi am Puls der Zeit
Drehbuchautor Jürgen Werner gelingt es mit dem Bozen-Krimi "Rebenblut", die klassische Mördersuche mit den realen Strukturproblemen der Region zu verknüpfen, ohne dabei belehrend zu wirken. Der wirtschaftliche Überlebenskampf kleiner Familienbetriebe, die unter den veränderten klimatischen Bedingungen leiden, gibt dem Fall eine Erdung, die ihn deutlich von gewöhnlichen TV-Krimis abhebt. Während Laura Schwarz auf eigene Faust versucht, ihre Unschuld zu beweisen und dabei den wahren Schuldigen immer näher kommt, ahnt sie nicht, in welche Lebensgefahr sie sich begibt. Auch wenn die privaten Verflechtungen der Ermittlerin viel Raum einnehmen, bleibt der Bozen-Krimi "Rebenblut" ein atmosphärisch dichter Film, der den Zuschauer mit der unbequemen Frage zurücklässt, wie weit Menschen gehen, um ihr Erbe und ihren Status in einer sich wandelnden Welt zu verteidigen.
Der Bozen-Krimi "Rebenblut" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.








